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Abwehrchef Nedzad Dragovic ist der Fels in der Brandung des 1. FC Kleve

Fußball-Oberliga : „Wir dürfen uns nicht blenden lassen“

Der 36-jährige Innenverteidiger spricht vor dem Spiel gegen die SSVg. Velbert über den Saisonstart des Oberligisten 1. FC Kleve und seine Karriereplanung.

Für den Fußball-Oberligisten 1. FC Kleve ist Nedzad Dragovic gewissermaßen der Fels in der Brandung. Der 36-jährige Abwehrchef kickt seit dem Sommer 2017 am Bresserberg – und gibt der Mannschaft von Trainer Umut Akpinar mit seiner sportlichen Klasse, seinem taktischen Geschick und seiner menschlichen Präsenz Halt. Wir sprachen mit dem Bosnier, der früher bei der SV Hönnepel-Niedermörmter, dem VfB Homberg und dem SV Straelen aktiv war, vor der Heimpartie (Sonntag, 15 Uhr) gegen die Sport- und Spielvereinigung Velbert.

Herr Dragovic, wie blicken Sie auf den Saisonstart zurück?

Nedzad Dragovic Wir können wirklich zufrieden sein. Zum Auftakt haben wir gegen Meerbusch drei Punkte geholt. Da haben wir in der ersten Halbzeit noch Probleme gehabt, danach wurde es aber deutlich besser. Dass wir dann auch gegen Bocholt einen Punkt holen würden, war nicht eingeplant. Wir haben bewiesen, dass wir es mit Kampfeswille und dem schnellen Umschaltspiel jeder Mannschaft schwer machen können – auch wenn wir am Ende gegen Bocholt schon ein wenig Glück hatten. Sie haben uns in den letzten 20 Minuten stark in unsere eigene Hälfte gedrückt.

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Hat sich der 1. FC Kleve in diesem Sommer mit Spielern wie Danny Rankl, Kisolo Deo Biskup oder Maxwell Bimpeh verstärkt?

Dragovic Auf jeden Fall bereichern uns die Jungs. Es ist schade, dass Danny Rankl verletzungsbedingt noch nicht spielen konnte. Aber er wird seine Tore machen. Kisolo Deo Biskup hat gegen Bocholt bewiesen, wie wertvoll er sein kann. Und Maxwell Bimpeh wird noch eine ganz wichtige Rolle für unsere Mannschaft spielen. Und zwar gerade mit Blick darauf, wie lange die Saison dauern wird.

Im vergangenen Jahr haben Sie einmal gesagt, wenn Sie morgens aufstehen, müssten Sie erst einmal alles ölen. Wie geht es Ihnen heute körperlich?

Dragovic Ich werde nicht jünger, daher hat sich das kaum verändert. Der Körper tut schon häufig weh, die vielen Spiele zehren an dir. Nach der intensiven Partie gegen Bocholt am vergangenen Wochenende war ich körperlich und geistig wirklich auf. Gerade mit Blick auf meinen Körper gehe ich daher auch davon aus, dass es mein letztes Jahr der Karriere wird. Man darf niemals nie sagen, aber Stand jetzt höre ich nach der Saison auf.

Sie haben jahrelang mit Sebastian van Brakel beim 1. FC Kleve und in der Innenverteidigung zusammengespielt. Er hat den Klub nun gen SGE Bedburg-Hau verlassen. Wie sehr vermissen Sie ihn?

Dragovic Basti ist wirklich ein richtig guter Typ, mit dem ich viele Spiele gemacht habe. Der Aufwand für die Oberliga ist extrem hoch. Daher verstehe ich seinen Schritt in die Landesliga. Dennoch hätte ich ihn natürlich gerne weiter bei uns im Team gesehen.

Ihr Trainer Umut Akpinar erklärte im Vorfeld der Saison, die Liga habe sich im Sommer nochmals verstärkt. Würden Sie das unterschreiben?

Dragovic Absolut. Viele Mannschaften haben sich noch einmal ordentlich verbessert, die Unterschiede zwischen den Teams sind nicht so groß. Mit dem 1. FC Bocholt, der SSVg. Velbert und Essen-Schonnebeck gibt es für mich drei Top-Teams, die am Ende das Rennen um den Aufstieg unter sich ausmachen dürften.

Wohin soll die Reise für den 1. FC Kleve gehen?

Dragovic Das ist schwer zu sagen. Die vergangene Saison haben wir auf Platz fünf abgeschlossen. Davon dürfen wir uns aber auf keinen Fall blenden lassen. Davor warne ich. Es wird nicht einfach. Wir wollen auch in diesem Jahr nichts mit ganz unten zu tun haben. Wenn wir uns dann irgendwo zwischen Platz fünf und zehn einpendeln, können wir sehr zufrieden sein.

Wie stark ist der kommende Gegner, die Sport- und Spielvereinigung Velbert?

Dragovic Velbert ist individuell ähnlich stark einzuschätzen wie der 1. FC Bocholt. Die ersten beiden Spiele haben sie sehr souverän gewonnen, daher wird das eine harte Nuss für uns. Aber es sollte auch klar sein: Wir dürften für Velbert ebenfalls nicht so einfach zu schlagen sein.