Fechten : Charlotte in Shanghai auf der Planche

Die 12-Jährige und ihr Vater Stefan Looschelders reisen nach China.

Die Aufregung von Charlotte Looschelders ist mehr als verständlich. Die 12-jährige Schülerin des Konrad-Adenauer-Gymnasiums in Kellen tritt in wenigen Tagen einen ganz besonderen Flug an: Von Düsseldorf über München fliegt sie gemeinsam mit ihrem Vater Stefan nach Shanghai. Und das nicht etwa nur als Touristin. Im Gegenteil: Die Fechterin des VfL Merkur Kleve ist zu einem einwöchigen Trainingslager mit anschließendem Fechtturnier in der mit 26 Millionen Menschen größten Stadt Chinas eingeladen. „Dort trifft sie auf Sportlerinnen aus China, Australien, Neuseeland und den USA“, weiß Stefan Looschelders zu berichten.

Dass das Duo aus Bedburg-Hau im Reich der Mitte aufschlagen kann, hat sie Wojtek van Barneveld zu verdanken. Der Profi-Fechttrainer trainierte unter anderem einige Jahre die Merkur-Talente an der Flutstraße, ehe er vor einem Jahr das Angebot der englischen Privatschule Dulwich College in Shanghai annahm.

Der Kontakt zu Familie Looschelders brach nie ab und gipfelte jetzt mit dem Angebot, die gigantische China-Metropole zu erkunden, freiwillig zunächst auf der Planche beim Training und der „International Challenge“.

„Das ist schon alles sehr spannend“, erzählt Charlotte, die mit acht Jahren über eine Bekannte zum Fechten gekommen ist. Bis dahin war für die Familie sportlich Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach die Nummer 1, zumal Vater Stefan Vorstandsmitglied im Borussiafanclub Kleve ist. Doch seit vier Jahren dreht sich in der Familie auch einiges ums Fechten. Charlotte, die Florettfechten betreibt, trainiert zweimal in der Woche bei Merkur und zusetzlich auch zweimal in Moers beim Landesleistungsstützpunkt auf der Planche. „In erster Linie muss es Spaß machen. Das steht im Vordergrund“, betont Stefan Looschelders.

Tochter Charlotte war zuletzt recht erfolgreich. Sie gewann in Duisburg bei den NRW-Meisterschaften U 13 die Bronzemedaille. Fast noch wichtiger war der 12-Jährigen aber ein anderer Erfolg: Sie ist aktuell in ihrer Altersgruppe die Dritte der Rheinischen Rangliste und qualifizierte sich daher für die Deutschen Meisterschaften am 25. Mai in Moers. „Das war mein großes Ziel“, sagt Charlotte. 64 Teilnehmerinnen aus allen Bundesländern treten dann an. Stärken sind ihre Beinarbeit und „das Parieren klappt auch ganz gut“, sagt sie und ergänzt: „An der Schnelligkeit muss ich noch arbeiten“.

Nach den schweißtreibenden Trainingseinheiten und dem anschließenden Turnier gibt es aber auch noch Zeit, das Riesenreich zu erkunden. Gemeinsam mit Mutter Mirja und der älteren Tochter Marit, die in den Osterferien nachkommen, treten sie zu Viert eine Rundreise durch China an.