Fußball: 1. FC Kleve rutscht auf Platz drei ab

Fußball : 1. FC Kleve rutscht auf Platz drei ab

Fußball-Landesliga: Die Klever Mannschaft unterlag vor 1000 Zuschauern dem FSV Duisburg verdient mit 0:2 (0:1).

Man fühle sich wie auf einem türkischen Basar, meinte eine Klever Zuschauerin vor dem Anpfiff, als die Verantwortlichen mit lauter Musik aus dem orientalischen Kulturkreis die Duisburger Anhänger unter den 1000 Zuschauern auf das Topspiel zwischen dem FSV und 1. FC Kleve einstimmten. Trotz der für Landesliga-Verhältnisse außergewöhnlich großen Zuschauerkulisse auf einer Platzanlage mit einer nur kleinen, kaum nennenswerten Sitztribüne hatten die Duisburger die Abwicklung des Nachmittags erstklassig im Griff. Ein Kompliment muss auch dem Oberliga erfahrenen Schiedsrichter Erkan Görgülü von der SpVgg. Sterkrade-Nord gelten, der keine Härten aufkommen ließ, ein bisweilen ausgezeichneter Kommunikator war und auf diese Weise mehr als eine Stunde ohne eine Karte auskam. Die beteiligten Protagonisten machten es dem Mann an der Pfeife aber auch leicht. Bei dem, was im Aufstiegsrennen in die Oberliga auf dem Spiel steht, war es von beiden Seiten eine hochanständig geführte Partie, die nach 90 Minuten und insgesamt sechs Minuten Extrazeit mit dem FSV Duisburg einen ohne jeden Zweifel verdienten 2:0 (1:0)-Sieger sah.

Günter Abel, Trainer des FSV Duisburg und seit seiner Verpflichtung vor fünf Wochen noch ohne Niederlage mit seinem neuen Klub, sprach hinterher von einem "Duell auf Augenhöhe", bei dem die Tore seiner Mannschaft "genau zum richtigen Zeitpunkt" gefallen seien. Sieben Minuten vor dem Pausenpfiff war es FSV-Mittelstürmer Almir Sogolj, der aus halbrechter Position den Ball unhaltbar für FC-Keeper Sascha Horsmann in die Maschen drosch. Bereits in zwei Situationen vorher hatten die Gastgeber durch Tanju Acikgöz und Bora Karadag zwei gute Einschussmöglichkeiten, doch verfehlten die Bälle das Klever Gehäuse.

Die Blau-Roten hatten in den ersten 20 Minuten den besseren Zugriff auf das Spiel, wobei sich in dieser Phase des Spiels bereits andeutete, wie wichtig Mike Terfloth als Balleroberer und Aufbauspieler für die Klever Offensivaktionen sein sollte. Sein Pech und das seiner Mannschaft war an diesem Tag, dass er auch noch die Löcher stopfen musste, für die die nach hinten arbeitenden Klever Offensivkräfte zuständig gewesen wären. Da hatten die Duisburger, die als Kollektiv in dieser Partie mehr wollten und entsprechend galliger auftraten, ihrem Gegner entscheidende Prozentpunkte voraus. So war es nur eine Frage der Zeit, dass die Platzherren die Zügel des Spiels in die Hand bekamen und folgerichtig dann auch in Führung gingen. Allerdings kam auch Kleve gegen eine kompakt stehende gegnerische Mannschaft zu Torgelegenheiten. Die größte fiel nach einer Kombination über Pascal Hühner und Simon Berressen kurz vor der Pause Levon Kurikciyan vor die Füße, doch der Angreifer zielte aus kurzer Distanz freistehend über die Querlatte.

Nach dem Wiederanpfiff spielte Kleve couragierter nach vorne und hatte durch Kurikciyans Schuss (55.) aufs kurze Eck eine weitere Chance zum Ausgleich. Doch das einsetzende Aufbäumen auf Klever Seite bekam durch das Duisburger 2:0 (61.) einen Dämpfer. Der Duisburger Ali Basaran ließ im Strafraum in halbrechter Position zwei Klever Abwehrspieler aussteigen, verbesserte anschließend seinen Schusswinkel und zirkelte den Ball ins entfernte Eck. Fabio Forster, der einwechselbereit an der Mittellinie wartete, drehte sich enttäuscht ab. So, als wollte er die Schwere der jetzt anstehenden Aufgabe, noch etwas zu erreichen, deutlich machen. Und genauso kam es dann auch. Auch wenn die Gäste jetzt spielbestimmend waren, bis auf ein zu Recht aberkanntes Abseitstor fanden sie kein Rezept gegen die Abwehr der Duisburger, die am Ende ein niedergeschlagenes Klever Team auf die Heimreise schickten.

(RP)