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Kleve: SPD Kleve: "Dilettantismus in der Geschäftsführung"

Kleve : SPD Kleve: "Dilettantismus in der Geschäftsführung"

Die Klever SPD hat gestern Abend auf die Planungen der Katholischen Kliniken im Kreis Kleve (KKiKK) mit einer geharnischten Presseerklärung reagiert:

"Nunmehr hat die Geschäftsführung des Klever Krankenhauses die Katze aus dem Sack gelassen. Der berechtigte Protest der Gocher Bürgerinnen und Bürger, die gegen die Schließung "ihres Krankenhauses" auf die Straße gegangen sind, wird nun auf dem Rücken der Klever Bürgerinnen und Bürger und vieler Beschäftigten im Klever Krankenhaus beendet werden.

Die Geschäftsführung hat jetzt beschlossen, die Abteilungen "Gastroenterologie" und "Allgemein- Visceralchirurgie" (Bauchchirurgie) in Kleve zu schließen und nach Goch zu verlagern. Damit wird die Verunsicherung der Bürgerinnen und Bürger und Beschäftigten jetzt von Goch auf Kleve verlagert. Statt einer schlüssigen, zukunftsorientierten Planung für die einzelnen Standorte vorzulegen wird die "Bauchchirurgie" nach Goch verlagert und somit von der Unfallchirurgie abgekoppelt."

Der Vorsitzende der Klever SPD, Josef Gietemann, zeigte sich über diesen Dilettantismus in der Geschäftsführung des Klever Krankenhauses entsetzt: "Anstatt dass Dr. Enders zugibt, einen Fehler begangen zu haben, indem er die Schließung des Gocher Krankenhauses vorschnell öffentlich ankündigte, setzt er jetzt einen zweiten Fehler oben drauf und sorgt dafür, dass alle Standorte erheblich leiden werden.

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Das werden die Klever Bürger nicht hinnehmen, wenn Goch es geschafft hat, mit einem Protest von 1000 Bürgern die Schließung zu verhindern, wird dies in Kleve, wenn alle Parteien und Organisationen sich für unser Krankenhaus einsetzen, sicher auch gelingen, die Schließung der Abteilungen und damit die Schwächung des Standort Kleve zu verhindern".

Er erklärte weiter, es sei auch unerträglich wie das Personal durch die Geschäftsführung hin- und hergeschoben wird: "So darf ein Krankenhausträger, der die christlichen Werte hochhält, nicht mit Menschen umgehen".

Das SPD Stadtratsmitglied Petra Tekath, die 1999 den Förderverein für die Kinderabteilung des St. Antonius-Hospitals gründete, um durch eine gute Kinderabteilung junge Familien an Kleve zu binden, sieht auch die möglichen negativen Auswirkungen für den Standort Kleve: "Dadurch, dass immer weniger medizinische Versorgung - neben den jetzt schon fehlenden Abteilungen, wie zum Beispiel Dermatologie und Augenheilkunde - in Kleve möglich ist, werden sich Patienten fragen, ob sie im Klever Krankenhaus noch richtig aufgehoben sind.

Auch qualifizierte Arbeitnehmer werden sich bei noch mehr fehlender medizinischen Versorgung nicht unbedingt für Kleve entscheiden. Ein starker Wirtschaftsstandort braucht auch eine bestmögliche medizinische Versorgung".

(RP/rl)