Aussetzer verschärft die Lage

Mit den Gedanken noch in der Kabine kassiert die Gocher Viktoria unmittelbar nach der Pause das entscheidende 0:1 beim 1.FC Bocholt. Erschreckend schwache folgende 45 Minuten geben kaum Anlass zur Hoffnung im Abstiegskampf.

Die Situation der Gocher Viktoria im Abstiegskampf wird zunehmend brenzliger. Im so wichtigen Duell bei einem der direkten Konkurrenten im Abstiegskampf, dem 1.FC Bocholt, zeigten die Weberstädter nur in den ersten 45 Minuten gute Ansätze, bekamen dann aber ein schnelles Gegentor und ließen in der Folge jegliche Struktur vermissen. Am Ende stand ein bitteres 0:1 zu Buche. Einmal mehr war die Offensive ein einziges Bild von Harmlosigkeit. So dürfte das Ziel Klassenerhalt kaum zu erreichen sein. Ein bedienter Viktoria-Trainer Thomas von Kuczkowski überließ seinem Kapitän Stefan Osman-Reinkens nach der Partie das Reden. "Wir sind eigentlich ganz gut ins Spiel gekommen und wollten die zweite Hälfte genauso wachsam angehen. Dann fiel aber sofort dieses 0:1 und alles ist wie ein Kartenhaus zusammengefallen", analysierte dieser ernüchtert und rang nach Erklärungen: "Wir Spieler wissen um die Situation, aber wir müssen uns davon frei machen. Da sind die erfahrenen Akteure besonders gefragt."Dabei schienen die Aussichten der Gocher auf Zählbares zunächst nicht so schlecht, denn auch die Gastgeber ohne ihren verletzten Spielertrainer Sebastian Eul zeigten sich sehr verunsichert. Die engagierten Gocher setzten erste Akzente, es fehlte jedoch die letzte Durchschlagskraft. Stefan Linser wurde geblockt (17.), Tim Haal traf den Ball nicht richtig, Pierre Wetzels´ Kopfball folg über das Gehäuse (28.). Den Gastgebern fehlten die Ideen. Erst ein Stellungsfehler offerierte ihnen die erste Großchance der Partie. Bennies zielte zwar überhastet drüber (33.), aber seine Elf kam nun besser ins Spiel. Die Pausenführung wäre dennoch fast noch an die Gocher gegangen: Ladermann lenkte Stefan Osman-Reinkens´ Schuss aus Halbposition gerade noch zur Ecke (45.). Thomas von Kuczkowski brachte dann Milan Dehnen für Gerrit Lange. Dieser Wechsel zeigte jedoch keine Wirkung. Lange wirkte ohne jede Bindung zum Spiel, Dehnen machte es nicht besser. Sebastian Eul auf der Gegenseite hatte das glücklichere Händchen. Er schickte Vaccarello aufs Feld, der die Offensive belebte und keine sechzig Sekunden nach der Pause den Gocher Tiefschlaf zu einem Pass auf Bennies nutzte, der dem einschussbereiten Tim Elsinghorst das 1:0 servierte (46.).

Bocholt bekam in der Folge Oberwasser, allerdings ohne groß zu glänzen. Bennies verpasste die mögliche Vorentscheidung (55.). Ansonsten wurden die Konter schlampig ausgespielt. Der Sieg geriet jedoch nie mehr in Gefahr, denn die Gocher kamen zu keiner einzigen echten Torchance mehr im zweiten Durchgang. Stefan Osman-Reinkens´ Faller über die eigenen Beine hatte Symbolcharakter (64.).

(RP)
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