Basektball-Landesliga: TV Goch noch im Aufstiegsrennen.

Basketball : Der Gocher Überflieger

Seit Jahren ist Marc Goertz eine feste Größe bei den Basketballern des TV Goch. Doch nicht allein hier. Der 33-Jährige zählt in der Landesliga zu den überragenden Spielern.

Am letzten Spieltag des Jahres  siegte der TV Goch in der Basketball-Landesliga der Herren gegen die TG Düsseldorf II. Im  Spitzenspiel lagen die Weberstädter mit 77:65-Punkten vorn. Sonst einer der Aktivposten des TVG, konnte Marc Goertz (33) diesmal nicht aktiv in die Partie eingreifen. Der Routinier war durch eine schwere Erkältung zum Zusehen verdonnert. Doch Gochs Spielertrainer Heiner Eling fand eine neue Aufgabe für den Flügelspieler. Anstelle von Eling übernahm Goertz das Coaching an der Seitenlinie. „Das war eine völlig ungewohnte Situation für mich. Aber am Ende haben wir es zusammen sehr gut hinbekommen“, freute der „Aushilfs-Trainer“. Doch liegen die Stärken von Goertz, der verheiratet ist und Vater eines dreijährigen Sohns, immer noch auf dem Feld. Denn in der Landesliga gehört er zu den überragenden Spielern. Problemlos könnte der Mann auf der Flügelposition noch einige Etagen höher spielen.

Für einen Basketballer begann Goertz ungewohnt spät zu spielen. Erst mit 17 Jahren kam zu dem Sport. Sein Bruder Andre, der bis zur abgelaufenen Spielzeit ebenfalls beim TV Goch aktiv war, nahm ihn mit. „Ich habe vorher Fußball gespielt. Doch dann hat Andre mich mit zu einem Freiplatz in Uedem genommen, in erster Linie wohl wegen meiner Größe. Dort habe ich mich mit dem Virus Basketball infiziert“, beschreibt der gelernte Landschaftsgärtner seine ersten Schritte hin zum 3,05 Meter hoch hängenden Korb.

Über Freunde führte sein Weg zum TV Goch, wo er fester Bestandteil der ersten Mannschaft ist. Allerdings gab es drei Spielzeiten, in denen er nicht für die Weberstädter auf Korbjagd ging. Für zwei Jahre folgte er dem Ruf des TV Willich, der seinerzeit unter dem Namen Willich Wildcats von einer der schillerndsten Persönlichkeiten des Basketballs im Westdeutschen Basketballverband trainiert und auch finanziert wurde. Der aus Krefeld stammende Hartmut Oehmen, der zuvor die Krefeld Panthers von der Kreisliga in die 2. Bundesliga geführt und nun in Willich Verantwortung übernommen hatte, lockte Goertz für zwei Spielzeiten nach Willich. Dort ging er in der Oberliga- und 2. Regionalliga auf Korb- und Punktejagd. „Am Ende war die Fahrerei einfach zu stressig“, begründete Goertz seinen Abschied. Das dritte „Sabbatjahr“ vom TV Goch war das Geburtsjahr seines Sohnes. „Damals bin ich ausschließlich für meine Frau dagewesen“, sagt er. Doch dann lockten ihn Mohammed Fateh und einige alte Weggefährten wieder in die Gocher Halle.

„Ich bin verrückt nach Basketball und informiere mich noch heute vor jeder Partie über unseren Gegner im Internet. Versuche alles über ihn herauszufinden. Mein Ehrgeiz beschränkt sich eben nicht allein darauf, was auf dem Feld passiert. Manchmal stehe ich in der Nacht auf, um mir Spiele der NBA (amerikanische Basketballprofiliga) anzusehen“, erklärt Goertz, der im Laufe einen Reifeprozess durchlebt hat. „Mit Mitte zwanzig wollte ich beim Rückstand alles ganz alleine korrigieren. Heute weiß ich, dass es nicht funktioniert. Gerade in unserer jetzigen Mannschaft steckt enormes Potential.“ Und damit nennt er auch den Hauptgrund, warum er auch in dieser Saison weiter aktiv ist. Nach Ablauf der vergangenen Spielzeit hatte sich die Freude am Basketball eingetrübt. Die dünne Spielerdecke des TV war der Hauptgrund. „Es macht wenig Spass, wenn beim Training nur vier Leute stehen. Doch als drei Spieler aus Emmerich sowie weitere Zugänge kamen, habe ich zugesagt. Und das war die richtige Entscheidung. Denn die Neuen sind sowohl sportlich, als auch menschlich absolute Volltreffer. Mit diesem Team können wir noch einiges erreichen, wenn wir noch besser zusammenwachsen“, freut sich Goertz auf den weiteren Verlauf der Saison, die trotz zwei Niederlagen noch lange nicht gelaufen sei.

Neben dem sehr dynamischen und schnellen Basketballsport hat Goertz ein Hobby, dass man ihm auf den ersten Blick nicht zugetraut: das Golfspielen. Wie er dazu kam, ist eigentlich einfach erklärt. „Ich habe vor Jahren eine berufliche Fortbildung zum Greenkeeper gemacht und zunächst in Moyland gearbeitet und bin nun seit drei Jahren im Golfclub Hünxerwald beschäftigt. Da bleibt es nicht aus, sich damit zu beschäftigen. Im vergangenen Jahr habe ich mein Handicap deutlich verbessert und auch Turniere gespielt.“ Mit 60 werde er nicht mehr in der Halle stehen und Basketball spielen, so Goertz. Doch zunächst dürfen sich die Gocher Korbjäger noch auf den aktiven Basketballer freuen. Dem Mann, der in dieser Liga, zu den Überfliegern zählt.

Mehr von RP ONLINE