Fußball: Abstieg einigermaßen gut abgefedert

Fußball : Abstieg einigermaßen gut abgefedert

Nach dem radikalen Neuaufbau befindet sich der Fußball-Bezirksligist SV Viktoria Goch mitten im Entwicklungsprozess. Das Fazit zur Winterpause fällt gemischt aus. Auf eine viel versprechende Anfangsphase folgte eine Niederlagenserie.

Blickt man auf die Ergebnisse der Viktoria-Fußballer nach dem Neustart in der Bezirksliga, so fällt eine klare Zweiteilung auf. Es begann mit einer nach der Umstrukturierung fast schon unerwartet starken Einstiegsphase. Nur eine Niederlage in den ersten zehn Partien ließ das anvisierte Saisonziel einer Platzierung im Vorderfeld der Bezirksliga zunächst mehr als realistisch erscheinen. Von personellen Problemen gerade auch im Bereich der wenigen Führungskräfte geplagt, folgte jedoch eine ernüchternde Serie mit sieben Niederlagen.

Immerhin konnten die Fußballer aus der Weberstadt den Abwärtstrend mit vier Punkten aus den letzten beiden Begegnungen vor der Winterpause beenden und sich somit wieder sechs Punkte von der Abstiegsregion entfernen. "Die Punkte haben uns gut getan und brauchten wir unbedingt, damit wir in Ruhe im neuen Jahr mit unserer jungen Mannschaft weiterarbeiten können", zeigt sich Viktoria-Coach Jan Kilkens erleichtert.

Ein paar Zähler mehr hätte der Niederländer schon gerne auf dem Punktekonto gehabt, sieht seine Elf aber insgesamt auf einem guten Weg: "Wir haben einige Spiele sehr unglücklich verloren, umgekehrt aber eigentlich keine Spiele glücklich gewonnen. Das hat uns schon sieben, acht Punkte gekostet. Bis auf die Spiele in Pfalzdorf, Bislich und beim MSV Moers war unser Fußball eigentlich immer ganz gut", hadert Kilkens vorwiegend mit den enttäuschenden Vorstellungen bei den Teams aus der unteren Tabellenregion. "Mit der Entwicklung unserer jungen Spieler bin ich aber absolut zufrieden. Ich glaube, dass noch einiges an Potential in unserem Team steckt", sagt Kilkens und hofft darauf, das bereits in der Rückrunde weiter wecken zu können.

Der komplett neu formierte Spielerkader fügte sich zu Saisonbeginn erstaunlich schnell in eine gut funktionierende Einheit. Mit erfrischendem Offensivstil wussten die Gocher zu überzeugen, spielten lediglich trotz klarer spielerischer Vorteile zu oft nur Remis. Dem Traumstart gegen SV Haldern (6:0) folgten Siege gegen SV Hönnepel/Niedermörmter II (3:1) und FC Moers-Meerfeld (2:1) sowie Auswärtserfolge beim RSV Praest (3:2) und in Walbeck (2:0).

Nicht von ungefähr gingen die Schwarz-Roten als starker Tabellenvierter nach zehn Spieltagen in die Partie gegen den damaligen Spitzenreiter Fichte Lintfort. Einzig der Liga-Topfavorit SV Scherpenberg hatte den Gochern mit 1:2 im Hubert-Houben-Stadion bis dahin eine Niederlage beibringen können. Doch das unglückliche 0:1 gegen Lintfort sollte einen Wendepunkt markieren, auch wegen des Platzverweises von Kay Tassenaar. Die folgende Sperre des Abwehrorganisators und das zusätzliche seit dem zehnten Spieltag andauernde verletzungsbedingte Fehlen des erfahrenen Pierre Wetzels konnte das junge Gocher Team mit seiner geringen Kadertiefe nicht adäquat auffangen. Die wenigen verbliebenen Stützen erwiesen sich nicht als tragfähig genug, der eine oder andere Youngster noch nicht weit genug für den nächsten Schritt. "Sperren und Verletzungen haben uns da in Probleme gebracht. Hinzu kam, dass einige Spieler auch im Training nicht vollumfänglich zur Verfügung standen", skizziert Kilkens die Ursachen für die Talfahrt.

Die Viktoria schlitterte in eine ausgewachsene Negativserie mit sieben Niederlagen in Folge und den Tiefpunkten beim SV Bislich (0:3) und beim MSV Moers (2:4). Plötzlich kamen die Abstiegsplätze gefährlich nahe. Immer wieder kassierten die Kilkens-Schützlinge zu leichte Gegentore. Umso wichtiger war es, dass den Weberstädtern mit dem vorgezogenen Rückrundenauftakt in Haldern (4:4) und gegen GSV Geldern (3:1) wieder die Wende zum Positiven gelang. "Ich denke, dass wir zur Rückrunde personell wieder besser aufgestellt sind und noch enorme Entwicklungssprünge bei unseren Spielern möglich sind", sagt Trainer Kilkens. Vor der Rückserie ist ihm deshalb nicht bange.

(RP)
Mehr von RP ONLINE