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Fußball: Die Bresserberg-Elf unter Druck

Fußball : Die Bresserberg-Elf unter Druck

Fußball-Oberliga: TVD Velbert - 1. FC Kleve (Sonntag, 15:15 Uhr). Die Rot-Blauen stehen nach dem völlig misslungenen Saisonstart auf einem Abstiegsplatz. Nun geht es gegen einen prominent besetzten Aufsteiger. Personell sieht´s gut aus.

Nach sechs Spieltagen der Fußball-Oberliga kann man mit Blick auf den 1. FC Kleve völlig ungeniert von einer Krise sprechen. Aktuell stehen nur zwei Punkte zu Buche, einzig die Aufsteiger Sportfreunde Niederwenigern und der Cronenberger SC kickten bisher noch erfolgloser. „Wir wissen, woran es liegt. Intern arbeiten wir das auf. Ganz klar ist: Wir sind ja selbst nicht zufrieden, wir alle nicht“, sagt Übungsleiter Umut Akpinar. Dennoch müsse man optimistisch nach vorne blicken. Schließlich habe die Klever Mannschaft genügend Qualität, weitere Punkte einzufahren. Für eine Chance auf diese müssen die Rot-Blauen am Sonntag eine lange Fahrt antreten: Knapp anderthalb Stunden sind es bis zum Turnverein Dalbecksbaum Velbert 1870.

Die Mannschaft aus dem Niederbergischen ist zwar erst zu dieser Saison in die fünfthöchste deutsche Spielklasse aufgestiegen. Dennoch gilt der TVD als äußerst ambitioniert. In den Kader investierten die Verantwortlichen mächtig und setzten Ausrufezeichen. Einer dieser ist Patrick Ellguth, der im vergangenen Jahr noch Stammspieler beim Regionalligisten SV Straelen war. Auch Björn Kluft wechselte von der Blumenstadt nach Velbert, Jannik Weber tauschte das Baumberger Trikot für das grün-weiße Leibchen. Für einige gilt der TVD Velbert gar als Geheimfavorit auf eine vordere Platzierung. Der Neuling, immerhin zuletzt zwei Mal Meister geworden, will der beste Aufsteiger der diesjährigen Spielzeit werden. Bisher untermauerte der TVD seine Ambitionen mit guten Ergebnissen: Gegenwärtig rangiert die Mannschaft von Trainer Hüzeyfe Dogan mit zehn Punkten auf Tabellenplatz sieben. Die Spitzenmannschaften aus Ratingen, Kray und Bocholt mussten sich gegen die Velberter geschlagen geben, zuletzt setzte es ein 1:1-Remis gegen den VfB Hilden. Auch Viktoria Goch war im Pokal zu schwach für den TVD, 2:0 gewannen die Gäste im Hubert-Houben-Stadion.

Es kommt also eine schwere Aufgabe auf die Bresserberg-Elf zu. Und das zu einem unglücklichen Zeitpunkt. Schließlich waren die Schwächen des 1. FC Kleve zuletzt bei der 1:3-Niederlage gegen Union Nettetal frappierend. Nach dem Schlusspfiff fasste Akpinar zusammen: „Im Spiel war das von uns streckenweise überhaupt nicht gut, sehr viele Fehlpässe, sehr viele einfache Ballverluste, nicht konsequent in den Zweikämpfen. Wir haben die teilweise einfach so laufen lassen. Das ist einfach nicht das, was wir spielen wollen.“ Anführer, die der Mannschaft Halt geben sollen, scheinen vorrangig mit sich selbst beschäftigt. Spielführer Fabio Forster wirkt bisweilen überfordert, Innenverteidiger Nedzad Dragovic unterläuft in beinahe jeder Begegnung ein kapitaler Bock, Niklas Klein-Wiele scheint überspielt. Andre Trienenjost, der immerhin schon fünf Mal ins gegnerische Tor traf, fehlt es an den nötigen Zuspielen. Die Folge: Gegen Nettetal hing er in der Luft. So gibt es allerlei Faktoren, die für Unmut am Bresserberg sorgen. Auch die rot-blauen Anhänger zogen bereits Konsequenzen. Als der Unparteiische am vergangenen Sonntagnachmittag abpfiff, hatten die meisten schon den Heimweg angetreten. Eine Phalanx besonders launischer Fans rief gar auf der Haupttribüne lautstark: „Neuer Trainer“. Jeder, der sich mit dem FC beschäftigt, weiß: Umut Akpinar steht nicht ansatzweise zur Debatte. Die Mannschaft steht geschlossen hinter ihm. Einzig die Punkte fehlen. „Wir müssen jetzt unsere Leistung abrufen“, fordert Akpinar.