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1. FC Kleve II und TSV Weeze feiern den Klassenerhalt

Das Abstiegsfinale in der Fußball-Bezirksliga : Weeze und Kleve II gerettet – Uedem nicht

Riesenjubel beim TSV Weeze: Die Mannschaft hat im Herzschlag-Abstiegsfinale der Gruppe fünf durch ein 2:1 bei Borussia Veen den Klassenerhalt geschafft. Auch der 1. FC Kleve II bleibt nach dem 3:1-Heimsieg gegen den SV Budberg in der Klasse. Der Uedemer SV steigt dagegen ab, obwohl er bei Viktoria Goch mit 3:1 gewann.

Der Uedemer SV hat das kleine Fußball-Wunder nicht mehr geschafft, obwohl er alles dafür getan hat, dass es noch geschieht. Die Mannschaft gewann am letzten Spieltag der Bezirksliga beim Vizemeister Viktoria Goch mit 3:1. Das reichte aber nicht mehr zum Klassenerhalt, weil die Ergebnisse der Konkurrenz nicht nach Wunsch ausfielen. Riesenjubel herrscht dagegen beim TSV Weeze, der nach dem 2:1 in seinem Abstiegs-Endspiel bei Borussia Veen weiter in der Bezirksliga aufläuft, da er durch den 2:0-Sieg des SV Rindern gegen den SV Schwafheim auch die benötigte Schützenhilfe erhielt. Der 1. FC Kleve II bleibt nach seinem 3:1-Erfolg gegen den SV Budberg ebenfalls Bezirksligist. Der Ausgang des Abstiegsrennens in der Klasse sorgt auch dafür, dass der TSV Weeze II feiern kann. Er bleibt in der Kreisliga A. Und in der Kreisliga B wird es kein Relegationsspiel der Drittletzten um den Klassenerhalt geben.

Borussia Veen – TSV Weeze 1:2 (0:0) Schon vor dem Anpfiff des Duells um den Klassenerhalt herrschte eine prickelnde Atmosphäre. Rund 400 Fußballfreunde, darunter auch viele Anhänger der Blau-Gelben aus Weeze, hatten sich auf den Weg zur Veener Sportanlage gemacht. Für beide Mannschaften musste ein Sieg her, um den drohenden Abstieg zu verhindern. Die entsprechende Nervosität prägte das Geschehen auf dem Rasen vor allem in den ersten 45 Minuten. Die Kontrahenten sahen zunächst davon ab, so richtig in die Offensive zu gehen. Mit langen Bällen versuchte der TSV Weeze, der leichte Feldvorteile hatte, sein Glück. Doch diese fanden nur selten einen Abnehmer. Bis auf die letzte Szene der ersten Hälfte hatten beide Defensivreihen alles unter Kontrolle. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff bot sich der Borussia die große Doppelchance, doch Jan Bühren und Christian Quernhorst scheiterten jeweils knapp.

 Der 1. FC Kleve II, hier Luca Wiens (l.) und Marten Albrecht, machte sich das Leben in Hälfte zwei unnötig schwer.
Der 1. FC Kleve II, hier Luca Wiens (l.) und Marten Albrecht, machte sich das Leben in Hälfte zwei unnötig schwer. Foto: Markus van Offern (mvo)
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Etwas aggressiver gingen die Weezer nach dem Wechsel zu Werke. In der 67. Minute schickte der eingewechselte Stefan Gorthmanns mit einem tollen Pass Christian Ploenes auf die Reise, der im Alleingang den Führungstreffer erzielte. Minuten später war Ploenes erneut alleine durch, scheiterte dieses Mal aber. Jetzt waren die Räume vor dem Veener Tor größer, Louis Pacco konnte in der 79. Minute auf 2:0 erhöhen. Allerdings hatte kurz davor der Veener Jonas Höptner den Ausgleich auf dem Fuß, den Jendrik Ferdenhert mit einer Glanztat vereitelte. Trotz der 2:0-Führung wurde es in der Schlussphase noch einmal ganz eng für die Gäste, die plötzlich Nerven zeigten. Die Platzherren hatten nun viel Platz, erzielten wenig überraschend in der 90. Minute den Anschlusstreffer. In der Nachspielzeit rettete dann der Innenpfosten die Weezer vor dem Ausgleich, der den Abstieg bedeutet hätte. „Wir haben es am Ende noch richtig spannend gemacht, hatten aber das Glück auf unserer Seite. Insgesamt haben sich die Jungs den Sieg und den Klassenerhalt verdient“, sagte Trainer Marcel Kempkens nach dem Spiel.

