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1. FC Kleve mit personellen Problemen vor dem Start.

Fußball : Der Auftakt für die Mission Oberliga

Fußball-Oberliga Niederrhein: 1. FC Kleve – VfB 03 Hilden (Sonntag, 15 Uhr). Hildens Trainer Marc Bach sieht in den Rot-Blauen keinen „normalen Aufsteiger“. Die Gastgeber müssen jedoch trotz großer Euphorie personell improvisieren.

Endlich ist es so weit: Sieben Jahre lang sehnte sich der 1. FC Kleve in der grauen Landesliga-Tristesse nach höherer Fußballkunst. Mit dem Oberliga-Aufstieg ging dieser Wunsch in der vergangenen Spielzeit in Erfüllung. So darf die Elf um Kapitän Fabio Forster in dieser Saison Mannschaften wie TuRU Düsseldorf und Schwarz-Weiß Essen in der Getec-Arena empfangen. „Ich registriere bei den Jungs große Ungeduld und Zuversicht auf Sonntag. Ich hoffe, dass die Zuschauer die Begeisterung mittragen.“ Zum Auftakt trifft der Landesliga-Meister, der vor Spielbeginn von Holger Tripp vom Fußballkreis Kleve-Geldern geehrt wird, auf den VfB 03 Hilden, vor dem Trainer Umut Akpinar warnt: „Das ist eine starke und oberligaerfahrene Mannschaft. Ohnehin gehen wir in jede Partie als Underdog.“

Wohl nur die treuesten Anhänger der Schwanenstädter werden sich noch an das letzte Kräftemessen der Klubs erinnern können. Vor knapp elf Jahren verlor Hilden vor heimischem Publikum mit 3:5 im Niederrheinpokal gegen Kleve, und nur eine Person findet sowohl damals wie auch am kommenden Wochenende Erwähnung auf dem Spielberichtsbogen. Umut Akpinar stand damals nämlich noch als Mittelfeldmotor unter Trainer Arie van Lent auf dem Spielfeld und fiel gar als Vorlagengeber auf. In die Torschützenliste wussten sich damals Marcel Podszus, Heinrich Losing, Timo Stock und Mark Zeh, allesamt Stützpfeiler zu Klever Glanzzeiten in der Regionalliga, einzutragen. Anno 2018 wird diese Rolle den Protagonisten Levon Kürkciyan, Michel Wesendonk und Fabio Forster zuteil. Damit das klappt, setzt der FC-Coach auf eine bewährte Methode: „Wir orientieren uns an den Stärken des Gegners, wollen aber vor allem unser eigenes Spiel durchbringen“, so Akpinar, der versichert, gut über den Gegner informiert zu sein.

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Dennoch sind die Gäste auch eine Wundertüte. Nachdem man im vergangenen Jahr erst kurz vor Schluss den Klassenerhalt auf dem 13. Platz eintütete, vollzog Hilden einen Kaderumbruch mit zehn neuen Spielern und stellte sich auch auf der Trainerposition neu auf. Marc Bach, der zuvor jahrelang beim FSV Vohwinkel Wuppertal an der Seitenlinie stand, übernahm mit seinem Trainerteam und steuert nun den Klassenverbleib „so früh wie möglich“ an. Schon seit der Saison 13/14 kicken die Schwarz-Weißen in der Oberliga, haben es dabei aber nie in die obere Tabellenregion geschafft. Langjährige Leistungsträger verabschiedeten sich nun ganz oder in die Zweitvertretung, um einen Generationenwechsel einzuleiten: Mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren ist der Kader des VfB der jüngste der Liga. „Wir haben dennoch eine schlagkräftige Mannschaft mit Spielern, die gerade auch charakterlich perfekt zu uns passen“, sagt Bach, der Umut Akpinar noch als Kicker kennt: „Wenn ich mich an den Spielertypen Akpinar erinnere, wundert es mich nicht, dass er seine Mannschaft im Griff hat. Er baut auch bestimmt kein Defensiv-Bollwerk auf. Für mich ist Kleve wie auch der TSV Meerbusch kein normaler Aufsteiger, sondern ein Team mit großer Qualität“, fügt er an.

Qualität ist den Bresserberg-Balltretern nicht abzusprechen, aber die personellen Ausfälle dürften den Klever Verantwortlichen Kopfschmerzen bereiten. Neben dem langzeitverletzten Niklas Klein-Wiele fällt auch Christian Emmers mit einer Gesichtsverletzung aus. Zudem ist Pascal Hühner wegen eines Platzverweises im Pokalspiel gegen Klosterhardt gesperrt. Fragezeichen stehen noch hinter dem Einsatz von Schlussmann Ahmet Taner, den eine Handgelenksverletzung plagt. „Wir werden bei ihm kurzfristig entscheiden müssen, ob es schon für das Spiel reicht“, so Akpinar. Alternativ stünde ihm mit Andre Barth ein zuverlässiger Ersatztorhüter zur Verfügung. „In der Breite mag der FC nicht allzu gut aufgestellt sein. Aber das wird zum Auftakt noch keine Rolle spielen, denn sie werden euphorisch sein und ihrem Publikum was bieten wollen“, so Bach.