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DFB-Pokal der Frauen: VfR Warbeyen trifft auf Borussia Bocholt

DFB-Pokal der Frauen : Das größte Spiel des VfR Warbeyen

Das Frauen-Team erwartet im DFB-Pokal am Sonntag den Zweitliga-Absteiger Borussia Bocholt in der Erolglu-Arena. Dort wird auch die Original-Trophäe aufgestellt.

Wirft man einen Blick auf die jüngere Chronik des VfR Warbeyen, dann lässt sich nicht von der Hand weisen, dass der ambitionierte Frauenfußball-Regionalligist aus dem Klever Ortsteil in den vergangenen Jahren eine erstaunliche Erfolgsgeschichte geschrieben hat. 2018 gelang der Aufstieg aus der Landesliga in die Niederrheinliga. Bereits im zweiten Jahr folgte unter Neutrainer Sandro Scuderi der Sprung in die Regionalliga West. Dort belegte der VfR in der vergangenen Saison einen beachtlichen fünften Platz. Da ist es wenig verwunderlich, dass man in Warbeyen auch mit ambitionierteren Zielen liebäugelt. So soll mittelfristig der Aufstieg in die Zweite Bundesliga gelingen.

Ein anderes großes Ziel hat der VfR Warbeyen bereits im Mai erreicht. „Wir wollen Vereinsgeschichte schreiben und erstmals den Einzug in den DFB-Pokal schaffen“, hatte VfR-Trainer Sandro Scuderi vor dem fulminanten Halbfinalsieg im Niederrheinpokal über die favorisierte Borussia aus Mönchengladbach verlauten lassen. Keine drei Wochen später war dieser Traum Realität. Scuderis Schützlinge durften nach einem 8:0-Finalsieg im Niederrheinpokal-Finale gegen Rhenania Bottrop die begehrte Trophäe in die Höhe stemmen – das Ticket zum DFB-Pokal war damit gelöst.

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Nun brennt der gesamte Verein darauf, die eigene Erfolgsstory im größten Spiel seiner Geschichte um ein weiteres Kapitel zu erweitern. Am Sonntag, 15.01 Uhr, empfängt der VfR Warbeyen den Zweitliga-Absteiger und künftigen Ligarivalen Borussia Bocholt zum Erstrundenduell des nationalen Pokalwettbewerbs. Die unkonventionelle Anstoßzeit rührt daher, dass der Deutsche Fußball-Bund dazu aufruft, ab 15 Uhr eine Minute dafür zu nutzen, mit Durchsagen und Informationen auf den Klimaschutz hinzuweisen.

 Der VfR Warbeyen jubelte vor einigen Monaten über den Sieg im Niederrheinpokal. Jetzt wird er mit dem Debüt im DFB-Pokal dafür belohnt
Der VfR Warbeyen jubelte vor einigen Monaten über den Sieg im Niederrheinpokal. Jetzt wird er mit dem Debüt im DFB-Pokal dafür belohnt Foto: Nils Hendricks

Wenn dann um 15.01 Uhr der Ball rollt, dürften zwei Akteurinnen des VfR besonders gewillt sein, die Partie entscheidend mitzugestalten. Für die Warbeyener Neuzugänge Jolina Opladen und Ines Ridder stellt sie nämlich ein Wiedersehen dar. Beide Spielerinnen liefen jahrelang für die Borussia auf und wechselten erst in der Sommerpause vom Kontrahenten aus Bocholt nach Warbeyen. Zu diesem Zeitpunkt war die Paarung allerdings noch nicht ausgelost. Ridder plagten unmittelbar nach der Auslosung zunächst gemischte Gefühle.

„Gegen den alten Verein zu spielen, ist immer ein bisschen anders. Zuerst fand ich all das nicht so schön, da ich mit dem Wechsel nach Warbeyen eigentlich etwas Neues beginnen wollte und man so nun direkt wieder mit alten Eindrücken konfrontiert wird“, sagt die 31-jährige Abwehrspielerin. Mittlerweile hat sich bei ihr jedoch auch eine gewisse Vorfreude breitgemacht: „Hier in Warbeyen habe ich eine menschlich wie fußballerisch tolle Truppe vorgefunden. Wir haben nichts zu verlieren.“ Dem schließt sich die ehemalige Jugend-Nationalspielerin Opladen an. „Bocholt hat zwar Spielerinnen, die mehr Erfahrung für eine derartige Partie mitbringen. Aber ich sehe uns gewiss nicht chancenlos“, sagt die 23-Jährige. Sie erwartet ein „robustes Spiel mit viel Feuer“.

Sandro Scuderi hat es sich indes zur Aufgabe gemacht, die besondere Stimmung, die den Tagen vor der Partie innewohnt, bestmöglich auf seine Mannschaft zu übertragen. „Vom ganzen Drumherum her merkt man schon, dass es vielleicht das schönste Spiel der Vereinsgeschichte ist. Dieses Gefühl wollen wir in jeder einzelnen Spielerin entfachen, um so am Sonntag ein tolles Fußballfest zu feiern“, sagt der Coach. Dabei hofft er auf die Unterstützung von zahlreichen Zuschauern. „Für all diejenigen, die sich für Frauenfußball interessieren, ist das mit Sicherheit ein Highlight-Spiel im Kreis. Wenn’s so viele werden sollten, wie gegen Mönchengladbach im Niederrheinpokal, brauche ich die Mädels gewiss nicht mehr motivieren“, so der Warbeyener Trainer.

Eine Besonderheit ließ der VfR Warbeyen vor der Partie verlauten: Leonie Klinkebiel, Spielleiterin der Frauen-Wettbewerbe des Deutschen Fußball-Bundes, wird ebenfalls zugegen sein. Mit im Gepäck: der DFB-Pokal selbst. Die Original-Trophäe befindet sich aktuell auf Promo-Tour und soll vor dem Anpfiff gut sichtbar in der Eroglu-Arena aufgestellt werden.