Basketball Basketball: Dämpfer für Merkur Kleve

Kleve · Sie führten nach vier Spielminuten 10:0. Sie lagen zur Halbzeit mit drei Punkten vorne. Sie hatten den Sieg in der Hand, als Niklas Lange 5 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit beim Stande von 55:55 zum Korb zog und frei zum Schuss kam - doch der Wurf versprang. Und so standen die Basketballer des VfL Merkur Kleve nach dem Spitzenspiel gegen den BC St. Tönis nach dem Ende der fünfminütigen Verlängerung mit hängenden Schultern und leeren Händen da: 65:73 ging die Partie des Ersten gegen den Dritten verloren - eine Niederlage, die den Aufstiegsambitionen der in dieser Saison erfolgsverwöhnten Klever einen empfindlichen Dämpfer verpasste.

VfL-Coach Ralf Daute musste auf seinen Center Kevin Pitzner verzichten, konnte dafür aber endlich wieder auf die gefürchtete Allzweckwaffe Danny Jazmati sowie auf Routinier Martin Willemsen zurückgreifen. Zu Beginn der Partie vor rund 50 Zuschauern spielte das Gastgeberteam in der Halle des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums wie entfesselt auf: Schnelle Punkte durch Willemsen, Jazmati und Coenen sicherten der Merkur-Fünf einen deutlichen Vorsprung, der bis zum Ende des Viertels Bestand hatte (18:10). Im zweiten Viertel geriet die Klever Angriffsmaschinerie allerdings ins Stocken; ganze acht Punkte gelang dem Team, so dass beim Stande von 26:23 die Seiten gewechselt wurden.

Im dritten Spielabschnitt bekam Merkur die Partie wieder in den Griff. Zur Hälfte des Viertels hatte der Gastgeber die Führung wieder auf acht Punkte ausgebaut. Beim Stande von 41:34 ging es dann ins Schlussviertel. Bis dahin waren die Zuschauer bereits in den Genuss einer intensiven, kampfbetonten und packenden Begegnung bekommen - nun kamen auch noch Hektik und Drama hinzu, zwei Zutaten, die den Klevern nicht gut bekommen sollten.

St. Tönis gelangen in diesen 10 Minuten 20 Punkte - rund doppelt soviel wie in den drei Spielabschnitten zuvor. Acht Punkte davon holten sie sich an der Linie ab, unter anderem einen durch ein technisches Foul 90 Sekunden vor dem Ende der Partie. Neun Punkte wurden durch drei verwandelte Dreier erzielt. In den 30 Minuten davor hatten die Gäste insgesamt nur zweimal aus der Distanz eingenetzt. Das reichte, um den Klevern das Wasser abzugraben. In der Verlängerung war es erneut eine Kombination aus zwei Dreiern und zwei erfolgreichen Freiwürfen, die dazu führte, dass Kleve bereits nach anderthalb Minuten der fünfminütigen Extrazeit aussichtslos mit acht Punkten zurücklag. "Dieses Spiel hätte niemals - ich wiederhole: niemals - in die Verlängerung gehen dürfen", so ein sichtlich enttäuschter Spielertrainer Ralf Daute nach der Schlusssirene. "Aber zum Glück gibt es ja noch ein Rückspiel." VfL Merkur Kleve: Kerenker, Gergerdt (3 Punkte), Späth (4), Coenen (10), Hoffmann, Lange (2), Willemsen (17), Daute (1), Kalkes (3), Jazmati (19), Terfurth (2), Kacar (4).

(RP)