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Corona: 2G im Amateursport – so geht es weiter

Neue Corona-Schutzverordnung : 2G im Amateursport – so geht es weiter

Die Verbände wollen die Saison unter den neuen Regeln erst einmal fortsetzen. Doch es gibt im Fußball schon Stimmen, die eine vorzeitige Winterpause begrüßen würden. Corona-Fälle beim SV Rindern: Pokalspiel abgesagt.

Die Pandemie hat den Amateursport wieder etwas fester in ihren Klammergriff genommen, weil seit dem gestrigen Mittwoch in Nordrhein-Westfalen eine neue Corona-Schutzverordnung in Kraft getreten ist. Sicher ist, dass Sportveranstaltungen nur noch von Zuschauern besucht werden dürfen, die immunisiert sind – sprich: geimpft oder genesen. Ob das auch für die Sportler und Sportlerinnen selbst gilt oder es für eine Übergangszeit möglich ist, dass etwa ein nicht geimpfter Fußballer mitspielen darf, wenn er einen PCR-Test vorweist, darüber wurde am Mittwoch schon trefflich diskutiert. Denn die Schutzverordnung ist in diesem Punkt etwas schwammig formuliert.

Fakt ist: Der Fußball-Verband Niederrhein (FVN) geht erst einmal davon aus, dass für den Trainings- und Spielbetrieb die 2G-Regel gilt, also nur die Spieler und Spielerinnen auf den Platz dürfen, die geimpft oder genesen sind. Wolfgang Jades, Vorsitzender des Fußballausschusses im FVN, hatte schon am Dienstag erklärt, dass er von einer Impfquote von 90 bis 95 Prozent bei den Mannschaften im Verbandsgebiet ausgeht. Das sieht auch Holger Tripp, Vorsitzender des Fußballausschusses des Kreises Kleve/Geldern, so.

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Tripp und Jades sind deshalb auch davon überzeugt, dass der Spielbetrieb am Wochenende unter der 2G-Regel fortgesetzt werden kann. „Stand heute wird gespielt. Denn das Fußballspielen wurde in der neuen Schutzverordnung ja nicht verboten. Unser Plan im Kreis Kleve/Geldern ist es, wenn es erlaubt ist, bis zur Winterpause die Spieltage noch durchzuziehen, die angesetzt sind“, sagte Holger Tripp am Mittwoch.

Am heutigen Donnerstagabend findet eine Sitzung des FVN-Fußball­ausschusses statt, bei der darüber gesprochen wird, wie die neue Corona-Schutzverodnung umzusetzen ist. Den Vereinen brennen dabei einige Fragen auf den Nägeln. Zum Beispiel die, wer zu kontrollieren hat, dass alle Spieler, die bei einer Partie eingesetzt werden sollen, auch wirklich geimpft oder genesen sind.

„Ich gehe derzeit davon aus, dass dies Sache des gastgebenden Klubs ist, weil er als Hausherr dafür zu sorgen hat, dass die Regeln eingehalten werden“, sagt Tripp. Spätestens am Freitag sollen die Vereine vom Verband aber genaue Informationen erhalten. Auch soll bis dahin die Frage geklärt werden, ob ein PCR-Test es für eine Übergangsphase möglich macht, dass nicht geimpfte Kicker jetzt doch erst einmal auflaufen dürfen.

Derweil gibt es schon erste Stimmen, die befürworten, die Saison jetzt erst einmal in den Klassen wie den Landes- oder Bezirksligen zu unterbrechen, in denen bis zur Winterpause ohnehin nur noch zwei Spieltage anstehen. Schließlich sei im neuen Jahr noch genug Luft, die jetzt ausgefallenen Partien dann terminlich unterzubringen. Zudem hätten ungeimpfte Spieler und Spielerinnen so noch die Chance, sich impfen zu lassen, ohne Partien zu verpassen.

 Christian Roeskens, Trainer des SV Rindern, ist für eine vorzeitige Winterpause.
Christian Roeskens, Trainer des SV Rindern, ist für eine vorzeitige Winterpause. Foto: Markus van Offern (mvo)

Christian Roeskens, Trainer des SV Rindern, gehört aus gegebenem Anlass auch zu den Befürwortern dieser Alternative. Denn im Team des Bezirksligisten gibt es mindestens einen Corona-Fall. Bei einem geimpften Akteur, der über Symptome klagte, war der PCR-Test positiv. Zudem hatte ein weiterer ebenfalls geimpfter Spieler bei einem Schnelltest ein positives Ergebnis. Zwei weitere Akteure des Bezirksliga-Kaders, die noch nicht geimpft sind, müssen jetzt in Quarantäne.

Das für den gestrigen Mittwoch angesetzte Derby im Achtelfinale des Kreispokals beim B-Ligisten Siegfried Materborn hat der SV Rindern deshalb erst einmal abgesagt. „Ob das Spiel neu angesetzt wird, hängt jetzt auch davon ab, ob wir alle Formulare zusammenbekommen, die wir dafür benötigen. Und wenn wir es kampflos verlieren sollten, dann ist es mir eigentlich auch egal. Die Vernunft hat mir einfach gesagt, dass es falsch gewesen wäre, wenn wir diese Partie am Mittwoch bestritten hätten“, sagt Roeskens. 

Nachdenklich stimmt den Rinderner Coach dabei die Tatsache, dass geimpfte Spieler seines Teams positive Testergebnisse haben. „Das zeigt für mich nur, dass es kein hundertprozentiger Schutz vor einer Ansteckung ist, wenn jetzt beim Sport die 2G-Regel gilt. Es wird immer wieder gesagt, dass es nun auch darum geht, Kontakte zu minimieren, um die vierte Welle zu brechen. Da passt es für mich nicht ins Bild, wenn im Amateursport Fußball-Spiele vor Zuschauern stattfinden – 2G-Regel hin oder her“, so Roeskens.

Der Westdeutsche Tischtennis-Verband will die Saison erst einmal unter der 2G-Regel fortsetzen. Das hat er den Vereinen am Mittwoch mitgeteilt. In den Hallen bestand ohnehin für Zuschauer und Sportler, die nicht im Einsatz sind, schon Maskenpflicht. Klaus Seipold, Teammanager von WRW Kleve, blickt angesichts der dramatischen Entwicklung bei den Corona-Infektionen aber nicht allzu zuversichtlich nach vorne. Er hat die Befürchtung, dass die Saison erneut unterbrochen werden muss. „Denn ich glaube nicht, dass die vierte Corona-Welle so schnell gestoppt werden kann“, sagt Seipold. In Bayern, Sachsen und Thüringen musste der Spielbetrieb nicht nur im Tischtennis auch schon eingestellt werden, weil die Sporthallen dort geschlossen wurden.

Auch der Handball-Verband Niederrhein (HVN) plant erst einmal, die Spielzeit fortzusetzen. „Im Moment gibt es keine Überlegungen, die Saison zu unterbrechen. Am Wochenende wird unter 2G-Regeln gespielt“, sagt HVN-Präsident Ernst Wittgens. Der Verband wolle allerdings genau beobachten, wie der Spielbetrieb an den kommenden beiden Wochenenden ablaufe. „Anschließend werden wir die Sache neu bewerten. Das Problem bei einer aktuellen Einschätzung ist, dass wir halt nicht genau wissen, wie der Impfstatus bei den Mannschaften in unserem Verband ist“, so Wittgens.