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Der Kämpferherzen-Supercup steht in den Startlöchern

Frauenfußball : 5. Supercup: der süße Duft des Profiseins

Am Wochenende steigt in der Klever Getec-Arena der fünfte Kämpferherzen-Supercup. Ausgetragen wird das Turnier in den Altersklassen U15, U17 und Senioren. Auch Bundesligisten werden vorspielen. Am Sonntag steht zudem ein Talkformat auf dem Programm.

Fünf Millionen TV-Zuschauer, hohe Medienpräsenz und frische Gesichter - die Frauenfußball-Weltmeisterschaft ist bei uns in aller Munde. Nun lautet die Frage: Wird aus dem Hype ein langfristiger Boom? Sven Rickes, Trainer und Gesicht des Mädchen- und Frauenfußballprojekts „Kämpferherzen“, hat dazu eine klare Meinung: „Ich glaube nicht, dass es einmal so richtig knallen wird. Aber der Frauenfußball wird in den nächsten Jahren kontinuierlich wachsen.“

Dieses Wachstum erlebte die Szene zuletzt auch in Kleve und Umgebung. Die B-Juniorinnen des SV Bedburg-Hau kickten im vergangenen Jahr in der Regionalliga, die Frauen des VfR Warbeyen peilen nun unter dem frisch installierten Übungsleiter Sandro Scuderi die gleiche Spielklasse an. Der Supercup der Kämpferherzen geht in diesem Jahr ebenfalls den nächsten großen Schritt der Professionalisierung. „Wir machen zum fünften Geburtstag alles noch einmal eine Nummer größer“, sagt Rickes. Für die Mädchenabteilung des SV Bedburg-Hau und die Frauenabteilung des VfR Warbeyen ist der Supercup längst zum Höhepunkt einer jeden Spielzeit avanciert.

Erneut wird das Turnier in der Getec-Arena des 1. FC Kleve ausgetragen. Am Samstag spielen die U-15-Teams (von 10 bis 14 Uhr) und die U-17-Aufgebote (14 bis 19:30 Uhr) um die Trophäen. Am Sonntag messen sich dann die Frauenmannschaften von 11 bis 16:30 Uhr. Auch in diesem Jahr werden zahlreiche Spitzenteams an den Bresserberg reisen. Bei den C-Juniorinnen sind das die DJK Rhede, der SV Sonsbeck in einer Spielgemeinschaft mit dem SV Budberg und die Fohlen von Borussia Mönchengladbach, mit denen die Duvenpoll-Verantwortlichen ohnehin einen engen Austausch pflegen. In der Altersklasse der U17 sind der Regionalligist Alemannia Aachen  und die beiden Bundesligisten USV Jena und Borussia Mönchengladbach der Einladung gefolgt. „Eines ist klar: Das Turnier ist auch in diesem Jahr wieder hochkarätig besetzt“, sagt Rickes.

Das Turnier der Frauen bestreiten der Regionalligist VfL Bochum, Bezirksligist TSV Urdenbach und der Bundesligist Borussia Mönchengladbach. Das Ambiente des Supercups haben die Verantwortlichen nochmals deutlich aufgewertet. Ein Team von Kameraleuten wird das Geschehen auf dem Feld einfangen. Die teilnehmenden Mannschaften erhalten im Anschluss an das Turnier einen Datenstick mit der Aufzeichnung der sogenannten „Taktikcam“ für ihre Saisonvorbereitung. Taktische Elemente wie Laufwege, Pressinglinien und die Spieleröffnung werden auf diesen Bildern anschaulich illustriert. Auch erhalten die Protagonisten des Cups wenige Tage nach der Veranstaltung eine Aufzeichnung nach dem kultigen Sportschau-Schema „Alle Spiele - Alle Tore“. Einlaufkinder umliegender Vereine für die Auftaktspiele und die jeweiligen Finalpartien runden das Treiben auf dem Feld des FC ab. „Wir wollen, dass sich die Mädels einen Tag lang wie Profis fühlen und es ihnen an nichts fehlt“, sagt Rickes.

Parallel zum Turnier der Frauen veranstalten Rickes und Kollegen zudem ab 13:45 Uhr ein „Kämpferherzen Forum“. Bürgermeisterin Sonja Northing, DFB-Funktionärin Marianne Finke-Holtz und FVN-Vertreterin Stefanie Weide werden Vorträge über die Zukunftsaussichten des Mädchen- und Frauenfußballs halten. Christian Klein, U-17-Trainer von Borussia Mönchengladbach und Stephan Devriel als Entsandter des Kooperationspartner der Gesamtschule am Forstgarten fokussieren sich auf die Nachwuchsarbeit vor Ort.

SV Bedburg-Hau : Mönchengladbach II. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Im Anschluss treten die Experten in eine Diskussion zum Thema: „Schafft der Frauenfußball den Durchbruch oder wird er eine ewig enttäuschte Erwartung sein?“. Eines ist schon jetzt klar: Mit der diesjährigen WM dürfte ein weiterer Schritt in die richtige Richtung gemacht sein. Das dürften fünf Millionen Deutsche bezeugen.