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Das sagt der Kreis Kleve/Geldern zu den DFB-Plänen für den Kinderfußball

DFB-Pläne zum Kinderfußball : Ferdinand Karos: „Wir müssen Kindern mehr bieten“

Der Vorsitzende des Jugendausschusses des Kreises Kleve/Geldern findet die Pläne des Deutschen Fußball-Bundes interessant. Sie könnten im Kreis in der kommenden Saison schon auf freiwilliger Basis starten.

Ferdinand Karos, Vorsitzender des Jugendausschusses im Kreis Kleve/Geldern, sind die Pläne des DFB für den Kinderfußball schon bei einer Veranstaltung des Verbandes Niederrhein vorgestellt worden. Die Rheinische Post sprach mit dem Kranenburger darüber.

Herr Karos, was halten Sie von Plänen des DFB?

Ferdinand Karos Ich halte sie auf jeden Fall für interessant. Die Kinder wollen heute nicht mehr einfach nur Fußball spielen. Wir müssen ihnen mehr bieten. Je umfangreicher das Angebot ist, desto einfacher wird es, Kinder und Jugendliche im Verein zu halten. Wir haben auch schon Anfragen von Klubs aus dem Kreisgebiet bekommen, die in den neuen Formen spielen wollen. Wir planen, das ab der nächsten Saison auf freiwilliger Basis anzubieten.

Was sind für Sie die Vorteile der DFB-Pläne?

Karos Der größte Vorteil ist, dass ich spielen kann – egal, wie viele Kinder ich habe. Selbst wenn es nur fünf sind, kann ich an den neuen Spielformen teilnehmen. Wichtig ist auch, dass wirklich alle Kinder zum Einsatz kommen. Der DFB hat das Feld Kinderfußball lange etwas vernachlässigt. Dann wurde auf einmal festgestellt, dass wir nur noch wenige junge Fußballer haben, die richtig dribbeln können. Jetzt soll den Kindern die Möglichkeit gegeben werden, das auszuleben. Der Kreis Kleve/Geldern wird da mitziehen, wenn das von den Vereinen gewünscht wird. Aber nicht in allen Bereichen.

In welchen Bereichen nicht?

Karos Bei den Bambini. Dort funktioniert unser derzeitiges System mit Spieletreffs gut. Da habe ich im Sommer bei einer Veranstaltung gleichzeitig 16 Mannschaften auf dem Platz, in der Halle zwölf. Diese Zahl an Teams könnte ich beim neuen System nicht halten, weil ich nicht mehr genügend Spielfelder dafür aufbauen könnte.

Wo sehen Sie noch Probleme bei der Umsetzung?

Karos Nicht alle Vereine haben die Minitore, die sie dafür brauchen. Deren Anschaffung kostet viel Geld, das nicht alle Klubs haben. Und man muss bei den Vereinen und den Trainern auch bereit sein, sich vom Erfolgsgedanken verabschieden, den wir ohnehin in den unteren Altersklassen nicht wollen. Nicht alle werden das neue System favorisieren, weil es dort keine Ergebnisse mehr gibt, an denen man irgendeine Rangfolge festmachen kann. Eine neue Sache kann man nur durchziehen, in dem man die Vereine davon überzeugt. Das war auch der Fall, als wir angefangen haben, bei den E-Junioren nur noch mit sieben und bei der D-Jugend nur mit neun Akteuren je Team zu spielen. Anfangs wurde dies kritisiert, heute nicht mehr.