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Das Aus für die Tischtennis-Saison ist wohl besiegelt

Sport in der Corona-Krise : Die Tischtennis-Saison wird wohl abgebrochen

Der Deutsche Tischtennis-Bund beendet die Saison in den Dritten Ligen und Regionalligen, in denen die ersten beiden Damen-Teams von WRW Kleve spielen. Der Westdeutsche Verband wird diesem Beispiel sehr wahrscheinlich in einigen Tagen folgen.

Die Aushängeschilder von WRW Kleve haben bereits die Gewissheit, dass die Tischtennis-Saison 2020/2021 für sie gelaufen ist. Denn der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) hat nun mitgeteilt, dass der Spielbetrieb in der Dritten Liga, in der das erste Damen-Team von WRW aufschlägt, und in der Regionalliga, in der die zweite Klever Damen-Mannschaft spielt, wegen der Corona-Pandemie abgebrochen wird. Die Spielzeit 2020/2021 wird für ungültig erklärt. Auf- und Absteiger wird es demnach nicht geben. Die restlichen Tischtennis-Teams im Kreis Kleve werden in ein paar Tagen ebenfalls wissen, woran sie sind. Der Westdeutsche Tischtennis-Verband (WTTV) hat jetzt für Freitag, 26. Februar, seine Entscheidung über Fortsetzung oder Abbruch der Saison angekündigt.

Die Tendenz ist dabei klar. Der WTTV wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dem Entschluss folgen, den mittlerweile nicht nur der DTTB, sondern auch fünf Landesverbände getroffen haben. Sie haben die Saison beendet und annulliert. Der WTTV hatte zwar erst vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass er nach den Osterferien den letzten Versuch starten wolle, doch noch wenigstens eine Einfachrunde in den Klassen von der NRW-Liga abwärts auszutragen. „Doch die jüngsten Entwicklungen beim Deutschen Tischtennis-Bund und einigen anderen Landesverbänden zwingen uns dazu, die Dinge neu zu überdenken. Die Tendenz geht klar dahin, sich den anderen Verbänden anzuschließen. Nur müssen wir darüber noch in allen Gremien sprechen“, sagt Werner Almesberger, Vorsitzender Erwachsenensport im WTTV.

Klaus Seipold, Teammanager der WRW-Damen, begrüßt die Entscheidung des DTTB, in der Zweiten und Dritten Bundesliga sowie Regional- und Oberliga einen Schlussstrich unter die Saison zu ziehen. „Dieser Entschluss ist richtig. Und es ist für uns gut, dass er so früh getroffen wurde. Denn wir haben schon jetzt Planungssicherheit. Das ist das Beste, was der DTTB in dieser Situation machen konnte“, sagt Seipold.

Er hatte sich schon vor Wochen keine allzu großen Hoffnungen mehr gemacht, dass die Saison auf Bundesebene würde fortgesetzt werden können. „Ich hoffe, dass sich jetzt alle Landesverbände dieser Regelung anschließen, damit wir bundesweit eine einheitliche Lösung haben. Und dann hoffen wir alle, dass wir im September unter halbwegs normalen Bedingungen in die neue Spielzeit starten können“, sagt Seipold.

Der Deutsche Tischtennis-Bund hatte gleich mehrere Gründe für seinen Beschluss angeführt. Aufgrund der Verlängerung des Lockdowns halte das Präsidium eine zeitnahe Fortsetzung des Mannschaftsspielbetriebs für nicht möglich. „Es gibt zudem eine steigende Unsicherheit in der Politik und der Bevölkerung bezüglich Virusmutationen. Da die Gesundheit das höchste Gut ist, hält das Präsidium des DTTB eine Fortführung der Spielzeit zum jetzigen Zeitpunkt für nicht verantwortbar“, heißt es in dem Schreiben des Verbandes an die Vereine.

Zudem seien von den Regierungen der Länder noch keine Stufenpläne zu Lockerungen, aus denen hervorgehe, wann Hallensport wieder möglich sei, beschlossen worden. Es sei auch nicht absehbar, wann im Bundesgebiet flächendeckend wieder wettkampfmäßiger Hallensport betrieben werden könne. Außerdem sei keine Chancengleichheit gegeben. „Der Tischtennissport steht für Fairness. Für viele Sportler und Sportlerinnen war es nicht möglich, während des Lockdowns zu trainieren. Andere Sportler konnten aufgrund von Detailregelungen in Landesverordnungen aber weiter Tischtennis ausüben. Deswegen hält das Präsidium einen fairen Wettbewerb, der über Auf- und Abstieg entscheidet, nicht für möglich“, so der DTTB.

Die Spielerinnen von WRW Kleve sind zum Beispiel schon seit vier Monaten ohne Training. „Wir müssen also fast bei Null anfangen, wenn wir irgendwann wieder in die Hallen dürfen. Die eine oder andere unserer Spielerinnen hat zwar eine Tischtennisplatte im Keller stehen. Doch wenn man dort spielt, ist das kein annähernder Ersatz für ein geregeltes Training“, sagt Klaus Seipold.