Kreissportbund: Das Sportkarussell dreht sich erfolgreich

Kreissportbund : Das Sportkarussell dreht sich erfolgreich

Im Rahmen des Sportkarussells, organisiert vom Kreissportbund Kleve, konnte einer Gruppe von Schülern der Marienschule Materborn ein breites Band an Vereinssportangeboten präsentiert werden.

Im Jahr 2019 ist OGS vielen Eltern mit Kindern im Schulalter ein Begriff. Das Konzept der „Offenen Ganztagsschule“ sieht vor, den Kindern nach der klassisch meist halbtägigen Unterrichtszeit zusätzlich ein freiwilliges Nachmittagsprogramm zu bieten. Das kann von einem warmen Mittagessen, über AG’s bis hin zur betreuten Bearbeitung der Hausaufgaben gehen. Vor allem für Kinder, bei denen beide Elternteile berufstätig sind, ist der OG sinnvoll. Im Kreis Kleve sind mittlerweile alle Grundschulen offene Ganztagsschulen – an weiterführenden Schulen findet das Konzept zunehmend Anklang.

Ein Aspekt, der bei diesem grundsätzlich sehr positiven Angebot weitestgehend auf der Strecke bleibt, ist der örtliche Vereinssport. Wenn die Kinder ihre Zeit teilweise bis spät nachmittags in der Schule verbringen, fehlt es oftmals an Zeit und Lust, anschließend noch Training oder Teamsitzung zu besuchen. In Zeiten, in denen kleine Vereine ohnehin, vor allem jedoch in der Jugendarbeit, mit sinkenden Mitgliederzahlen zu kämpfen haben, sah der Kreissportbund Kleve Handlungsbedarf und ging mit dem sogenannten „Sportkarussell“ an den Start. Das Modell Sportkarussell soll helfen, eine gelungene Kooperation zwischen Schulen und Vereinen umzusetzen. Seine Grundidee besteht darin, dass sich lokale Vereine mit ihrer Sportart am Ganztag beteiligen und ihr Engagement dort teilen. Dass Schulen aktiv den Kontakt zu Sportvereinen suchen, um ein qualifiziertes Angebot im Sportbereich zu gewährleisten, hat zwar schon vorher so stattgefunden, doch das Sportkarussell bringt Ordnung und Struktur hinzu.

Erstmalig getestet im Jahr 2017 an der Montessorischule Kleve, nahm dieses Jahr auch eine Gruppe von der Marienschule Materborn teil. Über ein Halbjahr verteilt, hatten fünf Vereine die Möglichkeit, den Kindern ihr Sportangebot zu präsentieren. Dem 1. FC Kleve (Fußball), VfL Merkur (Basketball), Ruderclub Kleve, Schachclub Turm Kleve und dem Tennisclub Reichswalde standen jeweils ein mehrwöchiger Zeitraum zur Verfügung, um im Rahmen des OG jeden Freitag zwei Stunden Einblick in ihr Vereinsleben zu gewähren. Am vergangenen Freitag, während einer kurzen Abschlussveranstaltung verschenkte Malte Seidel, Fachkraft für Jugendarbeit beim Kreissportbund und Betreuer des Projekts, T-Shirts.

Für den KSB hatte er im Vorfeld der Durchführung zwischen Schulen und Vereinen vermittelt, das Schema aufgestellt und dafür gesorgt, dass die benötigten Ressourcen zur Verfügung standen. Er selbst zog ein durchweg positives Resümee. „Das Sportkarussell ist eine wichtige und gute Geschichte. Die Vereine kommen so vermehrt an Nachwuchs und die Kinder können, begleitet von qualifizierten Fachkräften, verschiedene Bewegungssportarten kennenlernen.“

Ziel sei es, das Sportkarussell demnächst überall zu etablieren, was allerdings noch nicht problemlos umsetzbar sei. An der Marienschule sah man sich vor keine unüberwindbaren Hindernisse gestellt. Folglich ist man auch auf Seiten der Caritas, die als Träger des offenen Ganztags fungiert, überaus zufrieden. „Das Sportkarussell hat sich als gutes Rundumprojekt bewährt und es ist definitiv in unserem Interesse, dass es in irgendeiner Form weitergeführt wird“, sagt Detmar Pommering, Fachdienstleiter Schule beim Caritasverband Kleve.

Dass auch im nächsten Jahr ein Sportkarussell stattfinden wird, ist aktuell höchstwahrscheinlich. Erste Kontaktaufnahmen von Grundschulen habe es nämlich schon gegeben, so Seidel. Sollten tatsächlich weitere Schulen das Modell für gut befinden, stehen die Chancen für eine weiträumige Verwirklichung wohl alles andere als schlecht.

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