Fußball : Kleves Mission: Unbequem sein

Fußball-Oberliga: VfB Homberg - 1. FC Kleve (Samstag, 16 Uhr). Die Rot-Blauen treffen auf den Klassenprimus, der große Schritte gen Regionalliga macht. FC-Spieler Abdullo Saidov fällt für den Rest der Spielzeit aus.

Wenn eine Mannschaft in 22 Partien 16 Siege holt und dabei 68 Tore erzielt, gehört diese obligatorisch zum elaborierten Führungskreis der Liga. Im Falle des VfB Homberg, der wie entfesselt durch die Oberliga marschiert, herrscht sogar Einsamkeit an der Tabellenspitze. Elf Punkte Vorsprung hat die Mannschaft von Stefan Janßen mittlerweile auf den ersten Verfolger aus Bocholt. „Wir sind in der günstigen Position, dass wenn wir nur auf uns schauen und die Spiele gewinnen, keine Mannschaft mehr an uns vorbeiziehen kann“, sagt er. Ohnehin gibt es kein Indiz dafür, dass seine Kicker schwächeln. Die letzten drei Begegnungen gestalteten sie erfolgreich und fertigten in der vergangenen Woche Schlusslicht FSV Duisburg mit 7:0 ab. „Wir wollen unseren Lauf unbedingt fortsetzen“, sagt Janßen.

Diesem will sich der 1. FC Kleve nun in den Weg stellen – und das an einem für die fünfthöchste Spielkasse ungewöhnlichen Termin. Rollt der Ball sonst sonntags ab 15 Uhr, wird das Spiel nun bereits am Samstagnachmittag im PCC-Stadion angepfiffen. Der Grund: Die Frauen-Bundesliga-Mannschaft des MSV Duisburg tritt am Ruhetag gegen Bayer 04 Leverkusen in der Heimstätte der Schwarz-Gelben an. „Die MSV-Frauen haben beim Verband eine höhere Priorität und daher Vorrang“, sagt Janßen. Mit der Spielansetzung aber zeigt er sich zufrieden: „Ich finde das großartig. Das Wetter dürfte gut sein und es läuft keine Bundesliga – da werden hoffentlich viele Zuschauer kommen.“

Im Hinspiel verlor das Fusionsklub-Aufgebot in der heimischen Getec-Arena mit 0:1 gegen die Homberger. Bis zur Pause waren die Gäste klar überlegen, im zweiten Durchgang wurde das Spielgeschehen zunehmend verfahren – mit einer Ausnahme: Stürmer Dennis Wibbe traf nach 52 Minuten zur Entscheidung. „Kleve war im Hinspiel unbequem, sie waren taktisch gut eingestellt und sehr diszipliniert“, sagt Janßen.

Nun will Kleves Trainer Umut Akpinar zeigen, dass seine Elf das hohe Tempo des Kontrahenten erneut mitgehen kann. „Sie spielen eine überragende Saison, das belegen die Zahlen. Aber wir werden dort hinfahren, um etwas mitzunehmen und glauben an unsere eigene Stärke“, sagt er. Die bewiesen Spielführer Fabio Forster und Co. zuletzt, als sie gegen Union Nettetal nach engem Kampf mit 3:1 die Oberhand behielten. Doppelpacker Michel Wesendonk bescherte damit seinen Farben nicht nur einen wichtigen Dreier, sondern auch eine komfortablere Situation im Hinblick auf das Ziel Klassenerhalt. Mittlerweile nämlich sind es neun Zähler Vorsprung auf den Fünfzehnten der Tabelle, ETB Schwarz-Weiß Essen.

Doch beim Heimspiel gegen den Tabellennachbarn musste Akpinar auch eine bittere Pille schlucken. Außenverteidiger Abdullo Saidov brach sich den Arm, musste sich einer Operation unterziehen und wird für den Rest der Spielzeit ausfallen. Dabei zeigte der Tadschike jüngst noch, welchen Stellenwert er für das Team hat: Unermüdlich beackerte er die linke defensive Außenbahn, nach 75. Minuten beorderte Akpinar den 25-Jährigen dann auf die rechte Seite; ohne Anpassungsschwierigkeiten fügte dieser sich ins System ein. Da auch Mike Terfloth mit einer Sprunggelenksverletzung noch einige Wochen ausfällt, muss Akpinar improvisieren. Das wahrscheinlichste Modell lautet: Fatih Duran verteidigt linksaußen, Kosuke Hatte wie bereits gegen Nettetal auf der rechte Seite

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