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Lokalsport: 50 Jahre Kampfkunst in Kleve

Lokalsport : 50 Jahre Kampfkunst in Kleve

Seit einem halben Jahrhundert gibt es den "Budo Sport-verein Roter Drache Kleve". Hermann und Gertrud Scholz gründeten den Klub, in dem man mehrere asiatische Kampfsportarten lernen kann.

Der Begriff Budo stammt aus dem japanischen und ist der Oberbegriff für alle japanischen Kampfkünste. Im Jahr 1967 gründeten Hermann und Gertrud Scholz den "Budo Sportverein Roter Drache Kleve" der dadurch in 2017 auf sein 50-jähriges Bestehen zurückblicken kann und zu den ältesten Kampfsportvereinen am Niederrhein zählt.

Shaolin Kempo ist nur eine der Kampfsportarten, die beim Roten Drachen angeboten wird. Foto: Markus van Offern

Neben dem Judo, dass mittlerweile weltweit von rund zehn Millionen Menschen in etwa 150 Ländern betrieben wird und somit die weit verbreitetste Kampfsportart der Welt ist, bot Hermann Scholz auch Shaolin Kempo an. Denn der Vereinsgründer gehörte zu den ersten deutschen Schülern des Shaolin Kempo-Stilbegründers Prof. Dr. Phil. Dr. T.C.M. Sifu Tze Prinz Dschero Khan, der durch die Annahme der niederländischen Staatsbürgerschaft Tze-Gerald Karel Meijers heißt und seit 1950 in den Niederlanden lebt.

Im Laufe der Jahre wechselten die Angebote unter dem Dach des Budo Sportvereins Roter Drache. Kendo, die moderne Form des japanischen Schwertkampfes in den Anfangsjahren ebenfalls durch Hermann Scholz angeboten ist nicht mehr dabei.

Aktuell sind vier Kampfsportarten unter dem Dach des BSV vereint: Judo, Shaolin Kempo, Kempo-Jitsu/Dju-Su sowie Tai Chi. Die mitgliederstärkste Abteilung stellt derzeit, bei rund 60 Vereinsmitgliedern im Alter zwischen fünf und 80 Jahren, die Shaolin Kempo-Abteilung. Sie wird von Heinz-Jürgen Naß geleitet, der 1984 zum Budosportverein fand und seit 1985 Mitglied des ist. Der 54-Jährige ist Träger des 6. DAN, also des 6. Meistergrades im Shaolin Kempo und des 1. DAN im Ju Jutsu. Zudem ist er auf Verbandsebene in mehreren Funktionen aktiv. Verantwortliche Abteilungsleiterin im Dju-Su ist Dan-Trägerin Britta Tiggelkamp. Neben ihrer aktuellen Trainertätigkeit wird sie ab Mai auch an einem Lehrgang des Landessportbundes teilnehmen, nach dessen Abschluss sie, ebenfalls unter dem Dach des Budo Sportvereins, Kurse zur "Selbstbehauptung von Mädchen und Frauen" anbieten wird. Das Training der Judoabteilung, die im Moment nur aus Kindern und Jugendlichen besteht, leitet Johannes Hendricks, der den 1.Kyu trägt. "Derzeit planen wir die Kinder, so sie die Gürtelreife dafür erlangt haben, auch an Wettkämpfen teilnehmen zu lassen, da dieser Wunsch von den Aktiven an uns herangetragen wurde", so der Vorsitzende des Vereins, Dieter Staak.

Er leitet auch die jüngste Abteilung des Vereins in der Tai Chi angeboten wird. "Hier steht der gesundheitliche Aspekt natürlich im Vordergrund", so der Vorsitzende, der über die Übungsleiter C-Lizenz verfügt.

"Wir sind ein Verein, in dem die Kampfsportarten auf sehr traditionelle Art und Weise gepflegt und gelehrt werden. Viele unserer Schüler die selbst den Meistergrad erreicht haben sind in anderen Vereinen aktiv oder haben sich ihren Traum von eigenen Kampfschulen verwirklicht. Und darauf können wir auch ein Stück stolz sein", erläutert Heinz-Jürgen Naß.

Nach wie vor wird im Dojo (dem Trainingsraum für Kampfsportarten) des Vereins in der Sporthalle der Karl-Leisner-Grundschule, die seit der Gründung die Heimat des Vereins ist, großer Wert auf die Grundtugenden wie Disziplin und respektvoller Umgang miteinander gelegt. Kinder, Jugendliche und Erwachsene bekommen hier neben einer sportlichen Ausbildung auch wichtiges Rüstzeug im mentalen Bereich wie das Konzentrationsvermögen gelehrt.

"Natürlich würden wir uns mehr Mitglieder wünschen. Aber wie jeder andere Sportverein kämpfen wir gegen starke Konkurrenz im Freizeitbereich an", will der Vorsitzende des Vereins, Dieter Staak nicht klagen. "Wenn ich einen Wunsch zum 50. hätte, wäre dies ein Zuwachs im Nachwuchsbereich und ein gesponsortes Fahrzeug für die Teilnahmen an Lehrgängen und Wettkämpfen."

(RP)