Festakt : „Der Uedemer SV hat noch nicht fertig“

Der schwarz-gelbe Verein für Fußball und Leichtathletik feierte im Uedemer Bürgerhaus mit einem Festakt seinen 100. Geburtstag. Eigengewächs und Ex-Bundesligatorhüter Andreas Wessels kam als Ehrengast.

Am 19. Oktober 1919 wurde der Uedemer SV gegründet. Nun im Jahr 2019 feiert der Verein mit den schwarz-gelben Spielfarben 100-jähriges Bestehen. Mit zwei Abteilungen ist der USV seit geraumer Zeit aus dem lokalen Amateursportgeschehen nicht mehr wegzudenken. Da wären zum einen die Leichtathleten. Drei Trainingsgruppen, seit diesem Jahr unter der Leitung eines teilweise neubesetzten vierköpfigen Trainerteams, gehen im Jubiläumsjahr an den Start. Mit Pauline Jockweg, die aktuell für den Weseler TV an Wettkämpfen teilnimmt, findet sich sogar ein Uedemer Eigengewächs in den bundesweiten, überregionalen Bestenlisten. Auf der anderen Seite hat es der Uedemer SV aber vor allem in einer Disziplin zu regionaler Bekanntheit geschafft – dem Fußballsport. Zum Jubiläumsjahr 2019 beschenkte sich die erste Mannschaft selbst und stieg aus er Kreisklasse B zurück in die A-Liga auf. Die Reserve kickt in der Kreisliga C und in der Jugendabteilung setzt man seit dem letzten Jahr in allen Altersklassen auf eine Spielgemeinschaft mit Fortuna Keppeln.

Wie feiert man diesen runden Geburtstag gebührend, dürfte man sich beim USV bereits früh gefragt haben. Schon Mitte 2018, um genau zu sein. Da begann man mit den Vorbereitungen für die Jubiläumswoche, die nun stattfindet. Ein Festakt am vergangenen Sonntag im Uedemer Bürgerhaus läutete die schwarz-gelben Festtage ein. Vorsitzender Ludger Terlinden, unterstützt von Geschäftsführer Frank Kösters, führte durch die Veranstaltung, die von vielen Ehemaligen, aktuell Sportschaffenden und zahlreichen Freunden des Vereins tatkräftig unterstützt wurde. Das restlos gefüllte Bürgerhaus sprach Bände. Als Terlinden, der seit einem Jahr den Posten des 1. Vorsitzenden bekleidet, die Eröffnungsworte sprach, war ihm die Freude vom Gesicht abzulesen. 15 Programmpunkte hatte man zu Ehren des Jubiläums zusammengetragen. Zunächst übergab man das Mikrophon an den Fußballverband Niederrhein. Jürgen Kreyer, seines Zeichens Vizepräsident des FVN, und Kreisvorsitzender Edgar Borgmann drückten ihre Glückwünsche aus, an derem Anschluss noch eine DFB-Plakette verliehen und drei Bundesliga-Spielbälle verschenkt wurden – „Um das Niveau der ersten Mannschaft etwas anzuheben“, sorgte Kreyer für Lacher unter den Gästen. Zwischen den Reden und Ehrungen präsentierte Kösters dreigeteilt anhand von kurzen Vorträgen die vielseitige Vereinsgeschichte. Wer es genauer wissen wollte, konnte für nur zwei Euro eine 170-seitige Vereinschronik aus der Feder von Wilfried „Pele“ van Aerssen erstehen. Uedems Bürgermeister Rainer Weber, der selbst 20 Jahre in der ersten Mannschaft – davon 13 als Kapitän – aktiv war, verlieh einen Scheck im Wert von 750 Euro und sprach in seiner Rede selbst die Kleinsten an. Die gesamte Jugendabteilung des USV war in schwarz-gelb vertreten. Fußball sei in Deutschland Volkssport Nummer eins, auch dank Vereinen wie dem SV Uedem. „Mein Dank gilt dem Verein für seine vielfältige Bemühung um Fußball und Leichtathletik in der Gemeinde Uedem. Die vorrangige Aufgabe besteht darin, das Erbe der Gründer sorgsam zu verwalten und an Jüngere weiter zu geben.“

Nachdem Richard „Poppi“ Peters für Stimmung gesorgt und langjährige Mitgliedschaften, darunter auch eine 75-Jährige, durch die Verleihung von Urkunden gewürdigt hatte, führte RP-Lokalsportredakteur Helmut Vehreschild eine kleine Interviewrunde mit „verdienten Vereinsfunktionären und Vereinsmitgliedern“, wie es im Programm heißt. Dabei stand vor allem Andreas Wessels im Zentrum der Aufmerksamkeit. Herangereift beim Uedemer SV stand der ehemalige Profitorwart zwischen 1986 und 1995 mehr als 150 Mal für den VfL Bochum in der Bundesliga zwischen den Pfosten. In der netten Runde gab sich der 54-jährige bescheiden. Sein Jahrgang sei so stark gewesen, da hätte man gar keinen guten Torwart gebraucht. Aktuell betreibt er eine Soccerhalle in Köln, in welche er die USV-E-Junioren gleich einmal einlud.

In der Folge, ehe der Musikverein Concordia Uedem zum letzten Mal das Zepter übernahm, schloss Ludger Terlinden die Veranstaltung in Anlehnung an die Worte Giovanni Trapattonis. „Der Uedemer SV hat noch nicht fertig und verfolgt weiter eine verantwortungsvolle und spannende Aufgabe. In der Zukunft widmen wir uns den Themen Jugend, Sportanlage und Zusammenarbeit mit Fortuna Keppeln.“ Denn soviel sei klar: „Stillstand ist Rückgang.“

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