Kleve: Spectro will Kurzarbeit im April beenden

Kleve: Spectro will Kurzarbeit im April beenden

Spectro-Geschäftsführer Manfred A. Bergsch sprach von einer "bahnbrechenden Entwicklung", die in Kleve stattfand. Für das "Massenspektrometer", das als Weltneuheit alle chemischen Element gleichzeitig analysieren kann, hat das Unternehmen von 120 Fachjournalisten auf einer Messe in den USA eine hohe Auszeichnung bekommen. Die Produktion des neuen Gerätes in der Kreisstadt werde zu höheren Umsatz- und Verkaufszahlen führen, sagte gestern der Spectro-Geschäftsführer bei einem Besuch des CDU-Landtagsabgeordneten Manfred Palmen.

Bergsch sieht "vorsichtig optimistisch" in die nahe Zukunft. Er hofft, dass die Kurzarbeit im Betrieb bereits im April ausläuft. "Dieses Instrument ist für uns sehr wichtig. Denn wenn wir die Mitarbeiter hätten entlassen müssen, wäre es nicht möglich gewesen, diese hochqualifizierten Beschäftigten bei besserer Auftragslage wieder schnell zu ersetzen", betonte der Geschäftsführer. 270 Mitarbeiter sind bei Spectro in Deutschland. Der Umsatz lag im Jahr 2009 bei 87 Millionen Euro.

Neue Mitarbeiter durch HRW

Mit der Eröffnung der Hochschuschule Rhein-Waal (HRW) sei der Standort Kleve für das Unternehmen "noch besser" geworden, sagte Bergsch. Dadurch könne Spectro die hochqualifizierten Beschäftigten für die Zukunft in einer Kooperation zwischen Hochschule und Firma ausbilden lassen. 40 Prozent der Spectro-Mitarbeiter hätten schon jetzt ein Studium absolviert.

Der Zuschlag der Landesregierung für die Hochschule sei eine "bahnbrechende Entscheidung für Kleve gewesen", erklärte Bürgermeister Theo Brauer. Aber er blickt auch sorgenvoll in die nächsten Jahre. Die Stadt habe zwar "sehr solide" gewirtschaftet, allerdings wisse niemand, wie sich Wirtschaft und damit Steuereinnahmen entwickelten. Die Stadt habe trotzdem hohe Soziallasten zu tragen. Aber die Möglichkeiten der Kommunen, mehr Geld einzunehmen sei begrenzt, so Brauer.

Schullandschaft ungewiss

"Wenn ich überall so wenig Probleme hätte wie mit der Stadt Kleve, wäre ich zufrieden", sagte Palmen in seiner Funktion als Parlamentarischer Staatssekretär im NRW-Innenministerium, das über die Finanzen der Städte und Gemeinden wacht. Palmen als Landtagsabgeordneter des Nordkreises hob die gute Bildungslandschaft in Kleve vom Kindergarten bis zur Hochschule hervor. Wie es aber mit dem Schulsystem und insbesondere mit der Hauptschule weitergehe, das hänge vom Ausgang der Wahl in Nordrhein-Westfalen am 9. Mai ab. "Wir wollen auf jeden Fall die erfolgreiche Koalition mit der FDP fortsetzen", so der CDU-Politiker.

(RP)