Die Hinrunden-Bilanz der Fußball-Bezirksliga Spitzenreiter Viktoria Goch hat zwei Probleme

Kreis Kleve · Der Herbstmeister hat eine bemerkenswert gute erste Saisonhälfte hingelegt. Trotzdem sind ihm zwei Teams dicht auf den Fersen. Die Liga ist wie erwartet eine Drei-Klassen-Gesellschaft.

Spitzenreiter und Kellerkind: Anes Tiganj (rechts) vom Herbstmeister Viktoria Goch im Duell mit Kevin Rombs vom Schlusslicht FC Aldekerk.

Spitzenreiter und Kellerkind: Anes Tiganj (rechts) vom Herbstmeister Viktoria Goch im Duell mit Kevin Rombs vom Schlusslicht FC Aldekerk.

Foto: Norbert Prümen

Die Gruppe vier der Fußball-Bezirksliga ist die erwartete Drei-Klassen-Gesellschaft. An der Spitze machen mit Herbstmeister Viktoria Goch, dem SV Budberg, GSV Moers und TuS Xanten die vor der Saison genannten Verdächtigen das Rennen um den Titel unter sich aus. Dann folgt der SV Straelen II als Spitzenreiter des Mittelfelds, zu dem sich auch die DJK Twisteden und der 1. FC Kleve II zugehörig fühlen dürfen. Und ab Platz zehn beginnt die Abstiegszone, in der nicht überraschend einige Vertreter des Kreises Kleve/Geldern dabei sind. Der Kevelaerer SV, SV Rindern, Alemannia Pfalzdorf, TSV Weeze und FC Aldekerk laufen Gefahr, hinunter in die Kreisliga A zu müssen. Eine Hinrunden-Bilanz.

Viktoria Goch Der Vizemeister hat eine Menge richtig gemacht in der ersten Hälfte der Saison. Er hat die Lehren aus der vergangenen Spielzeit gezogen, als die Mannschaft keine Mannschaft war und deshalb ihrer Favoritenrolle nicht gerecht wurde. Jetzt wird mit großer Geschlossenheit auch Arbeit für die Defensive geleistet. Die Viktoria hat in 15 Partien nur zehn Treffer kassiert. Sie ist ungeschlagen, hat in den Spielen bei den Konkurrenten GSV Moers (2:0), SV Budberg (0:0) und TuS Xanten (1:1) gepunktet. Und es gab nur einen kleineren Ausrutscher beim 1:1 gegen den abstiegsgefährdeten VfB Homberg II. Das ergibt eine imponierende Bilanz von 39 von 45 möglichen Punkten. Doch die Viktoria hat zwei große Probleme namens SV Budberg und GSV Moers. Die Konkurrenz ist ihr dicht auf den Fersen. Budberg liegt nur aufgrund des um einen Treffer schlechteren Torverhältnisses auf Platz zwei, der GSV ist mit einem Spiel weniger und fünf Punkten Rückstand ebenfalls aussichtsreich im Rennen.

SV Straelen II Der Unterbau der Regionalliga-Mannschaft hat in der laufenden Saison schon reichlich Unterstützung aus dem ersten Team erhalten. Insgesamt mussten sporadisch bereits elf Kicker in der Bezirksliga ran, die eigentlich in der Vierten Liga auf sich aufmerksam machen möchten. Sicherlich auch ein Grund dafür, weshalb die Grün-Gelben hinter den großen Vier, die den Meistertitel unter sich ausmachen, den Rest des Feldes anführen. Wobei Trainer Bilal Lekesiz, der an der Römerstraße ganze Arbeit leistet, ohnehin ganz passable Kicker wie die beiden Angreifer Peter Okafor und Cristian Voicu zur Verfügung hat.

DJK Twisteden Die Schwarz-Weißen mit dem lustigen „Sportikus“ im Vereinswappen sind schon dort angelangt, wo der Nachbar Kevelaerer SV erst noch hinmöchte. Die DJK Twisteden liefert ein gutes Beispiel für einen funktionierenden Dorfverein und ist längst eine feste Größe in der Bezirksliga. Die Spieler bilden eine verschworene Gemeinschaft. Deshalb interessieren sich Leistungsträger wie Kapitän Chris Kleuskens oder Torjäger Jan van de Meer allenfalls am Rande für Lockrufe der Konkurrenz.

 Die DJK Twisteden (gestreifte Trikots) und der Kevelaerer SV haben eine ordentliche Hinrunde hingelegt.

Die DJK Twisteden (gestreifte Trikots) und der Kevelaerer SV haben eine ordentliche Hinrunde hingelegt.

