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Dennis Wilson ist beim 1. FC Kleve neuer Trainer der Nachwuchs-Torhüter

Fußball : Ein Perfektionist für die Torwart-Jugend des 1. FC Kleve

Dennis Wilson ist neuer Trainer der Nachwuchs-Torhüter des 1. FC Kleve. Der 30-jährige Polizist war zuletzt bei Grün-Weiß Vernum aktiv. Am Bresserberg trifft er auf einen riesigen Talente-Pool, wie er sagt.

Am Klever Bresserberg kennt sich Dennis Wilson bestens aus. Als B-Jugendlicher war er bereits beim 1. FC Kleve unterwegs, damals als vielversprechendes Torwart-Talent. Die Veranlagung genügte schlussendlich nicht für eine höherklassige Laufbahn, doch der heute 30-Jährige ist zurück bei den Rot-Blauen. Und zwar als Coach der Keeper in der Nachwuchs-Abteilung.

„Aufgrund meiner Erfahrung weiß ich ganz genau, mit welchem Druck die Jungs umgehen müssen und welchen Ehrgeiz sie mitbringen“, sagt Dennis Wilson. Schon seit einigen Wochen ist der junge Mann für den 1. FC Kleve unterwegs, offiziell ist er aber erst ab der Rückrunde der Torwarttrainer der Klever Jugend. Bis zuletzt brachte Dennis Wilson die Torhüter von Grün-Weiß Vernum auf Kreisliga-Niveau.

Doch von seinem Heimatklub, der um den Aufstieg in die Bezirksliga kämpft, hat sich der Gelderner mittlerweile verabschiedet. „Wir bedauern natürlich, dass Dennis Wilson uns so kurzfristig verlässt, wünschen ihm jedoch für seine neuen Aufgaben beim 1. FC Kleve alles Gute und bedanken uns für die sehr gute Zusammenarbeit der letzten Jahre“, sagt der Vernumer Senioren-Obmann Mark van Heekeren, der nun einen neuen Torwart-Coach sucht.

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Im Jahr 2016 hatte Dennis Wilson beim A-Ligisten begonnen, nachdem er einige Jahre lang dem Fußball ferngeblieben war. Schon früh hatte er die Fußballhandschuhe beiseite gelegt. Damals wollte er sich auf seine Ausbildung zum Polizisten fokussieren. „Mit 19 Jahren bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass das Verletzungsrisiko und der Zeitaufwand im Fußball einfach zu hoch sind“, sagt Dennis Wilson. Nach langer Abstinenz kehrte der Gelderner jedoch zurück und sammelte sogar wieder einige Minuten zwischen den Pfosten. Dennis Wilson war ein sicherer Rückhalt für seine Mannschaft. Nur war er selbst nicht zufrieden, wie er sagt.

„Das Trainer-Dasein reizte mich einfach mehr. Mit anderen daran zu arbeiten, dass sie es bis ans Leistungslimit und darüber hinaus schaffen – das treibt mich an. Ich will mich mit den Details des Torwartspiels auseinandersetzen“, sagt Dennis Wilson. Da ist er beim Oberliga-Verein 1. FC Kleve an der richtigen Adresse, schließlich wird die Jugend am Bresserberg leistungsorientiert betreut.

Bis zuletzt zeichnete Alex Polders für die Keeper verantwortlich. Doch aus beruflichen Gründen trat er kürzer. So machte sich Jugendleiter Detlev Remmers auf die Suche nach einem Nachfolger. Dennis Wilson kam ihm in den Sinn, den er bereits als B-Junior trainiert hatte. „Wir hatten Handlungsbedarf und haben uns erst einmal orientiert. Die Gespräche mit Dennis Wilson sind dann sehr schnell sehr gut verlaufen. Immerhin kennen wir uns auch schon lange. Er ist ein Volltreffer, die Jungs arbeiten gerne mit ihm zusammen“, sagt Remmers. So ist Wilson nun Chef-Ausbilder zwischen den Pfosten.

Doch warum wollte Dennis Wilson zum 1. FC Kleve? „Der Kreis Kleve hat beim Nachwuchsfußball zwei Aushängeschilder: den 1. FC Kleve und den SV Straelen. Ein Teil dessen zu sein, macht mich durchaus stolz“, sagt der 30-Jährige.

Für seine Leidenschaft opfert der Familienvater eine Menge Zeit. Vier Mal steht er unter der Woche mindestens auf dem Fußballplatz, hinzu kommt die Anfahrt aus Geldern. „Ich habe den großen Vorteil, im Schichtdienst zu arbeiten und eine Frau zu haben, die mich bei meinem Plan voll und ganz unterstützt. Sonst wäre dieser Einsatz auch undenkbar“, sagt Dennis Wilson.

In Vernum betreute der Coach bislang die drei Senioren-Mannschaften. Der Abschied fiel ihm alles andere als leicht. „In Vernum habe ich viel gelernt. Ich kann jedem ambitionierten Torwarttrainer, der auf der Suche nach einer Herausforderung ist, den Verein ans Herz legen. Unter Trainer Sascha Heigl habe ich von Anfang an ganz viele Freiheiten und Chancen bekommen, der Austausch war großartig“, sagt Dennis Wilson.

Nun aber trägt er für deutlich mehr Mannschaften Verantwortung. Eigentlich müsste Dennis Wilson gleichzeitig an mehreren Orten und bei mehreren Trainingseinheiten sein. Immerhin gibt es allein ab der U 12 acht Mannschaften beim 1. FC Kleve. Und einen Assistenten hat Wilson nicht. „Ich will bei allen Teams Präsenz zeigen und die Torhüter in ihrer Entwicklung voranbringen. Dafür braucht es aber eine straffe Organisation. Es ist häufig so, dass ich an einem Abend bei mehreren Mannschaften gewesen bin“, sagt er.

Alle Jungs, denen der 30-Jährige gegenübersteht, verfolgen das gleiche Ziel: ein Profi-Dasein als Torhüter. Der eine oder andere dürfte auch davon träumen, Nachfolger von Ahmet Taner zu werden, der seit Jahren Stammtorwart der Oberliga-Mannschaft des 1. FC Kleve ist.

„Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich überrascht und angetan davon bin, wie viele talentierte Torhüter im Verein unterwegs sind. Da haben wir einen richtigen Talente-Pool“, sagt Dennis Wilson.

Vor einigen Jahren brachte die Jugend-Abteilung Bjarne Janßen hervor, der nun Ersatztorwart bei den Senioren ist. Und auch der 19-jährige Jonas Holzum sammelte unter Trainer Umut Akpinar im vergangenen Jahr bereits Oberliga-Minuten.

Das Vorbild von Dennis Wilson war früher übrigens der „Titan“ Oliver Kahn. Heute schwärmt er von anderen Weltstars. „Der Fußball hat sich enorm weiterentwickelt, und damit natürlich auch das Torwartspiel. Ich schaue Marc-André ter Stegen beim FC Barcelona zum Beispiel unglaublich gerne zu. Er ist als Torhüter wahnsinnig komplett, er könnte auch Feldspieler sein“, sagt Dennis Wilson.

Um eines Tages ein ähnlich großes Torwart-Talent auf dem Weg in den Profi-Fußball zu begleiten, drückt der 30-jährige Gelderner aktuell sogar noch die Schulbank. Den Grundlehrgang für Torwarttrainer hat er bereits absolviert, nun folgt noch der Schein für leistungsorientierte Coaches. „Ich will an meine eigenen Grenzen gehen, um junge Torhüter auf ein höheres Level zu bringen. Das treibt mich an“, sagt der 30-Jährige.