Der VfR Warbeyen begrüßt fünf niederländische Zugänge

Frauenfußball : Oranje-Mädels für den Regionalliga-Traum

Zum Niederrheinliga-Team des VfR Warbeyen stoßen fünf niederländische Neuzugänge. Sie geben das Ziel aus, in die Regionalliga aufsteigen zu wollen. Zuletzt kickten sie in der Eredivisie. Ihr Klub aber geriet in finanzielle Schieflage.

Die Protagonisten des Frauenfußballprojekts „Kämpferherzen“ gehen weitere Schritte der Professionalisierung. Pressekonferenzen werden mittlerweile in der Skylounge des früheren Hotel Cleve durchgeführt, dazu wird ein üppiges Buffet serviert, Pressemappen verteilt, sogar das niederländische Fernsehen wird eingeladen. Das Einzige, was zuletzt dabei noch fehlte: ein Simultandolmetscher. Der VfR Warbeyen hat nämlich gleich fünf neue Akteurinnen verpflichtet: Danisha Bruins, Megan Roemangoen, Mariken Kroon, Djanae Borgers und Remy van de Windt. Sie alle stammen aus den Niederlanden, sind zwischen 16 und 17 Jahre alt und Eckpfeiler des Großprojekts „Aufstieg in die Regionalliga“.

Die Freundinnen kickten in der vergangenen Spielzeit beim Eredivisie-Verein Achilles 29 Groesbeek. Der Klub aber geriet zuletzt in finanzielle Turbulenzen und musste sein Team abmelden. „Es ist natürlich schade, dass es in Gelderland nicht mehr möglich ist, auf allerhöchstem Niveau zu spielen. Aber es hört sich schon richtig gut an, zu erzählen, dass man jetzt im Ausland spielt“, sagt Remy van de Windt. Auf die Mädchen aufmerksam wurde VfR-Teammanager Sven Rickes. „Wir sind sofort hellhörig geworden und haben uns um die Mädels bemüht“, erklärt er. Gleich acht Spielerinnen aus dem Kader absolvierten in den vergangenen Wochen Sichtungstrainingseinheiten bei den Schwarz-Weißen.

Fünf entschieden sich, künftig am Duvenpoll auflaufen zu wollen. „Wir hätten durchaus zu niederländischen Vereinen wechseln können. Doch wir wollten zusammenbleiben und haben uns sehr bewusst für Warbeyen entschieden“, sagt Mariken Kroon. Zukünftig werden sie vom Fahrdienst des VfR eingesammelt und drei Mal wöchentlich zum Training gebracht. Ganz zur Freude von Sandro Scuderi, frisch installierter Trainer des Aufgebots: „Die Spielerinnen passen sowohl charakterlich als auch von der Altersstruktur her perfekt in unser Team. Während der Trainingseinheiten war schnell zu sehen, welchen Biss und welche Spielfreude die Mädels mitbringen.“

Mittelfristig, so sagt es Scuderi, peile er mit den Damen den Aufstieg in die Regionalliga an. „Ich will mich aber nicht darauf festlegen, was ´mittelfristig´ für uns bedeutet“, sagt er. Das übernehmen für ihn ohnehin die Nachwuchsspielerinnen. „Wir wollen unbedingt aufsteigen, natürlich möglichst schon in der nächsten Saison. Das trauen wir uns auch zu“, sagt Danisha Bruins. Sollte das Konsens innerhalb des Teams sein, wird der Aufstieg das Ziel im kommenden Jahr. „Das Kämpferherzen-Motto lautet ja: Die Spielerinnen geben selbst das Ziel vor und nicht der Verein. Das bleibt auch so“, sagt Rickes. Also sollte es schnellstmöglich aufwärts gehen.

Doch die Neuzugänge werden einen Entwicklungssprung machen müssen. Die Unterschiede zwischen dem deutschen und niederländischen Fußball seien nämlich groß: „In Deutschland spielt man schneller und genauer, ja akribischer“, sagt Bruins. In den Niederlanden werde schneller nachgelassen, zudem sei das Training dort häufig zu lasch gewesen. Daher nun der Schritt nach Deutschland. Dort wartet freilich noch eine weitere Barriere: die Sprache. „Da können wir leider noch nicht viel mehr als ´Guten Tag´ und ´Danke´. Aber das werden wir auch hinkriegen. Die Teamkolleginnen werden uns sicher helfen, immerhin haben sie uns schon super aufgenommen und uns das Gefühl gegeben, dazuzugehören“, sagt Megan Roemangoen.

Marcel Kempkes wird Co-Trainer. Foto: ja/Sportbildungswerk

Wohin die Reise für die jungen Frauen individuell noch gehen soll? Auch da herrscht Einigkeit. „Natürlich haben wir den Traum, Profis zu werden“, sagt Mariken Kroon. Vorbilder sehen die Mädchen aktuell ohnehin täglich. Die kicken nämlich gerade bei der Weltmeisterschaft in Frankreich um den begehrtesten Pokal der Szene. „Da sind wir aber definitiv für Holland“, sagen sie.

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