Fußball-Oberliga Mit vollen Akkus zum Klassenerhalt

Interview | Kleve · Der Trainer des 1. FC Kleve spricht über eine gelungene Vorbereitung und die strukturellen Probleme des Vereins. Und er nennt die Gründe, weshalb er auch nach langer Zeit am Bresserberg keine Motivationsprobleme kennt.

 Umut Akpinar ist fest davon überzeugt, mit seiner Mannschaft auch in Zukunft in der Oberliga mitzumischen.

Umut Akpinar ist fest davon überzeugt, mit seiner Mannschaft auch in Zukunft in der Oberliga mitzumischen.

Foto: Evers, Gottfried (eve)

Es war keine einfache Hinrunde für den Fußball-Oberligisten 1. FC Kleve. Die Rot-Blauen stehen auf Tabellenplatz 14, der Vorsprung vor der Abstiegszone ist hauchdünn. Zu wechselhaft waren die Vorstellungen des Teams von Trainer Umut Akpinar. Man deutete aber immer wieder die sportliche Klasse an, etwa beim Sieg gegen den Aufstiegsfavoriten KFC Uerdingen. So stehen die Chancen auf den Klassenerhalt in der fünfhöchsten deutschen Spielklasse unverändert gut. Am Sonntag, 15.30 Uhr, startet der 1. FC Kleve auswärts im Nachholspiel bei TuRU Düsseldorf in die Rückrunde. Für die Partie ist einzig Kapitän Fabio Forster verletzungsbedingt fraglich. Wir sprachen im Vorfeld mit Coach Umut Akpinar, der bereits seit fünfeinhalb Jahren für die erste Mannschaft verantwortlich ist.

Herr Akpinar, wie groß ist die Vorfreude auf die Rückrunde?

Umut Akpinar Wir wollen unbedingt wieder loslegen. Die Vorbereitung war sehr gut, wir hatten fast immer die komplette Mannschaft an Bord. Das war in den vergangenen Jahren und vor allem in der Sommervorbereitung nicht immer so. Die Jungs kamen nach dreiwöchiger Pause erholt und in guter Verfassung zurück. Zuletzt haben wir gemeinsam sehr hart gearbeitet, es waren intensive Wochen auf dem Trainingsplatz. Aber es hat sich gelohnt. Die Akkus sind voll und wir sind gut vorbereitet.

Was muss in der Rückrunde besser werden, damit das Saisonziel Klassenerhalt nicht in Gefahr gerät?

Akpinar Es ist unser Anspruch, in der Rückrunde noch konstanter und noch präsenter aufzutreten. In die Hinrunde waren wir schlecht gestartet, zwischenzeitlich hatten wir einen starken Oktober mit drei Englischen Wochen. Danach gab es aber auch immer wieder enttäuschende Ergebnisse. Da fehlte gelegentlich auch das nötige Quäntchen Glück. Damit wir dieses Glück wieder erzwingen, müssen wir noch zielstrebiger, klarer und gieriger agieren. Unser Ziel ist es, den Klassenerhalt so früh wie möglich zu schaffen.

Eigentlich wollte der 1. FC Kleve im Winter Neuzugänge verpflichten. Doch daraus wurde nichts. Im Gegenzug haben sich in Amine Fel­daoui und Calvin Top zwei Akteure verabschiedet. Wie groß sind Ihre Personalsorgen?

Akpinar Es stehen nach den beiden Abgängen nur noch 17 Mann im Kader. Das ist nicht viel. Wir hätten sehr gerne etwas auf dem Transfermarkt gemacht. Aber wir wollten nur Spieler verpflichten, die zu 100 Prozent zu uns passen und uns weiterhelfen. Zuletzt hatten wir auch einen Testspieler über eine Woche bei uns, aber das passte aus sportlicher Sicht nicht. Und viele Jungs sind einfach zu teuer. Man darf aber auch nicht vergessen, dass wir es in den vergangenen Jahren immer wieder mit angespannten Personalsituationen zu tun hatten. Und da haben wir stets gute Lösungen gefunden.

Sie sind nun bereits seit fünfeinhalb Jahren Trainer des 1. FC Kleve. Aufgrund des knappen Etats und des mäßigen Einzugsgebietes ist es Jahr für Jahr eine große Herausforderung. Gibt es da nicht schonmal Abnutzungserscheinungen?

Akpinar Überhaupt gar nicht. Ich habe weiterhin riesige Lust auf diese Aufgabe. Wir haben deshalb auch das Vertragsende offengelassen. In der ersten Saison unter mir sind wir aufgestiegen, in der zweiten Spielzeit ging es einzig und allein um den Klassenerhalt, danach sind wir ins Pokalfinale gekommen. Und auch danach gab es jedes Jahr eine neue Herausforderung, etwa, dass wir junge Spieler wie Frederik Meurs oder Diwan Duyar an die erste Mannschaft heranführen. So soll sich der Klub in der Spielklasse etablieren. Es bleibt anspruchsvoll, bei unserem eher schwachen Einzugsgebiet und dem kleinen Budget Oberliga-Fußball auf die Beine zu stellen. Wir finden aber immer wieder Lösungen. Wir sind als Verein und als Mannschaft ein familiärer, eingeschworener Haufen. Und ich setze darauf, dass das so bleibt.

Sie trainieren nicht nur die erste Mannschaft des 1. FC Kleve, sondern auch das U-13-Team. Fehlen da gelegentlich nicht Freiräume abseits von Arbeits- und Sportplatz?

Akpinar Natürlich ist der Aufwand hoch, aber es macht riesigen Spaß. Und über die Ruhe zur Winterpause habe ich mich sehr gefreut. Ich konnte die Zeit mit der Familie genießen und Abstand gewinnen. Nun bin ich aber wieder heiß, und mit mir die ganze Mannschaft.

Am Sonntag geht es auswärts gegen den Viertletzten TuRU Düsseldorf. Wie stark ist der Gegner?

Akpinar Wir wissen ganz genau, welche Qualität TuRU Düsseldorf hat. Zum Saisonstart haben wir hochverdient gegen diese Mannschaft mit 0:1 verloren. Bei der Bewertung des Gegners spielt der Tabellenplatz überhaupt keine Rolle.

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