Bürgeranwalt in Kleve: Spielplatz ohne Geräte lockt keine Kinder mehr

Bürgeranwalt in Kleve : Spielplatz ohne Geräte lockt keine Kinder mehr

Bunte Klettergerüste, eine moderne Schaukel, Wippen mit Bärengesichtern und eine einladende Rutsche – so sieht der Spielplatz des Grundstücks an der Frankenstraße direkt neben dem Alten Friedhof aus.

Bunte Klettergerüste, eine moderne Schaukel, Wippen mit Bärengesichtern und eine einladende Rutsche — so sieht der Spielplatz des Grundstücks an der Frankenstraße direkt neben dem Alten Friedhof aus.

Doch der ist nicht frei zugänglich, sondern mit einer Hecke und einem Zaun eingegrenzt. Kontrastprogramm einige Meter weiter. Der Spielplatz auf dem Friedhofsgelände ist zwar für jeden geöffnet, doch spielen möchte dort niemand: Die Geräte sind verrostet, die Farbe ist abgeblättert, die Rutsche mit Spinnenweben verhangen. Der Sandkaste ist voller Blätter und Äste. Müll liegt neben den leeren Abfalleimern.

"Im Frühjahr standen dort noch eine Schaukel und ein Drehkarussell — aber die wurden abmontiert", erzählt eine Anwohnerin. Dort, wo die Spielgeräte standen, sind nur kahle, mit Sand gefüllte Stellen zu sehen. Sie findet es schade für die Kinder, dass der Spielplatz nicht hält, was der Name verspricht. Statt Kinderlachen herrscht auf dem Gelände Schweigen. Statt Eltern und deren Nachwuchs verirren sich lediglich einige Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern auf den Platz. Zwar ist die Wiese frei von Müll und Hundekot, doch weist ein Schild darauf hin, dass beispielsweise das Fußballspielen dort verboten ist.

Der Zustand des Spielplatzes spiegelt auch den Rest des Alten Friedhofes wider. Reichlich verzierte Grabsteine, detailreich mit Ornamenten geschmückt, siechen dahin, ohne dass sich jemand um deren Erhalt kümmert. Zugewachsen sind sie mit Unkraut, die Grabinschriften zum größten Teil unlesbar. Die Wiesen sind wahre Minenfelder — überall liegen die Hinterlassenschaften der Vierbeiner.

Und noch etwas anderes beschäftigt die Anwohnerin neben dem Spielplatz: "Mit meinem Rollator kann ich die unebenen Wege nicht nutzen", moniert sie. Die Naturwege, die eigentlich typisch sind für Friedhöfe und Parks, sind zwar schön, doch gerade für ältere Menschen unpraktikabel.

(RP/rl)
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