Foto: Norbert Prümen

1. FC Kleve II Marco Schacht, der als Trainer im Sommer die Nachfolge von Lukas Nakielski angetreten hat, hat bislang ganze Arbeit geleistet. Er hat den Umbruch, der nach dem Abgang einiger wichtiger Spieler nötig war, gut hingekriegt. Der 1. FC Kleve II hat sich schon ein Polster von sieben Punkten auf den ersten Abstiegsplatz verschafft und darf sich deshalb berechtigte Hoffnungen machen, dass ihm ein erneutes Zitterspiel erspart bleibt. In der vergangenen Saison wurde der Klassenerhalt erst in der letzten Partie perfekt gemacht. Die respektable Bilanz hat vor allem einen Grund: Der 1. FC Kleve II hat in den Partien zuverlässig geliefert, die gemeinhin als Sechs-Punkte-Spiele bezeichnet werden. 16 ihrer 19 Zähler holte die Mannschaft gegen die Teams, die in der Tabelle auf den letzten sechs Plätzen stehen.

Kevelaerer SV Der Verein aus der Marienstadt ist über die Grenzen des Fußball-Kreises Kleve/Geldern für seine ausgezeichnete Jugendarbeit bekannt. Das Konzept des Traditionsvereins, nahezu ausschließlich auf Talente aus den eigenen Reihen zu setzen, die auf der Sportanlage Scholten ausgebildet worden sind und zum Teil Erfahrungen in der Niederrheinliga sammeln konnten, könnte in dieser Saison Erfolg haben. Diesmal geht’s für die Mannschaft um den jungen Torjäger Jona Wassen nur um den Klassenerhalt. In Zukunft möchte sich der KSV als feste Größe in der Bezirksliga etablieren – die Chancen stehen nicht schlecht.

SV Rindern Die Mannschaft von Trainer Christian Roeskens tut sich nach Platz fünf in der Vorsaison überraschend schwer. Dabei hatte der Klub eigentlich gedacht, diesmal noch besser gerüstet zu sein. Der Kader wurde qualitativ und quantitativ aufgestockt, um nicht, wie in der Spielzeit zuvor, in Personalnot zu geraten. Der Fall ist trotzdem eingetreten, was ein Grund dafür ist, dass die Zebras gerade einmal zwei Punkte Vorsprung vor einem Abstiegsplatz haben. Die mangelnde Konstanz und eine erhebliche Offensivschwäche – dem Team gelingt im Schnitt nur ein Tor pro Spiel – sind weitere Ursachen dafür, dass der SV Rindern hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist.

 Ein typisches Bild bei den Heimspielen von Alemannia Pfalzdorf: besorgte Mienen an der Seitenlinie

Ein typisches Bild bei den Heimspielen von Alemannia Pfalzdorf: besorgte Mienen an der Seitenlinie

Foto: Markus van Offern (mvo)

Alemannia Pfalzdorf Acht Spiele, 7:23-Tore, null Punkte – die Heimbilanz des Neulings ist verheerend. Und sie führt dazu, dass die Alemannia mit nur zwölf Punkten den ersten der vier Abstiegsplätze einnimmt. Dass die Mannschaft, die zwischenzeitlich den Rücktritt von Trainer Thomas Erkens aus privaten Gründen verkraften musste, reif für die Bezirksliga ist, hat sie dagegen auf des Gegners Plätzen hinlänglich bewiesen. Da gab es nur im Prestigeduell beim Spitzenreiter Viktoria Goch eine Niederlage. Das ist der Mutmacher im Abstiegskampf, der für die Alemannia sicherlich nicht aussichtslos ist.

TSV Weeze Die Freude über den Last-Minute-Klassenerhalt der vergangenen Saison ist im August-Janssen-Sportzentrum längst verflogen. Zum Abschluss der Hinserie steht der Turn- und Spielverein nicht nur mit dem Rücken zur Wand, sondern mit mindestens einem Bein in der Kreisliga A. Das Hauptproblem: Das Verletzungspech ist den Blau-Gelben treu geblieben. Und der Weezer Kader bringt nur dann Bezirksliga-Format mit, wenn er mehr oder weniger vollständig besetzt ist.

FC Aldekerk Der Verein hat den Verlust dreier Leistungsträger nicht auffangen können. Eigengewächs Niklas Hegmans, der in der Vergangenheit mit seinen Qualitäten in der Offensive auch schon mal Spiele im Alleingang entscheiden konnte, geht inzwischen seinem Hobby bei einem Kölner Club namens Casa de Espana nach. Carlos Hurtado Martinez (Spielertrainer zweite Mannschaft) und der erfahrene Mittelfeldspieler Marco Härtner haben beim TSV Wachtendonk-Wankum eine neue Herausforderung gesucht. Vorne zu harmlos, hinten zu anfällig – das aktuelle Schlusslicht trudelt dem Abstieg entgegen. Schwacher Trost: In der nächsten Saison gibt’s wieder Derbys gegen den Erzrivalen TSV Nieukerk.

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