Fußball : Zum Auftakt ein Härtetest

Fußball-Niederrheinpokal: Arminia Klosterhardt – 1. FC Kleve (Sonntag, 15.30 Uhr). Eine faustdicke Überraschung kurz vor dem Saisonstart: Sportchef Georg Kreß hört auf. Im Pokal werden Niklas Klein-Wiele und Ahmet Taner fehlen.

Es war ein Paukenschlag zum Ende einer ruhigen Sommervorbereitung am Bresserberg. Georg Kreß, der die sportlichen Geschicke des 1. FC Kleve seit 2016 maßgeblich mitgeprägt hat, zieht sich zurück. „Ich möchte mehr Zeit mit meiner Familie verbringen. Das ist mit der ehrenamtlichen Tätigkeit beim FC kaum vereinbar gewesen. Wenn ich im Urlaub bin, will ich einfach nicht mehr dauernd von Oberliga-Spielerberatern angerufen werden“, sagt Kreß, der sein größtes Ziel mit der Klever Elf ohnehin schon erreicht hat: „Wir sind nun aus der Landesliga aufgestiegen. Das wollten wir vor zwei Jahren unbedingt gemeinsam schaffen.“

Mit seinem Abschied verliert der Verein dennoch einen erfahrenen Fußballfachmann, der schwer zu ersetzen ist, zumal so kurz vor der neuen Spielzeit. Das weiß auch Co-Trainer Lars van Rens: „Ich war ein bisschen überrumpelt, aber die Entscheidung deutete sich an. Ich habe sehr gerne mit ihm zusammengearbeitet, respektiere jedoch seinen Schritt.“

Am kommenden Wochenende wartet allerdings erst einmal eine sportliche Herausforderung auf die Kicker von Trainer Umut Akpinar, der nach seinem Urlaub auch wieder an der Seitenlinie stehen wird. Auswärts trifft der Oberligist auf Landesligist Arminia Klosterhardt. „Ich könnte mir keine bessere Generalprobe für den Liga-Start vorstellen. Klosterhardt hat die wohl jüngste Truppe der Landesliga und will ausschließlich technisch versierten Fußball spielen“, sagt Spielführer Fabio Forster. Die Vorbereitung auf die neue Spielzeit verlief solide: Unter anderem gegen Straelen, Rhede und Wesel siegten die Schwanenstädter, gegen die Zweitvertretung von Borussia Mönchengladbach, die U19 vom 1. FC Köln und die Sportfreunde Hamborn hatten sie das Nachsehen. „Während einer Vorbereitung kann nie alles klappen und es können auch nicht alle Partien gewonnen werden. Dafür probiert man zu viel aus“, sagt van Rens, dem aber die Trainingsmoral seiner Balltreter imponiert: „Auch nachdem Umut weg war, haben sie bei der teils extremen Witterung immer alles investiert. Der Übergang war nahtlos.“

Das aber war auch nötig, schließlich ist der Konkurrenzkampf im Kader groß. Im Sturm machte Michel Wesendonk mit Toren am Fließband auf sich aufmerksam. „Er hat starke Spiele gezeigt und sich uns angeboten“, so van Rens. Womöglich läuft er neben Levon Kürkciyan auf, der im Rückspiel der Aufstiegssaison doppelt gegen die Arminen traf. Pascal Hühner und Mike Terfloth dürften auf den Halbpositionen gesetzt sein; Gleiches gilt wohl für Tim Haal und Fabio Forster im zentralen Mittelfeld.

In der Innenverteidigung scheint es noch offen, wer neben Anführer Nedzad Dragovic aufläuft. Neuzugang Konrad Kaczmarek, der auch auf der „Sechs“ spielen kann, macht nämlich Druck auf Sebastian van Brakel, der wiederum am Sonntag wohl nicht zur Verfügung steht. Fatih Duran und Abdullo Saidov dürften die Viererkette komplettieren. Einzig im Tor müssen die Übungsleiter des FC improvisieren. Ahmet Taner war im Test gegen Hamborn gestürzt und hat sich dabei eine Prellung und Verstauchung im Handgelenk zugezogen. Er wird von Andre Barth vertreten. Auf den langzeitverletzten Niklas Klein-Wiele werden wohl noch einige Monate Pause zukommen, denn seine Schambeinverletzung setzt ihn weiter außer Gefecht. Aktuell trainiert er individuell.

Dabei wäre seine offensive Kreativität gegen Klosterhardt wichtig. Der Vorjahreselfte der Landesliga verfügt über einen jungen Kader, der kombinationsreichen Fußball zeigen kann. Dem Klassenprimus waren sie im vergangenen Jahr dennoch nicht gewachsen. Mit 3:0 und 3:1 gewannen die Rot-Blauen die Ligapartien. „Den Jungs fehlte es im letzten Jahr teilweise an der Erfahrung. Aber das wird sich mit jeder weiteren Saison ändern“, sagt Forster. Auch Lars van Rens warnt: „Sie werden uns alles abverlangen und es gilt: Der Pokal schreibt seine eigenen Gesetze, es ist alles möglich. Nur weil wir jetzt in der Oberliga spielen, haben wir noch nicht gewonnen.“

Bevor es dann in der Woche darauf (Sonntag, 12. August) zum Liga-Auftakt gegen den VfB Hilden, dem Ex-Verein von Kreß, kommt, wäre ein Erfolgserlebnis dennoch wichtig: „Das würde uns sicherlich noch mehr Selbstbewusstsein mit auf den Weg geben.“