Sein Veener Kollege Thomas Haal zeigte sich verständlicherweise nach dem Abpfiff enttäuscht. „Das war vor allem in der zweiten Halbzeit zu wenig von unserer Seite. In der Abwehr haben wir uns nicht an das gehalten, was wir vorher besprochen hatten. Und vorne fehlte uns die nötige Gradlinigkeit und Abgeklärtheit“, sagte der Trainer, der der Borussia erhalten bleibt. Zumindest ein Anhänger des Gastgebers nahm den Veener Abstieg ganz gelassen: „Immerhin gibt es in der nächsten Saison wieder die Derbys gegen Viktoria Alpen.“

Viktoria Goch - Uedemer SV 1:3 (1:0) Der Uedemer SV hat den Klassenerhalt nicht geschafft, hat aber allen Grund, die Bezirksliga erhobenen Hauptes zu verlassen. „Wir mussten uns auf dieses Szenario natürlich einstellen. Es hätte schon eine Menge zusammenkommen müssen, damit wir es noch packen. Aber es war wichtig, dass wir einen ordentlichen Abschluss gefunden und uns würdig aus der Liga verabschiedet haben. Das ist uns gelungen“, sagte Uedems Trainer Martin Würzler. Und tatsächlich hinterließen seine Akteure am letzten Spieltag durchaus Eindruck.

In der Anfangsphase spielte der Gastgeber Viktoria Goch noch ambitioniert auf. Und das, obwohl es für das Team von Trainer Daniel Beine am letzten Spieltag nur noch um die Goldene Ananas ging. Nach einem langen Ball sorgte Michel Wesendonk (25.) für die Führung. Doch je länger die Begegnung dauerte, desto mehr schwanden die Kräfte der Gocher. Und obwohl die Uedemer von den wenig erfreulichen Zwischenergebnissen der Parallelpartien wussten, spielten sie insbesondere im zweiten Durchgang befreit auf. Simon Trappe (62.), Maik Hemmers (70.) und Jannik Ingenwerth (76.) drehten die Partie vor 200 Zuschauern.

„Nach der 1:0-Führung haben wir nicht mehr kompakt gestanden und den Gegner so zum Toreschießen eingeladen. Dann kommt unter dem Strich so eine Niederlage dabei raus“, sagte der Gocher Coach Daniel Beine. Die Stimmung im Lager des USV, der die Saison auf dem ersten Abstiegsplatz beendete, war nach dem Schlusspfiff übrigens nicht allzu getrübt.

Schon jetzt denken die Schwarz-Gelben nämlich hoffnungsvoll an die nächste Spielzeit. „Nach der Sommerpause werden wir alles dafür tun, in der A-Liga oben mitzumischen. Wir sind nicht der Top-Favorit, der aufsteigen muss, aber wir wollen eine gute Rolle spielen. Daher haben wir trotz des Abstiegs richtig Bock auf die neue Saison“, sagte Trainer Martin Würzler.

1. FC Kleve II - SV Budberg 3:1 (2:0) Der 1. FC Kleve II hat geschafft, was er sich vorgenommen hatte. „Wir wollten den Klassenerhalt unbedingt aus eigener Kraft schaffen und nicht auf Schützenhilfe angewiesen sein. Das ist uns gelungen“, sagte Trainer Lukas Nakielski, für den es das letzte Spiel als Coach des Bezirksligisten war. Marco Schacht, bislang Coach des A-Ligisten BV Sturm Wissel, tritt seine Nachfolge an und drückte seiner neuen Mannschaft am Sonntag als Zuschauer die Daumen. Auch Umut Akpinar, Coach des Oberliga-Teams des 1. FC Kleve, war unter den gut 150 Besuchern. „Es ist enorm wichtig für den Verein, dass die zweite Mannschaft in der Bezirksliga geblieben ist. Denn das ist ein optimaler Unterbau für unser Oberliga-Team“, sagte Akpinar.

Der 1. FC Kleve II machte sich in der Partie dabei das Leben selbst schwer. Nach überzeugender Vorstellung in der ersten Hälfte, in der Sezai Kezer (25.) und Marten Al­brecht (35.) jeweils mit Toren nach Eckbällen von Luca Wiens für eine 2:0-Führung gesorgt hatten, ließ der Gastgeber nach der Pause nach. Das hätte sich beinahe gerächt, weil für den SV Budberg mehr als nur das Anschlusstor in der 54. Minute möglich war. Er hätte die Partie drehen können. Doch der 1. FC Kleve II hatte Glück, dass die Gäste bei zwei weiteren guten Gelegenheiten nur Pfosten und Latte trafen. Erst in der letzten Viertelstunde steigerte sich die Mannschaft wieder. Luca Wiens (87.) sorgte mit dem Treffer zum 3:1 für die Entscheidung.