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Das sagen Basketball-Trainer zum Saisonstart am 1. März

Sport in der Corona-Krise : Basketballer hoffen auf genug Zeit für die Vorbereitung

Die Pläne des Westdeutschen Verbandes, am 1. März mit der Saison zu beginnen, werden bei Trainern der Klubs aus Kleve, Goch und Emmerich auch mit einiger Skepsis betrachtet.

Der Westdeutsche Basketball-Verband hat den Vereinen eine Option für einen Saisonstart im Jahr 2021 in Aussicht gestellt (die RP berichtete). Ab dem 1. März soll in allen Senioren-Ligen des Verbandes nur noch die ursprünglich geplante Rückrunde ausgespielt werden. Lediglich in der in zwei Siebener-Staffel geteilten Landesliga-Gruppe 4, in der auch der VfL Merkur Kleve antreten soll, wird es einen neuen Spielplan geben.

Festgelegt wurde auch, dass es bei einer stattfindenden Restsaison keine Absteiger geben wird. Die Aufsteiger sollen unter den besten vier Teams einer Liga mit Halb- und Finalspielen im Hin- und Rückspielmodus ermittelt werden. Im Jugendbereich wird es nur Freundschaftspartien auf freiwilliger Basis geben. Allerdings sagt der Verband auch: „Ob der Versuch gelingt, Anfang März in die Saison zu starten, wird weiter vom Infektionsgeschehen und der politischen Reaktion darauf abhängen.“

Unterschiedliche Reaktionen zu diesem WBV-Vorhaben gibt bei den Übungsleitern der Klubs der Region. So zeigt sich Marc Goertz, Trainer des Oberliga-Aufsteigers TV Goch, doch ein wenig überrascht. „Damit hätte ich so nicht gerechnet. Jedoch habe ich Verständnis dafür, dass sich der Verband Gedanken um die Rettung der Spielzeit macht. Ob das allerdings zeitgemäß ist und wirklich gelingen kann, wage ich derzeit zu bezweifeln“, sagt Goertz.

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Zumal der Gocher Coach auch die Problematik sieht, dass man für eine vernünftige Vorbereitung auf die Saison vorher wenigsten vier Wochen Zeit haben müsste, in den Sporthallen zu trainieren. Sie müssten also Anfang Februar wieder für den Amateursport geöffnet werden. Marc Goertz hat aufgrund der aktuellen Entwicklung der Infektionszahlen allerdings erhebliche Zweifel daran, dass dieser Termin zu halten sein wird. „Natürlich wollen wir wieder trainieren und spielen. Aber die Gesundheit geht auf jeden Fall vor. Da sollten andere Bereiche vielleicht eher unterstützt werden“, sagt der Gocher Coach.

Marco Frisch, Trainer des Bezirksligisten FK Basket Emmerich, sieht gleich mehrere organisatorische Probleme auf sich zukommen. Zum einen hat der Verein die vorher geblockten Hallenzeiten an den Stadtsportbund, der in Emmerich für die Verteilung der Trainingsstunden in der Hallen verantwortlich ist, zurückgegeben. Zum anderen werden gleich mehrere Spieler seiner Mannschaft im Frühjahr das Abitur mit dem Leistungsfach Sport ablegen.

„Die Jungs werden es sich dann sicherlich gut überlegen, ob sie wirklich auch noch eine Meisterschaftsrunde spielen wollen. Und ich hätte Verständnis dafür, wenn sie dann ihre Priorität auf das Sportabitur legen würden“, sagt Frisch. Den Vorschlag des Verbandes zur Saisonplanung hält Frisch für interessant. Er glaubt jedoch angesichts der aktuellen Entwicklung der Pandemie nicht daran, dass die Spielzeit so stattfinden kann.

Positiv aufgenommen hat Ralf Daute, Trainer des Landesligisten VfL Merkur Kleve, den Vorschlag des Verbandes. „Das kann man so machen. Und noch ist es einige Zeit bis dahin“, sagt Daute. Auch eine nur sehr kurze Saisonvorbereitung sieht er nicht als großes Problem an. Natürlich wäre es, so der Übungsleiter, gut, wenn man vier Wochen Training vor der ersten Partie hätte. „Aber früher, als die Vereine noch nicht in den Sommerferien in die Hallen kamen, dauerte die Vorbereitung manchmal auch nur 14 Tage“, so Daute.

Wie es nun für die Basketball-Teams genau weitergehen wird, entscheidet sich wohl frühestens im Februar. Auch eine komplette Absage der Spielzeit halten alle drei Trainer letztendlich nicht für unmöglich.