CHIO Aachen 2019: Rebecca Verlage hat den Voltigier-Wettkampf gewonnen

Voltigieren : Voltigieren: Kleverin triumphiert beim CHIO

Rebecca Verlage hat mit dem Team Germany den Voltigier-Wettkampf im legendären Hexenkessel von Aachen gewonnen.

Beim Voltigieren muss man sich aufeinander verlassen können, so viel steht fest. Und das gleich in mehreren Beziehungen: Man braucht Vertrauen in das Pferd, in sich, in seine Teamkollegen. Der Grund: Meist turnen mehrere Sportler auf einem Pferd und präsentieren in bis zu fünf Metern Höhe akrobatische Hebefiguren. Dabei gibt es strikte Vorgaben bezüglich der zu turnenden Elemente, ihrer Reihenfolge und der optimalen Ausführung. Klassische Bewegungen aus der Pflicht sind die Mühle, die Fahne, der Grundsitz, die Schere und der sogenannte Vorwärtsschwung. „Die Kombination von Turnen, Kraft und Akrobatik macht den Reiz des Voltigierens für mich aus“, sagt die 21-jährige Rebecca Verlage.

Jahrelang ging die Kleverin für die Vereine für Voltigiersport in Kleve und Kalkar an den Start. Für ihr Studium aber zog es sie gen Köln, dort begab sie sich auf die Suche nach einem neuen Klub – und wurde in Köln-Dünnwald fündig. „Dort fühle ich mich sehr wohl und die Bedingungen sind perfekt, um Voltigier-Leistungssport zu betreiben“, sagt Verlage. Aktuell trainiere sie vier Mal in der Woche mit ihren Teamkollegen.

Von Kindesbeinen an ist sie auf dem Rücken der Pferde unterwegs, nun gelang ihr der bislang größte Erfolg ihrer Laufbahn: Beim CHIO in Aachen gewann sie mit ihrem Aufgebot des Voltigiervereins Köln-Dünnwald den Nationenpreis. „Es ist der Traum eines jeden Voltigierers, überhaupt einmal in Aachen dabei zu sein. Das ist noch besonderer als ein Championat, also eine Welt- oder Europameisterschaft. Allein die Nominierung für den CHIO ist eine riesige Ehre für mich und uns gewesen“, sagt Verlage.

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Fünf Voltigier-Mannschaften zeigten beim Nationenpreis in der Aachener Soers erst ihre sogenannten Pflichten, im Anschluss ihre Küren. Pro Team präsentierten sich nacheinander jeweils zwei Einzelvoltigierer und dann eine sechsköpfige Gruppe. Die Summe der Benotungen der drei Auftritte ergibt die entscheidende Mannschaftsnote. „Die Stimmung in Aachen war einfach unglaublich, ein echter Hexenkessel, da überall Menschen stehen und die Sportler anfeuern. Eine solche Kulisse vergisst man nie wieder“, sagt Verlage.

Durch den beinahe einwöchigen Wettbewerb dominierte das Team um Rebecca Verlage. Im Normalumlauf hatte das Team noch mit leichten Unsauberkeiten und Schwierigkeiten in der Harmonie zu kämpfen, doch es folgte eine überzeugende und souveräne Kür. Für die vierminütige Vorstellung mit dem zehnjährigen Calidor und Longenführer Patric Looser vergaben die Unparteiischen 9,053 Punkte. „Das ist im Voltigiersport schon ein echtes Ausrufezeichen, das wir das gesetzt haben“, sagt Verlage. Die Gesamtnote lautete 27,445 - an diesem Tag die Bestleistung im Nationenpreis. So gewann das Team „Germany I“ den weltbekannten CHIO, knapp vor dem zweiten deutschen Team und den drittplatzierten Österreichern. Und das mit einem noch sehr jungen Pferd: dem zehnjährigen Springpferd und Holsteiner Calidor.

Zuletzt wirkte er bei Turnieren bisweilen noch nervös, hatte Schwierigkeiten, mit größerem Publikum umzugehen. „Er war mitunter angespannt. Doch er steigerte sich im Turnier immer weiter – und das  gegen richtig starke Konkurrenz. Wir sind alle richtig stolz auf unser Pferd. Er hat im richtigen Moment eine Bestleistung gezeigt. Dass diese in ihm steckt, war uns klar“, sagt Verlage. Mit diesem krönenden Abschluss habe niemand im Team wirklich rechnen können, doch er sei das Produkt harter Arbeit, erklärt Verlage weiter. Harte Arbeit wird bekanntermaßen belohnt, Gleiches gilt für Vertrauen. Dieses war ohnehin das Erfolgsrezept des Teams um Rebecca Verlage.

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