1. FC Kleve in der Fußball-Oberliga zu Gast bei kriselnden Hiesfeldern

Auswärtsspiel in Hiesfeld : Die Zuversicht ist in Kleve wieder da

In der Fußball-Oberliga kickt der 1. FC am Sonntag um 15 Uhr in Hiesfeld. Nach den jüngsten Siegen hat der Aufsteiger Selbstvertrauen getankt.

Noch vor drei Wochen verbreitete sich Tristesse am Klever Bresserberg: nach vier sieglosen Partien drohte dem 1. FC Kleve der Absturz in bedrohliche Tabellenregionen. Mittlerweile aber ist Zuversicht um die Elf von Trainer Umut Akpinar zurückgekehrt. Zwei Siege gegen direkte Konkurrenten aus Düsseldorf-West und den FSV Duisburg kreierten jene Erleichterung, über die Teammanager Georg Kreß sagt: „Wir haben uns durch die beiden wichtigen Siege ein Polster erarbeitet. Nun wollen wir alles daran setzen, dieses zu bewahren.“

Auswärts gegen den Tabellenletzten mühten sich die Schwanenstadt-Kicker zuletzt in der ersten Stunde, hätten gar zurückliegen können, danach aber spielten sie gegen zunehmend erschöpfte Gastgeber frei auf und konnten eiskalt vierfach treffen. Der 4:0-Erfolg sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich sportlich einige Schwächen bei den Rot-Blauen eingestellt haben.

Wirklich sattelfest wirkte der Aufsteiger bei den vom Pech verfolgten Duisburgern (erst vier Punkte) nicht. Der mit vier Saisontoren beste Torschütze der Klever, Levon Kürkciyan, läuft seit einiger Zeit seiner Form hinterher und wirkt bisweilen überspielt. Auch Pascal Hühner hing gegen Duisburg lange in der Luft, Innenverteidiger Nedzad Dragovic zeigte sich im Spielaufbau ungewohnt fehlerhaft. Wenn es dann auch Spielführer Fabio Forster nicht gelingt, Ruhe ins Spiel zu bringen, ist der FC zu leicht zu überspielen.

Spielerisch überzeugender soll es schon am Sonntag gegen Jahn Hiesfeld werden, der aktuell als 15. der Tabelle gelistet wird. Dabei spielten sie in der Saison 2017/18 noch um den Aufstieg mit, beantragten aufgrund personeller und finanzieller Unwägbarkeiten jedoch die Regionalliga-Lizenz nicht und landeten schließlich auf dem fünften Rang.

Die Veilchen spielen bisher jedoch eine außergewöhnlich ernüchternde Spielzeit und mussten schon sechs Mal dem Kontrahenten zu drei Punkten gratulieren. Nach schwachem Start gewannen sie nur gegen den SC West (3:0) sowie Schwarz-Weiß Essen (2:1). „Wir haben in dieser Saison schon extrem viel Pech gehabt: mal sind es Stockfehler in der Abwehr, ein Patzer des Torwarts oder unsere schlechte Chancenverwertung, die uns um die Punkte bringen“, sagt Thomas Drotboom, Teammanager des Klubs aus Dinslaken.

Doch Akpinar gibt zu verstehen: „Trotz der Ergebnisse ist Hiesfeld ein starker Gegner.“ Bei seiner Personalauswahl gibt es wenig Neues. Niklas Klein-Wiele steigert behutsam sein Pensum, ein Einsatz kommt aber noch nicht in Frage. „Wir sind bei ihm voll im Fahrplan“, erklärt Akpinar. Dragovic hatte sich gegen Duisburg vertreten, lief in der Folge unrund über den Kunstrasenplatz und ist nun auch für Sonntag fraglich.

Die Ausstrahlung des „Opas“ ist für den Neunten der Oberliga unersetzlich. Zumal der Jahn in einem Mini-Aufwärtstrend steckt: gleich zwei Mal holten sie in den vergangenen zwei Wochen Punkte. Diese erzwangen sie beim Unentschieden gegen die Abstiegskandidaten VfB Speldorf und FSV Duisburg. „Die Klever können mit dem zufrieden sein, was sie bisher erreicht haben, doch auch sie haben eine Schwächeperiode gehabt. Kleve ist ein guter Gegner, in der jetzigen Situation aber sage ich: wir müssen einen Dreier holen“, meint Drotboom. Für seine Farben nicht auf dem Spielfeld wird Stürmer Phillip Goris stehen, der mit einer Bänderdehnung aussetzen muss. Dabei ist es insbesondere sein Fachbereich, bei dem der Motor in Hiesfeld bisher stottert. Auch seine Kollegen im Angriff kommen nämlich höchstens auf zwei Treffer – zu wenig, um in der Tabelle aufzusteigen.

„Es ist überraschend, wie tief Jahn Hiesfeld unten in der Tabelle steht. Das war vor der Saison nicht absehbar. An jedem Spieltag denkt man: jetzt werden sie doch mal gewinnen“, sagt Kreß. Die Qualität dafür, meint Drotboom, sei vorhanden: „Jetzt müssen wir es für unser Ego, die Fans und Sponsoren auch mal auf den Platz bringen.“ Kleve wird sich mit aller Macht dagegen stemmen.

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