Fußball : Der Fusionsklub auf Kurs

75 Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung des 1. FC Kleve. Hans Noy, Detlef Fischer und Ulrich Joeken rücken in den Vorstand auf.

Der 1. FC Kleve ist das Aushängeschild der hiesigen Fußballszene: Die Oberliga-Erstvertretung des Fusionsklubs vertritt die Vereinsfarben am gesamten Niederrhein. Nun lud der Vereinsvorstand um Christoph Thyssen zur Jahreshauptversammlung in die klubeigene Sportsbar. 75 Mitglieder erschienen, in bemerkenswerter Eintracht schritten die Protagonisten durch die Tagesordnung. „Wir sehen den 1. FC Kleve auf einem guten Weg. Die Mitgliederzahl ist im vergangenen Jahr gewachsen, die erste Mannschaft ist in der Oberliga angekommen“, erklärte Christoph Thyssen, der seit 2011 an der Spitze der Rot-Blauen steht. So zählen die vier Abteilungen 690 Mitglieder.

Auch finanziell scheint der FC gut aufgestellt: Einnahmen in Höhe von 310.000 Euro standen im vergangenen Jahr knapp 300.000 Euro Ausgaben gegenüber. Weiter aber steht eine Forderung der Stadt Kleve in Höhe von 158.000 Euro im Raum. Zum Hintergrund: Bei der Forderung geht es um ein Grundstück, konkreter um das Gelände zwischen Merowinger- und Stadionstraße. Hier hatte der VfB 03 Kleve einst seinen Rasenplatz, das Vereinsheim und die Umkleidekabinen errichtet. Der Verein hatte das Grundstück, das ihm 2005 von der Stadt lastenfrei übertragen worden war, beliehen. Mit diesem Betrag wurden die Gebäude errichtet. Bei einer Rückübertragung an die Stadt musste diese 158 000 Euro an die Bank zahlen und hat im Gegenzug das Grundstück inklusive vermietetem Objekt erhalten. Klar ist: Aufbringen könnte der 1. FC Kleve diesen Betrag nicht, allerdings besteht aus Sicht des Klubs auch kein Forderungsanspruch. Die Causa wird am 11. Dezember vor dem Landgericht Kleve behandelt. Zentrales Thema der Mitgliederversammlung war auch eine etwaige Überplanung des Gebäudes gegenüber der Tribüne. „Da wollen wir sehr gerne etwas dran machen, unter anderem zehn Umkleiden errichten“, erklärte Thyssen. Der Vorstand hatte das Architektenbüro Reppco beauftragt, eine erste Planung zu entwerfen. Weiteres Geld wolle der Klub nämlich nicht in die Tribüne, die der Stadt gehört, investieren (wir berichteten ausführlich). Allerdings, so erklärte Thyssen, sei das entsprechende Konzept noch nicht in trockenen Tüchern. „Wenn, dann wollen wir auch versuchen, dafür Fördertöpfe anzuzapfen“, sagte Thyssen. Er sinnierte über Baukosten in Höhe von einer halben bis eine Million.

Auf Kontinuität setzten die Mitglieder des FC bei der Wahl des Vorstands. Dieser wurde im Amt bestätigt, auf drei Positionen aber gab es Bewegung: Als Schriftführer folgt Ulrich Joeken auf Andreas Braam. Das Amt des Geschäftsführers übernimmt Detlef Fischer, fürs Sponsoring zeichnet künftig Hans Noy verantwortlich. Vorsitzender bleibt Christoph Thyssen, ihm zur Seite steht Lukas Verlage. Stefan Schneiders ist Ansprechpartner für den Spielbetrieb, Ludger Ferdenhert für die Platzanlage, Sabrina Peters für die Presse. Joris Ernst kümmert sich um die Mitgliederbetreuung. „Es ist an der Spitze eines Vereins nicht immer einfach. Doch ich freue mich, mit diesem Team weiter an Visionen für den Klub zu arbeiten“, legte Thyssen dar. In der Folge berichteten die Führungsspitzen und Übungsleiter der Abteilungen von ihrer Arbeit. Umut Akpinar, Trainer des Oberliga-Aufgebots, erklärte: „Wir hatten in der letzten Saison einen relativ kleinen Kader. Was uns allerdings stark macht, ist der Zusammenhalt der Mannschaft. Priorität liegt auf dem Klassenerhalt.“ Aktuell sieht es gut aus für seine Elf: Zum Finale der Hinrunde rangieren die Rot-Blauen mit zehn Zählern Vorsprung auf einen Abstiegsplatz auf Tabellenplatz elf.

Trainer Lukas Nakielski erklärte als Vertreter der zweiten Mannschaft, dass er es als seine Aufgabe verstünde, junge Talente zu entwickeln und so für den Unterbau der ersten Mannschaft zu sorgen. Auch die Reserve befindet sich in der Bezirksliga auf Tabellenplatz elf.Noch besser sieht es bei der Drittvertretung in der Kreisliga C aus: Die Mannschaft von Dilek Özden ist der Konkurrenz als Klassenprimus längst enteilt. „Meine Jungs haben selbst ein Konzept entwickelt, wie sie in die Zukunft schreiten wollen und setzen das konsequent um“, erklärte Özden. Ähnlich positiv blickte auch Juniorenvorstand Detlev Remmers auf seine Arbeit zurück. So sei er mit den gezeigten Leistungen der Juniorenteams sehr einverstanden, zudem lobte er den „nahtlosen Übergang“ der Jugendspieler in den Seniorenbereich. Bestes Beispiele dafür: Mit dem 19-jährigen Sezai Kezer stieß erst jüngst ein beim FC ausgebildeter Kicker zur Mannschaft von Akpinar – und zeigt konstant oberligareife Vorstellungen.