5. Hallenkrach: Kämpferherzen unterliegen im Finale der "Fohlen"-Elf

Hallenfußball : Hallenkrach: Warbeyens U17-Mädels verpassen Sensation

In der Dietmar-Müller-Sporthalle sichert sich Bundesligist Borussia Mönchengladbach im Sechsmeterschießen gegen den VfR Warbeyen den Wanderpokal. Anna Klucken wird als beste Feldspielerin, Judith Thieme als stärkste Schlussfrau ausgezeichnet.

Dass namhafte Klubs wie der MSV Duisburg oder Borussia Mönchengladbach in der Region gastieren, ist eine Rarität. Zum „Hallenkrach“ der Warbeyener Kämpferherzen aber finden sich die besten Nachwuchsspielerinnen des westdeutschen Fußballzirkus in der Dietmar-Müller-Sporthalle ein. So auch in diesem Jahr zur fünften Auflage des Wettbewerbs. So viel vorneweg: In der Altersklasse U13 setzte sich Borussia Mönchengladbach, in der U15 der SC Bad Neunahr durch. Bei den ältesten Mädchen der B-Jugend behielten erneut die „Fohlen“ die Oberhand. Im Finale gewann die Borussia vom Punkt gegen die Gastgeber vom VfR Warbeyen. „Wir waren ganz nah dran am Sieg. Natürlich ist es bitter, dass es nicht geklappt hat“, sagt Übungsleiter Florian Bahl.

Für das Turnier der U17-Mädels hatten sich neben Mönchengladbach auch der MSV Duisburg, der FC Kray, VfR Warbeyen und der SV Sonsbeck angemeldet. Sonsbeck war in der Gruppenphase durchweg überfordert und hatte somit keine Chance auf den Einzug ins Halbfinale. Souveräner traten die Kämpferherzen von Trainer Florian Bahl auf. Gegen den MSV Duisburg gelang ein 3:1-Erfolg, gegen den SV Sonsbeck setzten sich die Schwarz-Weißen mit 5:0 durch. Kray verlor mit 1:3 gegen Warbeyen. Einzig der Bundesligist aus Mönchengladbach präsentierte sich in der Gruppe zu stark für die Gastgeberinnen. Sie behielten mit 1:0 die Oberhand.

Im ersten Halbfinale dann stand die Begegnung der Borussia mit dem FC Kray, im zweiten jene des VfR Warbeyen mit dem MSV Duisburg auf dem Programm.Im ersten Aufeinandertreffen dominierten die Fohlen nach Belieben und gewannen mit 2:0. Das Ergebnis hätte deutlich höher ausfallen können, vor dem Krayer Tor fehlte den Schützlingen von Trainer Christian Klein allerdings die Kaltschnäuzigkeit.

Noch spannender gestalte Warbeyen die Partie gegen den MSV Duisburg. Der VfR präsentierte sich als aktivere Mannschaft, die es verstand, über wenige Stationen in die gefährliche Zone vorzudringen. Es war ein Traumtor aus der Ferne, mit dem Anna Klucken wenige Zeigerumdrehungen vor Schluss für die Entscheidung sorgte. So war es wenig verwunderlich, dass sie im Nachgang des Turniers von den Übungsleitern einstimmig zur besten Feldspielerin gekürt würde. Klucken schien durchweg anspielbar, spielte kluge Pässe, war um keinen Torabschluss verlegen.

Im Finale also ging`s dann zwischen den seit Jahren eng zusammenarbeitenden Klubs aus Warbeyen und Mönchengladbach zur Sache. Durchaus überraschend: Das Kreisklassen-Aufgebot vom Duvenpoll übernahm das Kommando und zeigte sich über weite Strecken als die bessere Mannschaft. Christian Klein machte an der Seitenlinie immer wieder deutlich, mit der Leistung seiner Kickerinnen überhaupt nicht einverstanden zu sein.

„Das war spielerisch nicht das, was wir uns vorstellen. Da müssen wir als Bundesligist einfach dominanter auftreten“, sagte er nach dem Schlusspfiff. Zum Sieg reichte es dennoch. Nach der regulären Spielzeit stand es nämlich noch 0:0-Remis. Maßgeblich dazu beigetragen hatte auch VfR-Schlussfrau Judith Thieme, die einen Rückstand mit sehenswerten Paraden verhinderte. Folgerichtig wurde die 16-Jährige hinterher als beste Torhüterin ausgezeichnet.

Trainer Florian Bahl führte seine U17-Mädels ins Finale. Foto: Oversteegen/Maarten Oversteegen

Das Neunmeterschießen musste für die Entscheidung sorgen. Allzu treffsicher zeigten sich beide Mannschaften nicht. Schlussendlich zeigte der VfR allerdings Nerven, Gladbach triumphierte. „Als Bundesligist muss man hier gewinnen. Das ist uns gelungen“, konstatiert Klein. Allzu enttäuscht schien sein Gegenüber Florian Bahl allerdings nicht: „Wir haben uns teuer verkauft und hätten beinahe im Finale einen Bundesligisten geschlagen. Es ist bitter, dass es nicht geklappt hat. Und dennoch: Die Mädels dürfen stolz auf sich sein. Im Neunmeterschießen kann alles passieren“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion.