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Bedburg-Hau: SSV Louisendorf setzt auf Kontinuität

Fußball : Heinz-Jürgen Rocker – der „ewige“ Klubchef

Der 64-Jährige ist erst der fünfte Vorsitzende des SSV Louisendorf, der vor 56 Jahren gegründet wurde. Seit 1996 leitet er die Geschicke des Vereins. „Ich bin ein Dorfkind, in Louisendorf geboren und mit dem SSV groß geworden“, sagt er.

Der kleine, aber feine Spiel- und Sportverein Louisendorf wurde am 15. Mai 1964 gegründet. Schritt für Schritt hat sich der Klub seitdem weiterentwickelt. Zunächst wurden zwei Senioren- und eine Jugendmannschaft zum Spielbetrieb angemeldet. 1966 waren die Anfänge der Turn- und Gymnastikgruppen im „Luisensaal“ der Gaststätte Hans. Zwei Jahre danach erfolgte der Bau der Turnhalle am Sportplatz, die 1991 erweitert wurde. Der SSV verschrieb sich ganz dem Breitensport und so gibt es außer Fußball noch folgende Abteilungen: Gymnastik für Jung und Alt, Tanz, Yoga, Badminton, Tischtennis, Nordic Walking, Body-Fitness sowie den Lauftreff. Alle Gruppen stehen unter fachkundiger Leitung von ausgebildeten Übungsleitern.

Bei all den Änderungen: Eine Konstante gibt es, nämlich den Vorsitzenden Heinz-Jürgen (HJ genannt) Rocker, der seit 24 Jahren an der Spitze des Vereins steht. Ende August diesen Jahres wurde er wiedergewählt, geht nun in seine 13. Amtsperiode und feiert 2021 sein 25-jähriges Amtsjubiläum. Rocker ist 64 Jahre alt, verheiratet und mehrfacher Vater.

„Ich bin ein Dorfkind, in Louisendorf geboren und mit dem SSV groß geworden“, sagt er. Mit 17 Jahren war er schon Jugendtrainer- und betreuer. Nach dem Abitur studierte er in Aachen Sport und Sozialwissenschaften auf Lehramt, schloss das Studium als examinierter Lehrer ab und erwarb nebenbei die B-Lizenz. „Ich hätte bis zur Zweiten Bundesliga trainieren können“, sagt er.

Gleichzeitig kickte Rocker als Libero in der ersten Mannschaft des SSV, die 1977 mit ihm als Kapitän in die erste Kreisklasse aufstieg. „Ich habe die Freistöße und Elfmeter getreten und so viele Tore erzielt“, sagt Rocker. Er verließ aber dann den SSV und heuerte als Trainer beim BV Sturm Wissel an. Da er keine Anstellung als Lehrer erhielt, schulte er in Hamburg zum Pharma-Referenten um. Rocker kehrte aber bald zum SSV zurück und war bei den Alten Herren aktiv.

1994 zog er in die direkt am Sportplatz gelegene Hausmeisterwohnung ein. Zuerst zur Miete, später kaufte er die Immobilie. „So hatte ich immer einen Blick auf den Trainings- sowie Spielbetrieb der einzelnen Mannschaften“, sagt er heute. Alsbald begann auch seine Karriere als Vereinsfunktionär. Er wurde erst zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt und war zudem Coach der ersten Mannschaft, der 1994 der Wiederaufstieg in die B-Liga gelang. Zwei Jahre später hörte der damalige Vorsitzende Willy Lange auf. „Wir haben überlegt, du machst den ersten Vorsitzenden“, so die Ansage des ehemaligen SSV-Vorstandes.

„Sie haben mich zwar überrumpelt, aber ich habe sofort zugesagt“, sagt Rocker. Nach ungefähr einem Jahr hatte er die Sache im Griff. „Für mich war es von Anfang an wichtig, gewisse Standards und Regeln zu leben und vorzugeben. So kannte ich es aus meinen Beruf, dass es mit Teamgeist immer am Besten klappt. Diese gelenkte Eigenständigkeit bei fünf Vorstandsmitgliedern führt immer ins Ziel bei Entscheidungen für den Verein“, so der 64-Jährige.

Um mehr Geld für die Vereinskasse zu generieren, führte Heinz-Jürgen Rocker die Bandenwerbung ein. Unter seiner Regie feierte der SSV Louisendorf das 40-jährige Jubiläum. Damals kam die Traditionself des FC Schalke vorbei. Der neue, schöne SSV-Treff wurde eingeweiht, in dem die Geselligkeit nicht zu kurz kommt. Das 50-jährige Jubiläum im Jahr 2014 war für ihn ein emotionaler Höhepunkt in seiner bisherigen Laufbahn als Vorsitzender. „Die Eigenleistung der Mitglieder ist ein besonderes Merkmal im SSV. Es packen unheimlich viele mit an“, sagt Rocker.

„Seit über 25 Jahren gibt es immer am letzten Montag der Monate Februar, April, August und November unsere erweiterten Vorstandssitzungen, bei denen die Obleute oder Trainer aller Gruppen ihre Anliegen vortragen können“, so der SSV-Chef.

Im Vorstand ist durch neue, junge Mitglieder mittlerweile eine neue Energie entstanden. Das Gleiche gilt auch für die erste Fußball-Mannschaft, zu der 20 neue Spieler dazu gestoßen sind. So hofft Rocker auf eine positive Zukunft des Vereins. Zur Gemeindeverwaltung Bedburg-Hau unterhält der SSV übrigens auch ein gutes Verhältnis. „Die Zusammenarbeit ist vorzüglich“, so Rocker.

Ohne seine Frau Stefanie wäre Heinz-Jürgen Rocker aber wohl auch nicht in der Lage, soviel für den SSV Louisendorf zu tun. „Sie hat mir trotz kleiner Kinder immer Rückhalt gegeben und mir den Rücken freigehalten. Sie ist ständig aktiv als hervorragende Tanzlehrerin dabei und hat zwei Gruppen aufgebaut“, sagt der 64-Jährige.