Fußball-Oberliga Newcomer Alfred Appiah hat beim 1. FC Kleve viel vor

Kleve · Der 25-Jährige ist im Winter vom Ligakonkurrenten SC St. Tönis an den Bresserberg gewechselt. Er kämpft sich derzeit an die Startelf heran. Am Freitag trifft er mit seinem Team auf seinen Jugendklub VfB Homberg.

Angreifer Alfred Appiah will dem Offensivspiel des 1. FC Kleve mehr Tiefe verleihen.

Angreifer Alfred Appiah will dem Offensivspiel des 1. FC Kleve mehr Tiefe verleihen.

Foto: Jakob Klos

Am Sonntag war es endlich soweit: Neuzugang Alfred Appiah, der im Winter vom Ligakonkurrenten SC St. Tönis 1911/20 gekommen war, feierte sein Debüt für den Fußball-Oberligisten 1. FC Kleve. Knapp 20 Minuten durfte der Angreifer nach seiner Einwechselung gegen den FC Büderich ran. Der Auftritt war wenig erfolgreich: Mit 0:3 mussten sich die Rot-Blauen dem Aufsteiger auswärts geschlagen geben. Für Appiah war es dennoch eine besondere Erfahrung. „Es tat gut, endlich mal wieder in einem Pflichtspiel auf dem Platz zu stehen. Das war lange her – und ich habe es sehr vermisst“, sagt der 25 Jahre alte Deutsch-Ghanaer.

In der vergangenen Saison gehörte Appiah in Tönisvorst noch zu den wichtigsten Akteuren. In 33 Partien gelangen ihm zehn Treffer und fünf Vorbereitungen. Doch in dieser Saison spielte der Sportmanagement-Student bloß noch eine Nebenrolle. „Eine Verletzung hat mich stark zurückgeworfen. Ich will nicht alles darauf schieben, aber das war ein entscheidender Faktor. Daher brauchte ich jetzt einfach mal eine neue sportliche Herausforderung“, sagt Appiah. „Ich will einfach wieder wichtig fürs Team sein.“ Und das Ankommen am Bresserberg sei überaus leichtgefallen. „Ich wurde sehr gut aufgenommen. Das Drumherum ist so familiär, wie es mir im Vorfeld beschrieben worden war“, sagt der Stürmer.

Auch in der Wintervorbereitung unter Trainer Umut Akpinar wurde Appiah zwischenzeitlich von einer leichteren Verletzung zurückgeworfen. „Daher habe ich leider Teile der Vorbereitung verpasst. Und ich bin auch noch nicht bei 100 Prozent, aber auf einem guten Weg dahin. Ich merke, wie ich Schritt für Schritt besser in Form finde“, sagt Appiah, der in der Hinrunde bloß fünf Partien für den SC St. Tönis absolvierte. Der Rechtsfuß, der einen Vertrag bis zum Sommer unterzeichnet hat, kann sich durchaus vorstellen, langfristig beim 1. FC Kleve zu bleiben. „Wünschen würde ich mir das nach jetzigem Stand auf jeden Fall. Aber im Fußball weiß man nie, was passiert“, sagt der 25-Jährige.

Klar ist: Alfred Appiah wurde vom Sportlichen Leiter Georg Mewes vor allem ob seines Tempos verpflichtet. Der Angreifer hat Tiefe im Spiel, die dem 1. FC Kleve in der Hinserie nicht selten fehlte. „Ich bin schnell, außerdem bin ich körperlich stark“, sagt Appiah, der im Sturmzentrum und auf den Außenbahnen spielen kann. Am Freitagabend, 19.30 Uhr, trifft er mit seinem Team auf den VfB Homberg. Dann will Appiah erstmals vor heimischem Publikum seine Qualitäten unter Beweis stellen. Und er trifft auf seinen Ex-Klub. „Das wird für mich eine ganz besondere Partie, weil ich beim VfB Homberg meine ganze Kindheit bis zur A-Jugend verbracht habe. Dort fand ich überhaupt erst zum Fußball. Ich werde sicherlich einige Bekannte treffen“, sagt er.

Der Respekt vor dem VfB ist groß. „Der VfB Homberg hat einen guten Kader, der im Winter auch noch einmal deutlich verstärkt wurde. Das wird also keine leichte Aufgabe für uns, ich erwarte einen Kampf. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir drei Punkte holen werden“, sagt Appiah.

Kleves Trainer Umut Akpinar sagt über den nächsten Gegner: „Der VfB Homberg müsste aus meiner Sicht in der Tabelle noch höher stehen. Sie haben mächtig Qualität in ihren Reihen, da kommt also eine schwere Aufgabe auf uns zu.“ Im Hinspiel setzten sich die Klever mit 2:1 durch. „Das war ein enges Match, es hätte auch unentschieden ausgehen können“, sagt der Coach. „Nun erwarte ich wieder starke Homberger.“ Die Homberger holten einen überzeugenden 2:0-Erfolg gegen den Tabellennachbarn TVD Velbert. Der 1. FC Kleve musste sich dahingegen nach einer schwachen Leistung mit 0:3 dem Aufsteiger FC Büderich geschlagen geben. „Wir konnten nicht ansatzweise an die Leistung der Vorwoche anknüpfen. Das war von Anfang bis Ende nichts. Damit sind wir extrem unzufrieden“, sagt Akpinar. Anfang der Woche habe das sehr wehgetan. „Das war absolut nicht oberligatauglich. So holst du nicht ansatzweise Punkte in der Oberliga. Aber das haben wir aufgearbeitet und nun wollen wir wieder ein anderes Gesicht zeigen“, sagt Akpinar.

Der Klever Coach rechnet mit einem engen Duell. „Wir stellen uns der Aufgabe und haben häufig genug gezeigt, gegen starke Mannschaften bestehen zu können, wenn wir die nötige Aggressivität an den Tag legen. Das fängt in der Vorbereitung an und zieht sich bis zum Spiel“, sagt Umut Akpinar.

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