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Leichtathletik: Beus wiederholt seinen Vorjahreserfolg

Leichtathletik : Beus wiederholt seinen Vorjahreserfolg

Rückblende. Im vergangenen Jahr bei der 25. Austragung des Sylvesterlaufes war über fünf Kilometer ein junger Mann aus Bedburg-Hau an die Spitze gestürmt, den niemand auf der Rechnung hatte. Sein Name Armin Gero Beus.

Beim SV Bedburg-Bau ist er groß geworden und fand später über Leichtathletik Nütterden zum SV Sonsbeck. Dort hat er seit zwei Jahren ein sportliches Zuhause gefunden, das für seinen ausgeglichenen Charakter wie maßgeschneidert zu sein scheint. Der Sieg im vergangenen Jahr, bei dem er seine eigene Rekordmarke über fünf Kilometer auf 15:45 Minuten verbesserte, katapultierte den heute 20-Jährigen mit einem Schlag ins Blickfeld einer breiteren Öffentlichkeit. Die Bodenhaftung ist dabei nie verloren gegangen.

Von daher war es ihm gar nicht recht, dass der Veranstalter für ihn als Titelverteidiger auf der Fünf-Kilometer-Strecke die Startnummer eins reserviert hatte. "Als ich am Vorabend des Laufes von einer lockeren Trainingseinheit nach Hause kam, empfing mich mein Vater mit dieser Nachricht, die er aus dem Internet hatte", erzählt Beus, der wegen seines gerade begonnenen Studiums sein Trainingspensum, besonders die kurzen Tempoeinheiten, herunterschrauben musste. "Und dann machen die mich zur Eins", sagt Beus, der mit der Startnummernvergabe eine Erwartungshaltung verbunden sah, der er dann aber auch gerecht werden wollte.

Und als ihn beim Aufwärmen auch noch eine Frau fragte, ob er nicht der junge Mann aus der Zeitung sei, spätestens da war ihm klar, dass er als Nobody beim Sylvesterlauf in Pfalzdorf — "Für mich so etwas wie das Wimbledon für Läufer", wie Beus einmal schwärmte — nicht mehr durchgehen würde. So blieb dem Bedburg-Hauer nichts weiter übrig, als die Herausforderung anzunehmen, die sich zu einem Zweikampf mit Florian Falkenthal vom LV Marathon Kleve entwickelte. Bei 3:04 Minuten passierten beide den ersten Kilometer, in ähnlich hohem Tempo ging es weiter. Kilometer zwei, Kilometer drei — Beus und Falkenthal wichen sich nicht von der Seite.

Und als hätten die Veranstalter ein Gespür für den möglichen Ausgang des Rennens gehabt, hatten sie Falkenthal die Startnummer zwei gegeben. "Ungefähr bei der Drei-Kilometer-Marke meinte er zu mir, ich solle mein Ding machen. Er müsse abreißen lassen", berichtet Beus von der vorentscheidenden Situation im Rennen. Ab jetzt war der Bedburg-Hauer auf sich allein gestellt. Im Alleingang brachte er schließlich 15:44 Minuten ins Ziel, gewann damit zum zweiten Mal in Folge den "Fünfer" von Pfalzdorf und unterbot seine Zeit aus dem Vorjahr sogar noch um eine Sekunde.

Weit vorne platzierten sich weitere Läufer aus dem Kreisgebiet. Der Gocher Kai Schmidt wurde in 16:33 Minuten Gesamtvierter, die Kleverin Stefanie Katschak belegte in der Frauenkonkurrenz den dritten Platz (19:09), Luisa Hoenselaar aus Appeldorn wurde Sechste (20:30). Beide starten für den SV Sonsbeck und gewannen ihre Jugendklassen.

(poe)