Kleve Sontowski erwartet nun den Zuschlag

Kleve · Der Erlangener Projektentwickler will von der Stadt Kleve eine Entscheidung, ob das auf dem Minoritenplatz geplante Geschäftshaus gebaut werden soll. Der Investor sieht keinen Grund für weitere Überarbeitungen seiner Planungen.

 Dort, wo noch Autos parken, plant der Erlangener Investor ein Geschäftshaus. Das Vorhaben ist umstritten.

Dort, wo noch Autos parken, plant der Erlangener Investor ein Geschäftshaus. Das Vorhaben ist umstritten.

Foto: Evers

Der Erlangener Projektentwickler, die Sontowski und Partner Group, wird keine weiteren Neuplanungen vorlegen, um für mehr Akzeptanz für das von ihm geplante Geschäftshaus auf dem Klever Minoritenplatz zu werben. In einem Gespräch mit der Rheinischen Post sagte Klaus-Jürgen Sontowski, Geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens: "Wir haben alles geliefert. Jetzt muss ein klares Signal an uns gesendet werden. Wir sind bisher jeder Bitte nachgekommen." Der Geschäftsführer geht sogar noch einen Schritt weiter und sagt: "Wir erwarten jetzt auch den Zuschlag."

Aber angesichts der Stimmungslage innerhalb der Klever Politik dürfte es nicht leicht sein, eine Mehrheit für die Pläne des Projektentwicklers zu begeistern. Ein Grund dafür könnte auch die vergangene Präsentation von Thomas Riek, Projektleiter bei Sontowski, bei der jüngsten Vorstellung des Bauvorhabens im Hörsaal der Hochschule Rhein-Waal im September gewesen sein. Riek hatte eine Präsentation hingelegt, die innerhalb der Politik für leichte Verärgerung sorgte und mit "enttäuschend" von Politikern bewertet wurde.

Doch hatte die Klever CDU dem Unternehmen noch eine weitere Chance eingeräumt. Geschäftsführer Klaus-Jürgen Sontowski sollte (nach einem Exklusivinterview mit der RP auf der ExpoReal in München) die Möglichkeit bekommen, im November persönlich in nichtöffentlicher Sitzung den Rat von dem Projekt zu überzeugen. Der Termin ist ergebnislos verstrichen, Sontowski war verhindert und hatte abgesagt. Und derzeit besteht offensichtlich keine Notwendigkeit für die CDU, sich ein Zeitfenster für Sontowski freizuhalten..

Nach den Aussagen im Gespräch mit der RP sieht der Geschäftsführer offenbar ebenfalls keine Notwendigkeit, aktuell noch einmal für sein Projekt die Werbetrommel zu rühren. "Es liegen doch alle Fakten auf dem Tisch. Alles ist besprochen. Wir haben für 85 Prozent der Fläche den Mieterbesatz genannt. Das alles muss reichen für eine Entscheidung über die Zuschlagserteilung. Wir sind mit erheblichen, auch finanziellen Anstrengungen auf jedes aufgeworfene Thema zugegangen und haben dieses auch aufgelöst. Was sollen wir denn noch machen?", fragt Sontowski, der erklärt, man könne auch noch 100 weitere theoretische Varianten durchspielen. Der Erlangener Geschäftsführer macht deutlich, dass man als Sieger aus dem "Europäischen Wettbewerb" erkoren worden sei. Außer Sontowski gab's für dieses Projekt seinerzeit allerdings auch keinen weiteren Interessenten.

Klaus-Jürgen Sontowski macht keinen Hehl daraus, wie er die aktuelle Diskussion um den Bau eines Geschäftshauses in der Klever Unterstadt bewertet: "Es ist ungewöhnlich, dass am Schluss eines Verfahrens die Grundsatzfrage gestellt wird." Nämlich die: Ob man dort überhaupt bauen will. "So etwas klärt man am Anfang", sagt der Geschäftsführer.

Ein weiterer Grund, keine größeren Überarbeitungen mehr vorzunehmen, ist laut Sontowski: "Es gibt auch keine einheitliche Meinung, die an uns adressiert ist, was denn noch zu ändern ist. Außer ein bisschen zu polemisieren im Besatz, wo es darum geht, die Mieter noch einmal vorzustellen, wo ich aber sage, die haben alle eine große Website im Internet, da kann man alles Wissenswerte nachgucken", sagt der Unternehmer.

Sontowski lässt keine Zweifel aufkommen, was als nächster Schritt passieren muss: "Wir sind jeder Bitte nachgekommen. Umplanen, umplanen, noch einmal umplanen. Mieterbesatz, anderer Mieterbesatz. Trotzdem gefällt es einigen immer noch nicht, dass gebaut wird. Dann muss man sagen, entweder wir blasen den Wettbewerb ab, oder wir erteilen jetzt den Zuschlag."

Was die weitere Vorgehensweise betrifft, so erklärte CDU-Fraktionschef Udo Janssen gestern: "Der nächste Schritt, der jetzt erfolgen müsste, wäre, dass der Rat eine Entscheidung trifft, ob er der Firma Sontowski den Zuschlag erteilt." Ob dies in der nächsten Ratssitzung am 17. Dezember auf der Tagesordnung steht, weiß Janssen nicht: "Die Tagesordnung wird vom Bürgermeister aufgestellt."

Nimmt man die Ausführungen von Geschäftsführer Klaus-Jürgen Sontowski als Maßstab, kann die Entscheidung über das Geschäftshaus jetzt gefällt werden, weil es keine neuen Planungen geben wird.

(RP)
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