Fußball : Velbert definiert die Grenzen des Klever FC

Fußball-Oberliga Niederrhein: 1. FC Kleve - SSVg. Velbert 0:2 (0:1). Ein Doppelpack des Gäste-Torjägers entscheidet die Partie.

Unter einer malerisch-herbstlichen Kulisse am Bresserberg ist die Mini-Serie der Rot-Blauen gerissen: nach drei Partien ohne Niederlage gratulierten die Schwanenstädter den Gästen der Spielvereinigung zu einem 2:0-Erfolg. „Das war ein hartes Stück Arbeit. Aber wir haben so wenig zugelassen, dass der Sieg klar verdient war“, sagte Velberts Trainer Alexander Voigt. „Mannschaftstaktisch war es eine gute Leistung. Individuell war Velbert aber besser“, gab Kleves Teammanager Georg Kreß zu Protokoll.

Die Gastgeber fanden schon mit Spielbeginn in ein schlüssiges taktisches Konstrukt ihres Trainers Umut Akpinar. Gegen die favorisierte Voigt-Elf postierten sich die FC-Kicker recht tief in der eigenen Hälfte und hofften auf schnelle Konter. In aussichtsreiche Räume stieß Velbert zu Spielbeginn nicht vor. So war es Pascal Hühner, der in der neunten Minute einen ersten Warnschuss auf das Gehäuse von Philipp Sprenger abfeuerte. Ansonsten avancierten die Strafräume eher zur Sperrzone des Spielbetriebs.

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Umso größer war die Überraschung, als die Gäste nach einer halben Stunde durch eine Verkettung glücklicher Umstände zum Torerfolg kamen. In einem Luftzweikampf köpfte Kosuke Hatta unfreiwillig auf die Latte des eigenen Tors. Schlussmann Andre Barth wirkte orientierungslos; das Leder senkte sich zurück vor die Torlinie, wo Leroy-Jacques Mickels geistesgegenwärtig einköpfte. Alperen Sahin hätte kurz darauf erhöhen müssen, als er begünstigt durch einen Stellungsfehler Nedzad Dragovics aus wenigen Metern über das Tor zielte.

Mit dem Ballast eines 0:1-Rückstands mussten die Klever Balltreter somit den Kabinen-Aufmunterungen Akpinars folgen. „Mit der ersten Halbzeit bin ich nicht unzufrieden. Durch ein unglückliches Tor sind wir dann aber doch ins Hintertreffen geraten“, sagt Akpinar. Zum Seitenwechsel brachte der Aufstiegstrainer für den verletzten Mike Terfloth Jannis Altgen in die Partie. Angreifer Jan-Luca Geurtz, dem jegliche Bindung zum Spiel seiner Farben fehlte, wurde zudem durch Yusuke Unoki ersetzt. Durch die personellen Kniffe Akpinars erhielt das Spiel auf das Velberter Tor deutlich mehr Tiefe. Es war eine Stunde verstrichen, als van Brakel nach Vorlage von Unoki mit dem Außenriss wenige Meter am Tor vorbeischoss.

Der Japaner war es wiederum, der nur wenige Zeigerumdrehungen später stramm auf Sprenger feuerte. Dieser parierte jedoch glänzend. Die Entscheidung zu Gunsten der Spielvereinigung folgte dann in der 75. Spielminute: leichtfertig verlor die Heim-Elf das Spielgerät, Mickels ergriff sofort die Gelegenheit und stürmte auf Barth zu. Mit einem gezielten Schuss in die rechte Ecke bescherte er seinen Kollegen das zweite Tor des Tages und sich selber das neunte in dieser Spielzeit.

„Aus unserer Sicht war es erfreulich, dass die Jungs niemals aufgesteckt haben“, sagt Akpinar. Ein Zeugnis dessen war das Solo von Levon Kürkciyan in der Nachspielzeit, an dessen Ende er aus wenigen Metern nur knapp das Tor verfehlte. Weitere aussichtsreiche Kontergelegenheiten spielte Velbert zu ungenau aus. „Wir haben zwei bis drei Chancen zugelassen. Auswärts ist diese Bilanz in Ordnung“, sagt Voigt. „Ich möchte hier auch von drei wichtigen Punkten sprechen, denn bis zur Winterpause wollen wir noch an die vordersten Tabellenplätze „heranrobben“. Auch die Konkurrenz wird Punkte liegen lassen. Um das auszunutzen, müssen wir so wie heute unsere Hausaufgaben machen“, sagt Voigt, dessen Mannschaft als Vierter der Tabelle gelistet wird.

Sein Gegenüber setzte zum Zahlenspiel an: „Blickt man auf 90 Minuten zurück, war der Velberter Sieg verdient. In den ersten 30 Minuten standen wir sehr gut. Zu selten aber haben wir in das letzte Drittel des Gegners gefunden“, befand Akpinar und fügte an: „Vielleicht fehlte uns in den entscheidenden Momenten die Gier.“ Durch die Niederlage fällt der FC auf den zehnten Tabellenrang zurück. Auch die aktuelle Tordifferenz zeugt von durschnittlichem Oberliga-Niveau: zwanzig Toren stehen aktuell zwanzig Gegentore gegenüber.