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Daniel Beine, Coach von Viktoria Goch, war einmal Meister im E-Sports

Fußball : Daniel Beine – ein Meister an der Konsole

Der Trainer des Fußball-Bezirksligisten Viktoria Goch wurde vor 15 Jahren in Berlin Deutscher Meister im E-Sports. Das Hobby hat der 32-Jährige mittlerweile aufgegeben. Einige seiner Spieler aber sind an der Konsole aktiv.

Daniel Beine ist als Trainer des Fußball-Bezirksligisten Viktoria Goch ein Traumstart gelungen. Nicht nur, dass der 32-Jährige in den ersten vier Partien seiner Amtszeit ungeschlagen blieb. Beine hat gleich auch für Euphorie an der Marienwasserstraße gesorgt. Und das, obwohl er erst seit Anfang Januar Trainer der Rot-Schwarzen ist. Der Verein träumt von der Rückkehr in die Landesliga und hat seine Mannschaft für die kommende Spielzeit enorm verstärkt. Das Gesicht dieses Aufschwungs ist jedoch ohne Zweifel Übungsleiter Daniel Beine. „Die ersten Monate liefen wirklich gut. Allerdings wäre es mir natürlich deutlich lieber gewesen, wenn wir die Saison durchgespielt hätten“, sagt er. Doch die Corona-Pandemie beendete den Lauf der Gocher jäh.

In der Zwangspause hielten sich die Kicker der Viktoria zunächst individuell fit, ehe zuletzt noch einmal gemeinsam trainiert werden konnte. Beine verschickte immer wieder Trainingspläne an seine Schützlinge. Doch noch eine andere Beschäftigung rückte auch in den Fokus der Mannschaft: E-Sports, der sportliche Wettkampf im Computerspielen. „Es ist klar, dass viele der Jungs in den vergangenen Wochen einige Freizeit an der Konsole verbracht haben“, sagt Beine. So nahm ein Aufgebot der Viktoria etwa an der FuPa-FIFA-Liga teil. Im Duell mit anderen Teams vom Niederrhein überstanden die Gocher die Vorrunde, in der Zwischenrunde aber schieden sie gegen den 1. FC Mönchengladbach aus. Der Fußball-Simulator liegt in diesen von der Pandemie geprägten Wochen im Trend. Ein Trend, in dem Daniel Beine sich bestens auskennt.

Immerhin war der Mediengestalter vor 15 Jahren Deutscher Meister im E-Sports. Als 17-Jähriger machte er im Trikot des Landesligisten SV Sonsbeck mit seinen Toren auf dem Rasen auf sich aufmerksam. Doch nicht minder treffsicher präsentierte Beine sich in der FIFA-Bundesliga. „Damals habe ich viel Zeit in den E-Sports investiert, im Durchschnitt zwei Stunden am Tag“, sagt er heute. Unter dem Namen „Danielinho“ zockte er damals nicht nur in der E-Sport-Bundesliga, sondern nahm auch an der Europameisterschaft teil.

„Fußballverstand zu haben, ist das A und O, um auch an der Konsole erfolgreich sein zu können. Man muss Räume sehen, Gegenspieler stellen und Passwege erkennen können, sonst ist man chancenlos“, sagt Beine. Zudem habe er als Jugendlicher eine Menge Trainingsfleiß bewiesen, sodass er zur deutschen Elite einer aufstrebenden Szene gehörte. Damals wurde noch am PC gespielt, mittlerweile spielt sich das E-Sports-Geschehen an der Konsole ab.

Im Herbst 2006 gelang Beine dann der Coup. Bei der Deutschen Meisterschaft im CineStar-Kino im Sony-Center der Hauptstadt trumpfte der Xantener groß auf. Am Potsdamer Platz bewies er flinke Finger, keiner seiner Konkurrenten konnte ihm etwas anhaben. Beine schaffte es als Digital-Sportler ins Fernsehen, Sponsoren standen Schlange. Für den Nachwuchsfußballer war der E-Sports ein lukratives Hobby, nicht selten lobten Veranstalter hohe Preisgelder für den Turniersieg aus. „Das war eine gute Zeit. Aber irgendwann wächst man aus dem Alter heraus“, sagt Beine, der als Fußballspieler viele Jahre auch das Trikot der SV Hönnepel-Niedermörmter trug.

Mittlerweile setze er sich jedoch nur noch selten an die Konsole. „Mit Kumpels spiele ich schon einmal ab und zu, aber nicht mehr ambitioniert“, sagt Beine. Dafür würde schlichtweg die Zeit fehlen. Mit den Abwehrspielern Klaas Gerlitzki und Daniel Vogel aber gäbe es längst zwei Akteure in seiner Mannschaft, die ähnliches Talent beim Fußball-Simulator beweisen würden. „Wenn ich mit den Jungs mithalten will, muss ich mich schon reinknien“, sagt der Übungsleiter.

Ihm zu Folge könnten die FIFA-Partien zwar keine Einheit auf dem Sportplatz ersetzen. Dennoch sei es sinnvoll, wenn die Kicker ihre Freizeit auf diesem Wege vertreiben. „Schlechter werden sie dadurch auf jeden Fall nicht“, sagt Daniel Beine.

Der Viktoria-Trainer stellt sich mittlerweile darauf ein aus, dass im Amateurfußball ab September wieder um Punkte gekämpft wird. Erst einmal ist er mit seiner Mannschaft in die Sommerpause gegangen. Am 27. Juli, so ist der Plan heute, will die Viktoria mit der Vorbereitung auf die Saison beginnen, in der sie in der Bezirksliga zu einem Kandidaten auf einen Spitzenplatz gehören wird.