Leichtathletik: Dichtes Gedränge auf dem Deich in Düffelward

Leichtathletik : Dichtes Gedränge auf dem Deich in Düffelward

Rund 400 Läufer machten Station in Düffelward. Zum achten Mal hatten die Roadrunners dorthin eingeladen. Nach einigen Kilometern über den Deich vergnügten sich die Aktiven auf dem Dorfplatz. Es gab nette Gespräche, Glühwein, Kuchen und Gegrilltes.

Der Niederrhein zeigte sich gestern beim 8. Düffelwarder Warm-Up-Lauf von seiner schönsten Seite: Ein paar Sonnenstrahlen fielen schon beim Start auf die rund 400 aktiven Läufer hinunter. Der Deich mit dem ruhigen Gewässer und ein paar Wildgänsen am blauen Himmel perfektionierten das Bild, das sich auch auf Postkarten gut gemacht hätte. "So etwas gibt es nur hier am Niederrhein", war sich Reinhard Elspaß aus Emmerich sicher. Er genoss bei Temperaturen um die acht Grad zusammen mit seinen Läufer-Kollegen das Ambiente.

Mitglieder der Roadrunners hatten für alle Teilnehmer ein offenes Ohr. Foto: Stade Klaus-Dieter

Zeit dazu hatte Elspaß gestern zu genüge. Nach den Weihnachtstagen nahm er relativ spontan die kurze Anfahrt nach Düffelward auf sich und stellte sich zum ersten Mal beim mittlerweile schon traditionellen Warm-Up-Lauf an den Start. "Ich hatte mich zuvor im Internet über die Veranstaltung informiert und fand das ganz nett", sagte er. Seine positive Vorstellung bestätigte sich später.

Aber auch Elspaß hinterließ einen Eindruck: Er war einer von Zweien, die sieben Runden auf dem 2,5 Kilometer langen Parcours rund um die Düffelwarder Kirche und über den Deich absolvierten. Damit gehört er bereits bei seiner ersten Teilnehme schon zu denen, die in der achtjährigen Geschichte die meisten Meter hinter sich gelassen haben. "Ich habe den Lauf als Vorbereitung auf einen Halbmarathon genutzt", benannte der Athlet seine Beweggründe.

Foto: Stade Klaus-Dieter
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Einfach "just for fun", also nur zum Spaß, nahmen dagegen Heinz Lippe und Jürgen Reinders teil. "Wir kennen uns schon seit unserer Kindheit und treffen uns jede Woche zum Laufen", berichteten die Freunde. Seit nunmehr drei Jahren verlegen sie ihr gemeinsames Training zwischen Weihnachten und Neujahr ins beschauliche Düffelward.

Damit sind sie nicht allein. Viele machen es ihnen nach. "Einmal im Jahr ist hier was los. Da wird Düffelward verdoppelt und verdreifacht", sagte Moderator Laurenz Thissen. Die "Stimme des Langlaufs" führte auch 2016 wieder durch das Geschehen und stellte dabei besonders die vielen teilnehmenden Vereine in den Fokus. "Es sind wirklich alle vertreten: Von Kleve, Goch über Geldern bis Aldekerk", so Thissen, der sich von überall her einige Gesprächspartner herauspickte.

Dem Motto des Laufes "Keine Eile auf der Deichmeile" fügte Thissen kurzerhand auch noch den Beinamen "Weihnachtsbraten-Vernichtungslauf" hinzu. Unter dem Aspekt waren zum Beispiel auch Läufer des LAV Goch-Kessel angetreten. "Nach den Weihnachtstagen ist es ein Muss, sich zu bewegen und hier dabei zu sein", meinte Andrea Wientjens. Sie und ihre Läuferkollegen hatten sich vorgenommen, drei Runden zu laufen. Nach fünf Kilometern zog sie die gute Laune aber dann doch schon auf den Dorfplatz, wo man beim Klönschnack nicht alleine war. "Wir hatten uns noch so viel zu erzählen", verriet Wientjens. Bei Glühwein und in der Nähe der offenen, wärmenden Feuerstelle konnten sie die Zeit bis zum Abend noch in einer netten Atmosphäre genießen.

Gemütlich ließen es auch Annette Hox, Marlies van der Ven und Maria Reinders nach den Festtagen angehen. Sie bildeten zusammen mit noch einigen anderen Nordic Walkern den Schluss der großen Läufer-Schlange, die in vorderster Front von schnellen Athleten wie Roman Heynen oder Armin Gero Beus angeführt wurde. Beide bereiten sich zur Zeit auf die Fünf-Kilometer-Disziplin beim Pfalzdorfer Sylvesterlauf vor, die beide in den vergangenen Jahren schon mal gewonnen haben.

Den drei Freundinnen Hox, van der Ven und Reinders ging es dagegen weder um eine sportliche Herausforderung noch um Zeit. "Wir machen mit, weil man hier immer sehr viel Spaß hat und die Stimmung gut ist. Heute ist dazu auch noch das Wetter phänomenal: Es lacht der Himmel", sagten die drei. Alle kannten den Warm-Up-Lauf bereits vorher aus eigenen Erfahrungen, die sie in ihrem Bekanntenkreis gerne weitergeben. "Es ist bei uns eigentlich so, dass jeder jedes Jahr jemand Neues zum Lauf mitbringt", so Hox, "es kann ja jeder sein eigenes Tempo gehen. Das ist einfach das Schöne."

Als Familienausflug nutzten dagegen etwa die beiden jungen Mädchen Johanna und Leanda Cornelissen mit ihrer in Düffelward wohnenden Oma den Warm-Up-Lauf. Sie gingen bei schönem Wetter ganz entspannt eine Runde durch das Dorf und über den Deich entlang spazieren.

(pets)
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