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Der SV Griethausen 07 blickt auf eine stolze Tradition zurück

Fußball : Die gefürchteten Wölfe vom Altrhein

Der SV Griethausen 07 zählt zu den traditionsreichsten Vereinen im Nordkreis Kleve. Die Gegenwart ist nicht einfach – die „Erste“ kickt in der Kreisliga C. Doch das Rudel um Leitwolf Roland Baumann setzt auf den großen Zusammenhalt.

Die Gegenwart sieht derzeit nicht so rosig aus. Die erste Mannschaft des SV Griethausen kickt nach dem freiwilligen Abstieg aus der Kreisliga B seit dieser Saison wieder nur in der untersten Spielklasse. Coach Lars Stoffels und sein Co-Trainer Björn Lippe, denen ein Kader von 20 Spielern zur Verfügung steht, versuchen, an erfolgreiche Zeiten anzuknüpfen. Eine zweite Mannschaft als Unterbau ist nicht mehr vorhanden.

Trotz aller sportlichen Sorgen und Nöte versprühen der 37-jährige Geschäftsführer Klaus Tepperink und der 57-jährige Vorsitzende Roland Baumann Optimismus. Baumann gilt als blau-weißes Urgestein, denn er ist seit Kindesbeinen im Klub. Zunächst als Spieler, Trainer und Funktionär tätig, lenkt er bereits seit 2006 als Vorsitzender die Geschicke des Vereins. „Wir haben 212 Mitglieder, davon sind etwa 70 in allen Altersstufen aktiv“, sagt Baumann. „Da es in Griethausen schon seit Jahren kein Neubaugebiet mehr gibt, haben wir leider auch keine Jugendmannschaften mehr. Nur bei der C-Jugend existiert eine Spielgemeinschaft mit BV DJK Kellen. Außerdem ist ein Altherren-Team, eine Ü 50-Mannschaft gemeinsam mit VfR Warbeyen, für uns am Ball. Außerdem haben wir noch Damen-Volleyball und Badminton im Angebot“, sagt Tepperink. 

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„Der Verein steht finanziell auf gesunden Füßen, der Sportplatz ist in einem guten Zustand, die Rahmenbedingungen stimmen“, versichert Baumann. Der Pachtvertrag für die Sportanlage am Postdeich wurde bis 2033 verlängert, der Trainingsplatz erhielt eine neue Drainage. Und neben dem Platz entsteht ein neues Feuerwehrgerätehaus. „Bei uns wird kein Cent bezahlt, wir sind ein lupenreiner Amateurverein, wir wollen die Gemeinschaft fördern, und das Wir-Gefühl soll bleiben“, betont Baumann. In der jüngeren Vergangenheit gab es Bestrebungen, die Vereine SV Griethausen, BV DJK Kellen sowie VfR Warbeyen zum Sportzentrum Unterstadt in Kellen zusammenzulegen. „Die Gespräche sind gescheitert und damit vorerst vom Tisch“, erläutert der Vorsitzende.

Ein kleiner Rückblick in die traditionsreiche und wechselhafte Geschichte der „Sportvereinigung 07 Griethausen“, so lautet die genaue Bezeichnung des Vereins vom Altrhein, der allgemein im Kreis Kleve die „Wölfe“ genannt wird. Zunächst wurde 1907 der „Turn- und Sportverein Griethausen“ gegründet. 1925 erschien der Jünglingsverein „Blau-Weiß Griethausen-Brienen“ auf der Bildfläche, der ein Jahr später in „DJK Treu-Deutsch“ umbenannt wurde. Beide Vereine hegten eine große Rivalität, aber als die DJK-Vereine von den Nazis abgeschafft wurden, kam es trotzdem zur Zusammenlegung beider Klubs, und die „Sportvereinigung 07 e.V. Griethausen“ entstand. Neben König Fußball wurden auch andere Sportarten im Laufe der 114 Jahre angeboten, die mehr oder weniger erfolgreich von den Mitgliedern betrieben wurden. 

Das Aushängeschild des Klubs ist und war die erste Mannschaft. In der Saison 1946/47 gelang den „Wölfen“ der erste Aufstieg in die Bezirksklasse, der später noch zwei weitere Male geschafft wurde. 1957/’58 konnte der Verein den neuen Sportplatz am Postdeich einweihen, und der Platz am Altrhein hatte zunächst ausgedient. Das neue Platzhaus wurde im Januar 1969 seiner Bestimmung übergeben.

Den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte schrieb man in der Saison 1969/70. Die erste Mannschaft stieg in die Bezirksklasse, das Reserveteam in die Zweite Kreisklasse auf. Doch ein paar Jahre später musste die Erste runter bis in die Zweite Kreisklasse, der Aufstieg zurück in die Erste Kreisklasse gelang fast postwendend.

Pünktlich zum Anpfiff der Saison 1977/78 wurde das altehrwürdige und von den Gegnern gefürchtete „Altrhein-Stadion“ an der Eisenbahnbrücke wieder bespielbar hergerichtet. Die renovierte Sportanlage am Postdeich samt nagelneuer Flutlichtanlage wurde mit einer Sportwoche gebührend gefeiert. Eine ausgediente Filiale der Sparkasse Kleve wurde zu Beginn der 80er Jahre zum Aufenthaltsraum („Sport-Studio“) für die Jugend umfunktioniert. 

Sportlich lief es bis zur Spielzeit 1993/94 richtig rund, doch dann stiegen die Blau-Weißen für alle überraschend in die Kreisliga B ab. Und das mit einem Novum: Die „Wölfe“ beendeten die Saison mit einem positiven Torverhältnis. In den Folgejahren verpasste die Mannschaft mehrmals den Wiederaufstieg in die Kreisliga A und kickte nur noch in der B-Liga.

Wie es für einen Dorfverein üblich ist, gibt es eine Vereinskneipe. Über viele Jahre war die Gaststätte „Zur Linde“ in der Oberstraße das Vereinslokal. Besser bekannt unter dem Namen „Mutt Verwaayen“, wie die Wirtin Ida Verwaayen nur genannt wurde. 29 Jahre führte Ida mit Tochter Lore bis 1984 das Lokal, in dem viele Erfolge aber auch Niederlagen gebührend begossen wurden.