Das Prinzip Hoffnung

Die Gocher Viktoria sitzt tief im Tabellenkeller fest. Nach dem 0:1 in Bocholt reisen die Weberstädter als krasser Außenseiter am Sonntag zum Spitzenteam Rot-Weiß Oberhausen II und hoffen auf die Überraschung (15 Uhr).

Ernüchternd fiel sie aus, die Bilanz der Gocher nach dem 0:1 im "Sechs-Punkte-Spiel" beim 1.FC Bocholt am vergangenen Sonntag. Nach engagierter erster Hälfte versetzte der Gegentreffer kurz nach der Pause die Viktoria-Akteure nahezu in eine Schockstarre, von der sie sich bis zum Schlusspfiff nicht mehr erholten. Bei allem Bemühen fehlte die Ruhe, die ordnende Hand, die Struktur im Spiel nach vorne. Es folgten 45 Minuten, die wenig Mut machten. "Das 0:1 hat eine Blockade ausgelöst bei uns. Wir haben da den Glauben an uns verloren und sind quasi in ein kollektives Koma gefallen", erklärt Trainer Thomas von Kuczkowski, der die Partie erstmal sacken lassen musste.

Auch Kapitän Stefan Osman-Reinkens fielen die Erklärungen schwer, doch angesichts der prekären Tabellensituation ist er sich in einem mit seinem Coach einig: "Jetzt sind besonders die erfahrenen Spieler gefragt. Wir müssen nun auch mal für eine Überraschung sorgen." Gelegenheit dazu gäbe es am Sonntag schon, beim Mitaufstiegsfavoriten RWO II. "Wenn wir schon gegen direkte Konkurrenten nicht punkten, müssen wir auch mal woanders etwas holen", führt von Kuczkowski aus. Gegner RWO II hält er jedoch für das individuell beste Team der Liga, bei dem die Trauben sehr hoch hängen werden. Im Hinspiel bekamen die Gocher diese individuelle Überlegenheit trotz guter eigener Vorstellung zu spüren und unterlagen mit 0:3. Doch auch der Tabellenzweite, der mit einem Sieg über die Weberstädter TuRU Düsseldorf wieder den Platz an der Sonne abjagen will, ist nicht unverwundbar. Just am letzten Wochenende kassierten die Schützlinge von Frank Kontny beim SC Kapellen-Erft mit 0:2 die dritte Saisonniederlage. Das Problem der Oberhausener war dabei das gleiche wie das der Gocher in Bocholt: "Wir hätten auch das ganze Wochenende spielen können und nicht getroffen", tadelte der RWO-Coach seine Offensive, die ansonsten mit 49 Saisontoren aber die gefährlichste der Liga ist.

Nach der Partie in Oberhausen stehen für die Gocher Richtung weisende Wochen an, gilt es mit aller Macht den Anschluss zu wahren. Die weitere sportliche Entwicklung will der Verein zunächst abwarten. "Es wäre sehr schön, wenn wir die Klasse halten könnten. Wir haben ja auch noch die Nachholspiele in der Hinterhand", sieht der Förderkreisvorsitzende Jürgen de Mür nicht so schwarz. Die konkrete Planungsaufnahme über die Saison hinaus ist für den März anvisiert. "Das hat natürlich mit unserer Tabellensituation zu tun. Wir haben ja erst zwei Spiele nach der Winterpause hinter uns und wie viele andere Vereine keine Planungssicherheit", so de Mür, der vermutlich aber so oder so um eine zweigleisige Planung nicht herumkommen wird.

(RP)