Triathlon: 4. Niederrhein-Triathlon feiert Teilnehmerrekord

Triathlon : 4. Niederrhein-Triathlon feiert Teilnehmerrekord

Der Weseler Duathlon-Weltmeister Sascha Hubbert siegte am Wisseler See über die Volksdistanz. Seine Zeit: 59:32 Minuten.

Auch die vierte Auflage des Niederrhein-Triathlons versprühte am Wisseler See einen Hauch von Spitzensport. Knapp 850 Sportler gingen an den Start und beeindruckten laufend, schwimmend und auf dem Rad. „Das Niveau war wieder einmal richtig hoch - sportlich wie emotional“, sagt Mitorganisator Andre Meyer vom TriFun Kleve. Für viele Teilnehmer war frühes Aufstehen unabdingbar. Die Sonne war kaum am Himmelszelt angekommen, da liefen die Nachwuchsakteure des namhaften NRW-Nachwuchscups bereits ins Wasser. In diesem hatten die Veranstalter den Regularien nach ein Verbot des Ganzkörper-Neoprenanzugs ausgesprochen. Immerhin zeigte das Wasserthermometer wohlige 24,1 Grad Celsius. Der Triathlon füllte mit seinem Programm beinahe den gesamten Sonntag - und lud mit diesem neben den Athleten auch tausende Zuschauer an das Kalkarer Gewässer. „Die Stimmung hier ist berauschend, es fehlt den Teilnehmern an absolut gar nichts. Zudem hat sich der Triathlon den familiären Charakter erhalten“, sagt Moderator Laurenz Thissen.

An zentraler Position für die Veranstalter stand die Volksdistanz. Diese beinhaltete 500 Meter Schwimmen, fünf Kilometer Laufen und weitere 21,5 Kilometer auf dem Fahrrad. Besonders komplex dabei, insbesondere für Erststarter: die Wechselzonen. Dann nämlich gilt es, sich rasch zu orientieren, den Eingang ins Wasser oder das eigene Zweirad zu finden. „Da erlebt man mitunter auch orientierungslose Momente“, sagt Markus Albrecht, der sich eines Triathlons erstmalig annahm. „Im Vorfeld ist man sicher ein wenig nervös. Ich bin der Überzeugung, dass man ohne Training besser gar nicht starten kann. Um einen Triathlon zu schaffen sollte man Sportler sein“, sagt der 19-jährige Klever weiter. Er sei sich, völlig unabhängig von der benötigten Zeit, sicher, in Zukunft häufiger an derartigen Sportgroßveranstaltungen teilnehmen zu wollen. Die Volksdistanz siegreich gestalten konnte ein großer Name der Szene: Sascha Hubbert. Der Weseler, der sich bereits Deutscher Meister im Duathlon (Laufen und Radfahren) nennen darf und in diesem Jahr auch den berüchtigten Ironman auf Hawaii anpeilt, lief nach 59:32 Minuten ins Ziel ein. Damit deklassierte er förmlich seine Konkurrenz, die mit einigen Minuten Rückstand die letzten Meter zurücklegte. Der Essener Christoph Müller (1:03:09) und der Duisburger Jonas Brokmann (1:05:13) folgten Hubbert aufs Treppchen.  Kristin Hemmers vom Tri Finish Münster war mit 1:04:56 Stunden die schnellste Frau.

Am Seitenrand bejubelten hunderte Zuschauer frenetisch die Höchstleistungen der Breiten- und Spitzensportler. Foto: Markus van Offern (mvo)

„Wir haben die Ehre, in diesem Jahr auch wieder die absoluten Superstars bei uns begrüßen zu dürfen“, sagt Moderator Thissen, der selbst auch ein bewegtes Wochenende hinter sich brachte. Am Freitag heizte er noch beim Heimatlauf in Hünxe-Drevenach ein, am Samstag zudem beim Alpener Stadtlauf. „Am Monntagmorgen wird meine Stimme wirklich aufgebraucht sein. Und das, obwohl meine Frau da Geburtstag hat“, sagt die Legende des Laufsports. Doch zurück zu den von ihm gepriesenen Superstars: Neben Hubbert war das auch Jens Gosebrink vom SC Bayer 05 Uerdingen. Er startete  über die Olympische Distanz (1,5/37,5/10km) und benötigte für diese nur 2:04:08 Stunden. Sein erster Verfolger Daniel Heddendorp aus Bocholt lief exakt eine Minute später ein. Schnellste Frau war Maren Hufe: 2:11:57 Stunden. Im Vorfeld des Events hatten die Ausrichter ausdrücklich unterstrichen, dass nicht nur Sportprofis und Vereinssportler partizipieren würden - sondern auch jene, die den Triathlon als ambitioniertes Freizeiterlebnis für sich entdeckt haben.

Für viele Athleten stellte sich in der Wechselzone die Frage: Wo ist denn mein Rad? Dabei verloren einige Teilnehmer wertvolle Sekunden. Foto: Markus van Offern (mvo)

Ein solcher ist Martin Ulrich. Er konnte eine Zeit von 02:52:59 Stunden vorweisen. Als einen Helden aber sieht er sich deshalb nicht: „Helden sind ganz andere, ich denke da eher an Krankenpfleger, Rettungskräfte und Feuerwehrmänner.“ Der Triathlon in Wissel sei sein dritter über die olympische Distanz gewesen, zuvor sei er bereits einmal in Xanten und Hannover gestartet. „Jetzt hat mich dieses Jahr wieder das Triathlon-Fieber gepackt“, sagt Ulrich. Für diese Leidenschaft sei der Niederrhein-Triathlon die perfekte Bühne. Eine Bühne für jedermann eben. Genau diese wollte der Klever Triathlonverein bieten. „Hier trifft sich die ganze Szene“, sagt Meyer, der sich zufrieden mit der vierten Auflage zeigt: „Wir werden extrem gut von der Region angenommen. Das machen die Teilnehmerzahlen Jahr für Jahr deutlich. Wir wachsen immer weiter.“

Die Ergebnisse des vierten Niederrhein-Triathlons am Wisseler See folgen in der morgigen Ausgabe der Rheinischen Post.

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