1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve
  4. Sport Kleve und Goch

Der Tennisclub Rot-Weiß Goch würde mit seiner Anlage gerne umziehen

Tennis : TC Rot-Weiß Goch in der Warteschleife

Der 250 Mitglieder zählende Tennisclub möchte an die Marienwasserstraße umziehen, weil seine derzeitige Anlage an der Jahnstraße mittlerweile zu groß für ihn geworden ist. Die Gespräche mit Stadt und Politik stocken jedoch.

Auf der Platzanlage des TC Rot-Weiß Goch herrscht endlich wieder rege Betriebsamkeit. Die Wochen der Corona-Tristesse sind vorüber. Der Trainingsbetrieb ist wieder angelaufen, auch die ersten Medenspiele sind bereits über die Bühne gegangen. Deutlich weniger dynamisch aber schreiten die Zukunftsplanungen des Vereins voran. Im Fokus steht die Diskussion über den Umzug der Platzanlage gen Marienwasserstraße.

Die Idee schwebt den Verantwortlichen des Vereins bereits lange vor. Immerhin läuft der Pachtvertrag für die jetzige Anlage an der Jahnstraße 2030 aus. „Doch es tut sich aktuell nichts. Die Gespräche mit der Politik sind ins Stocken geraten, weil die Kommunalwahlen im September anstehen“, sagt Gerd Thyssen, Vorsitzender des TC RW Goch. So traue sich aktuell kein Politiker an das „heikle Thema“, um bloß keine Wähler zu verschrecken. Dabei sind die Vorstellungen der Tennisspieler äußerst konkret.

Da die bisherige Anlage mit ihren elf Plätzen zu groß für den 250 Mitglieder starken Verein ist, wollen sich die Rot-Weißen verkleinern. Schon jetzt liegen zwei Spielfelder brach. Mit der Aufbereitung der Plätze sind hohe Kosten verbunden, die man gerne einsparen wolle, so Thyssen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass das Areal des Tennisclubs für die Stadt Goch als Filetstück bei der Ausweisung neuen Baulands gilt. „Das ist hier ein sehr attraktives Baugrundstück, auf dem sicher ein Millionen-Projekt denkbar wäre“, sagt Gerd Thyssen.

So hatten er und seine Vorstandskollegen der Verwaltung und der Politik einen Tausch vorgeschlagen. Damit die Tennisspieler aus dem noch zehn Jahre gültigen Pachtvertrag mit der Stadt aussteigen, solle diese für eine neue Anlage an der Marienwasserstraße sorgen. „In unseren Augen ist das ein faires Angebot. An die Marienwasserstraße würden wir perfekt passen, immerhin befindet sich dort schon die Tennishalle Sporttreff“, sagt Thyssen.

An dem neuen Standort würde man auch bloß sechs Tennisfelder benötigen, immerhin sei die Auslastung der Plätze längst nicht mehr so hoch wie noch vor einigen Jahren. Die Mitgliederzahlen des TC RW Goch sinken seit Jahren kontinuierlich. „Wir haben von den Parteien das Versprechen, dass man sich einen solchen Umzug durchaus vorstellen kann“, sagt Thyssen. Daher wolle man umgehend wieder in die Gespräche einsteigen, wenn sich der neue Rat der Stadt Goch formiert hat. „Wir wollen schnellstmöglich Klarheit bekommen“, sagt Thyssen, der den Verein seit dem vergangenen Jahr führt.

Rückendeckung erhalten die Tennisspieler von Jürgen Meuser, Vorsitzender des Sportausschusses. Allerdings sagt er: „Die Tatsache, dass die Gespräche aktuell nicht laufen, hat nichts mit der Wahl im September zu tun.“ Vielmehr habe die Corona-Pandemie für eine Verzögerung gesorgt. Immerhin sei die für Mitte Mai anberaumte Sitzung des Sportausschusses aufgrund des Virus ausgefallen. „Diese Sitzung wäre durchaus eine passende Gelegenheit gewesen, das Thema stärker in den Fokus zu rücken“, sagt der Sozialdemokrat Meuser. Nun könne der Ausschuss erst wieder in der neuen Ratsperiode, also zum Ende des Jahres, tagen.

Inhaltlich aber könne Meuser dem Vorschlag des TC RW Goch folgen. „Ich persönlich kann mir die Möglichkeit eines Sportparks sehr gut vorstellen“, sagt er. Immerhin gebe es hinter dem Hubert-Houben-Stadion einen brachliegenden Ascheplatz und einen Soccer-Platz, der kaum genutzt werde. Dort könnte eine neue Freiluft-Tennisanlage entstehen, die nahtlos an die Tennishalle anknüpfen würde. Auch hinter dem Kunstrasenplatz von Viktoria Goch gebe es noch genügend Freiflächen.

Doch Jürgen Meuser, selbst Vorsitzender des VfL Nierswalde, denkt noch größer: „Es wäre sicher am besten, wenn wir es hinbekämen, dass an dem Ort ganz viele verschiedene Vereine zusammenfinden, neben Tennis auch Basketball, Volleyball oder Boule.“ Zudem halte er es für sinnvoll, den gastronomischem Betrieb im Vereinsheim von Viktoria Goch mit dem in der Tennishalle Sporttreff zusammenzuführen. „Gemeinsam hätte man sicher bessere Chancen, zu überleben“, sagt der SPD-Ratsherr.