Der SV Hö.-Nie. verliert in Niederwenigern

Fußball : 3:5 nach 3:0: Hö.-Nie. verpasst die Sensation

Fußball-Landesliga: SF Niederwenigern – SV Hö.-Nie. 5:3 (0:2).

Eine schmerzhafte 3:5-Niederlage musste die Spielvereinigung Hönnepel-Niedermörmter zu Gast bei den Sportfreunden Niederwenigern einstecken. Schmerzhaft, weil der Abstand auf die Nichtabstiegsränge wieder gewachsen ist – schmerzhaft aber auch, weil die Schwarz-Gelben kurz vor der Sensation standen.

Denn obwohl die Favoritenrolle beim Tabellenzweiten Niederwenigern lag, gehörten die ersten 60 Minuten über weite Strecken den Gästen. Der Matchplan der Schwarz-Gelben ging auf: Sie standen kompakt und sorgten mit schnellen Angriffen für Gefahr. In der 21. Minute traf Can Yilmaz nach Vorarbeit von Marvin Hitzek und Prince Kimbakidila zum 1:0 für die Gäste. Auch kurz vor der Pause belohnte sich die Mannschaft von Trainer Thomas von Kuczkowski für einen bis dahin starken Auftritt: Nils Hermsen (45.) erhöhte auf 2:0. Nach der Pause machten die Gäste da weiter, wo sie mit dem Pausenpfiff aufgehört hatten: Mit viel Disziplin und Struktur verteidigten sie, spielten sich schnell durch die SF-Defensive – und nutzten auch ihre Chancen: Bereits in der 46. Spielminute erhöhte Hö.-Nie. auf 3:0, wiederum durch Hermsen.

Niederwenigern reagierte mit viel Offensive und Risiko, und schaffte in der 62. den Anschlusstreffer durch Marc Andre Gotzeina (62.). Es war der Wendepunkt der Partie, denn danach brachen die Gäste unter dem geballten Druck der Sportfreunde zunehmend ein: Eine Chance zum 4:1 ließ Hö.-Nie. noch liegen, bevor Niederwenigern die Tore im Fünf-Minuten-Takt erzielte: Maximilian Golz (75.) verkürzte für die Hausherren auf 2:3. Gotzeina (80.) verwandelte einen zweifelhaften Handelfmeter zum 3:3, den Führungstreffer zum 4:3 erzielte wiederum Golz (85.). Florian Machtemes (90.) besiegelte den Heimsieg mit dem 5:3 in der Nachspielzeit.

„In der ersten Halbzeit ist unser Matchplan voll aufgegangen, der Gegner wusste nichts mit uns anzufangen. Und auch in der zweiten Halbzeit haben wir diszipliniert begonnen und alles im Griff gehabt. Aber nach dem 1:3 fällt das Kartenhaus dann zusammen, wir werden nervös und glauben nicht mehr an uns“, sagte Hö.-Nies Trainer Thomas von Kuczkowski nach der 3:5-Niederlage.

Fazit: „Besser als in den ersten 65 Minuten konnten wir es nicht machen, schlechter als in den restlichen Spielminuten auch nicht“, so der Coach.  „Das war eines der ungewöhnlichsten Spiele, die ich jemals gesehen habe“, sagte Hö.-Nies sportlicher Leiter Georg Kreß. Die Mannschaft habe gut 60 Minuten überragend gespielt, sagte Kreß, und nannte Doppeltorschütze Hermsen als Beispiel, der alles gegeben habe, obwohl er den Verein verlassen wird.

Auch die Entscheidung des Trainers, Kapitän Edin Husic zugunsten eines temporeicheren Spiels zunächst draußen zu lassen, sei voll aufgegangen, so Kreß. Umso unbegreiflicher sei dann der Einbruch in der zweiten Halbzeit gewesen: „Sobald die Mannschaft einen Nackenschlag kriegt, wirft sie alles über Bord. Da ist kein Spieler, der dann Mal das Heft in die Hand nimmt und sagt: ‚So nicht.‘“

Mehr von RP ONLINE