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Kreis Kleve: SPD will Rathäuser erobern

Kreis Kleve : SPD will Rathäuser erobern

Die SPD zeigt Selbstbewusstsein nach dem guten Abschneiden bei der Landtagswahl. Sie will im Jahr 2015 die Bürgermeister in Kleve, Emmerich, Rees, Rheurdt und Issum stellen. Hendricks will Erststimmen von den Grünen.

Die SPD bläst nach ihrem überraschend guten Sieg bei der Landtagswahl zum Angriff. "Wir wollen bei der Kommunalwahl im Jahr 2014 so deutlich hinzugewinnen, dass gegen uns keine Entscheidung getroffen werden kann", gab die SPD-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Dr. Barbara Hendricks gestern die Marschroute aus. Die Partei habe ferner das Ziel, in Kleve, Emmerich, Rees, Rheurdt und Issum bei der Bürgermeisterwahl im Jahr 2015 die CDU-Amtsinhaber durch SPD-Bewerber abzulösen. Hendricks setzt auf rote Rathäuser in diesen vier Kommunen, weil am vergangenen Sonntag die SPD hier mehr Zweitstimmen als die CDU geholt habe. Nach dem katastrophalen Abschneiden der Christdemokraten bei der Landtagswahl zeigt sich die SPD-Kreisvorsitzende kämpferisch: "Wir erwarten, dass die CDU unsere Vorschläge in Rathäusern und im Kreis nicht in den Wind schlägt. Das war in den vergangenen 60 Jahren so. Nach dieser Wahlniederlage kann die CDU nicht so weitermachen wie bisher."

Hendricks hat aber zunächst einmal die Bundestagswahl im kommenden Jahr im Visier, wo sie wahrscheinlich wieder als Direktkandidatin gegen Ronald Pofalla (CDU) antreten wird. "Wir müssen mit den Grünen darüber reden, dass wir Erststimmen bekommen", so der Wunsch der SPD-Bundestagsabgeordneten. Denn viele FDP-Wähler hätten am Sonntag im Norden des Kreises die Erststimme dem CDU-Kandidaten Bergmann gegeben. Es sei bei den Grünen nicht so "geübt", dass die Erststimme der SPD-Bewerber erhalte. "Dr. Günther Bergmann ist doch ein Landtagsabgeordneter von Gnaden der FDP", stellte Norbert Killewald, SPD-Landtagskandidat für den Süden des Kreises, fest.

Das gestärkte Selbstbewusstsein der SPD drückt sich auch in der Forderung von Hendricks aus, dass bei leitenden Positionen in den Verwaltungen nicht nur CDU-Mitglieder zum Zuge kommen. "Auch Parteilose und Mitglieder anderer Parteien sind hervorragend geeignet", sagte die Kreisvorsitzende.

In der nächsten Zeit gehe es darum, wichtige Vorhaben gemeinsam im Kreis anzugehen, so Hendricks. Eines der zentralen Probleme sei ein Konzept für die Schullandschaft im Kreis, sagten Killewald und Bodo Wißen, SPD-Landtagskandidat im Norden, übereinstimmend. Es gehe darum, möglichst viele weiterführende Schulen in den Städten und Gemeinden zu erhalten, so Killewald. Auch in der Gesundheitskonferenz müsse sich der Kreis Gedanken machen, wie die Krankenhaus-Landschaft und ambulante Ärzteversorgung sichergestellt werde. Hendricks warf dem Kreis vor, Erlasse des Landes nicht auszuführen. Sie bezog sich auf das Mähverbot in der Niederung bei Kleve zum Schutz der Uferschnepfe. Daraus habe die CDU im Wahlkampf "einen Aufstand" gemacht, meinte die SPD-Politikerin.

(RP)