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1. FC Kleve verliert 3:4 gegen den SV Sonsbeck

Fußball-Oberliga : 1. FC Kleve wacht zu spät auf

Das Team zeigt beim 3:4 gegen den SV Sonsbeck lange eine schwache Vorstellung. In der Schlussphase hätte es dann in Unterzahl beinahe einen 0:4-Rückstand aufgeholt.

Nach der über weite Strecken schlechtesten Saisonleistung musste der 1. FC Kleve am Mittwochabend eine 3:4 (0:4)-Heimniederlage gegen den Aufsteiger SV Sonsbeck hinnehmen. Das Team von Trainer Umut Akpinar agierte vor 450 Zuschauern zu lange nicht wie ein erfahrener Fußball-Oberligist. Stattdessen lud es die Gäste immer wieder mit leichtfertigen Ballverlusten ein. „Wir haben das Spiel von Anfang an nicht angenommen. Die Einstellung und das Zweikampfverhalten stimmten überhaupt nicht. Ich habe nichts von dem gesehen, was wir uns vorgenommen hatten. Daher ist der SV Sonsbeck der verdiente Sieger. Wir müssen uns bei unseren Fans heute Abend entschuldigen“, sagte Akpinar.

Anfangs war der 1. FC Kleve noch um Spielkontrolle bemüht. Doch die Rot-Blauen gaben den Ball in der 19. Minute nach einer Ecke bemerkenswert leichtfertig ab – und wurden vom SV Sonsbeck bestraft. Nach einem Konter über Jamie van de Loo wurde Stürmer Klaus Keisers bedient, der in den Strafraum zog und unhaltbar zur Führung traf. Umut Akpinar war sichtlich bedient. Es sind diese Einladungen an Gegner, die den Rot-Blauen in dieser Saison bereits einige Zähler gekostet haben.

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Luca Janßen (24.) hätte für die Gäste aus spitzem Winkel erhöhen können. Der 1. FC Kleve zeigte offensiv höchstens im Ansatz, welche Qualität er hat. Großchancen spielte das Team vom Bresserberg in der ersten halben Stunde nicht heraus, es fehlte an guten Ideen. Ein Solo von Luca Thuyl (27.) sorgte immerhin für einen Hauch von Torgefahr. Wenig später köpfte Danny Rankl aufs Tor, Sonsbecks Keeper Tim Weichelt parierte.

Über zügige Konter blieben die Gäste stets gefährlich. Es war Luca Terfloth - der Bruder des Klever Spielers Mike Terfloth, der verletzungsbedingt früh ausgewechselt werden musste - der einen sehenswerten Gegenstoß in der 31. Minute zum 2:0 verwandelte. Der 1. FC Kleve war in dieser Phase des Spiels völlig von der Rolle. Wenige Augenblicke später hatte er in der Abwehr abermals den Ball leichtfertig verloren. Luca Janßen (34.) nutzte die Gelegenheit zum 3:0 für Sonsbeck. In der Folge war das Team bemüht, zumindest Ruhe in die Partie zu bekommen. Kai Robin Schneider (43.) kam zu einem starken Abschluss. Einen Freistoß von SVS-Verteidiger Max Werner hielt Keeper Ahmet Taner wenige Augenblicke vor dem Halbzeitpfiff souverän.

Auch im zweiten Durchgang agierten die Gastgeber zu blauäugig. Kurz nach dem Wiederanpfiff gaben sie den Ball abermals ohne Not ab – der Sonsbecker Angreifer Klaus Keisers (47.) bewies ein zweites Mal vor dem gegnerischen Tor seine Kaltschnäuzigkeit und erhöhte auf 4:0. Die vier Treffer hätten ähnlicher kaum sein können. Der 1. FC Kleve wurde immer wieder von Kontern kalt erwischt. In der Folge wurde das Team zumindest etwas stärker. Vor allem über die rechte Seite mit Kai Robin Schneider, dem Ex-Sonsbecker Nathnael Scheffler und Luca Thuyl entstand gelegentlich Gefahr, doch zu gefährlichen Abschlüssen kam es viel zu selten.

Ein weiterer negativer Höhepunkt folgte für den Gastgeber nach 68 Minuten: Nach einem unbeherrschten Foul sah der Klever Kapitän Fabio Forster die Gelb-Rote Karte. Und nicht nur das. Im Zweikampf hatte sich der routinierte Mittelfeldakteur auch noch ernsthaft verletzt, seine Kollegen mussten ihn beim Gang vom Rasen stützen.

Und dann wurde es plötzlich noch einmal spannend. Diwan Duyar (79.) sorgte für das 1:4. Der eingewechselte Youngster hatte sich einen Rückpass für SVS-Keeper Tim Weichelt geschnappt und den Ball über die Torlinie befördert. Wenig später traf der 19-Jährige sogar noch die Latte. Nach einer Flanke von Kai Robin Schneider gelang Frederik Meurs (90.) aus dem Rückraum das 2:4. Die Sonsbecker wirkten defensiv plötzlich ängstlich. Die Folge: Luca Thuyl (90.+2) spitzelte den Ball in der Nachspielzeit zum 3:4 ins Tor.

Kurz vor Schluss hätte der 1. FC Kleve einen Handelfmeter bekommen können. Doch es blieb beim verdienten Sieg der Gäste. Nach der Partie kam es zu Tumulten auf dem Rasen, die Klever waren mit der Vorstellung der Unparteiischen nicht einverstanden – und machten dies sehr deutlich. Dabei sah Ersatzkeeper André Barth die Rote Karte.