1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

Sommer-Tour der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve zu Gast in Wissel

Sommer-Tour : Ein Anziehungspunkt am Wasser

Die Kreiswirtschaftsförderung schloss ihre Sommertour bei der Seglergemeinschaft am Wisseler See ab. Der Verein setzt auf den Nachwuchs und eine familiäre Atmosphäre. Touristisch ist Kalkar ohnehin Vorreiter.

Das Wunderland, die Kirche St. Nicolai, die Burg Boetzelaer und die Rheinfähre – touristisch ist Kalkar stark aufgestellt. Wenig verwunderlich also, dass die Stadt mit 170.000 Übernachtungen pro Jahr (selbstverständlich vor Corona) der wichtigste Anziehungspunkt für Gäste im Kreis Kleve ist. Ein Kleinod für Besucher ist auch der Wisseler See. Dafür, dass es dort bunt zugeht, zeichnet die Seglergemeinschaft seit 1966 mitverantwortlich. Um deren Engagement zu würdigen, machte die Kreiswirtschaftsförderung um Hans-Josef Kuypers am Freitag bei den Sportlern Halt. Der Besuch war die Schlussveranstaltung der diesjährigen WFG-Sommertour „Zu Land, zu Wasser, in der Luft“.

„Dieser Verein ist das Sahnehäubchen für den Wisseler See“, sagt Hans-Josef Kuypers. 45 Boote liegen an der Steganlage der Seglergemeinschaft. Viele der Jollen befinden sich in Privateigentum, doch auch der Verein hält zehn Boote für seine Mitglieder vor. „Die Segler beleben das Umfeld des Freizeitparks auf besondere Weise“, sagt Kalkars Wirtschaftsförderer Bruno Ketteler. Insgesamt zählt der Verein, der einst im Ortsteil Hönnepel gegründet worden ist, 140 Mitglieder. Darunter sind knapp 40 Kinder und Jugendliche. „Das, was unseren Verein seit Jahrzehnten ausmacht, ist der familiäre Charakter. Hier herrscht ein richtiges Wir-Gefühl. Dieses Grundstück am See ist nicht nur eine Sportstätte, sondern ein echter Aufenthaltsort“, sagt Vorstandsmitglied Bernd Pastoors.

  • Ophoven stand zu großen Teilen unter
    Hospizdienst Regenbogen : Gesprächsangebote für Flutopfer im Kreis Heinsberg
  • Konzerte auf Burg Linn : Wegen Corona: Serenaden für erlauchten Kreis
  • Symbolfoto
    Corona im Kreis Viersen : Inzidenzwert im Kreis steigt weiter

Im Jahr 1977 war das heutige Vereinsheim der Sportler fertiggestellt worden, in dem Gebäude steckt eine Menge Eigenleistung. Im Rahmen des Projekts „Kalkar 2000“ wurde in den Neunzigerjahren dann nochmal mächtig in die Infrastruktur investiert. Damals sorgten die Segler etwa für eine moderne Photovoltaikanlage, die zur Folge hat, dass der Klub seit Jahren klimaneutral wirtschaftet.

Franz-Josef Schoofs ist schon als kleiner Junge auf dem Wisseler See unterwegs gewesen. „Mein Vater und ich, wir haben hier mit einem kleinen Kanu angefangen“, sagt der Energieberater, der heute als Segler auf den Gewässern der Region aktiv ist. Ihm zu Folge sei die Naturverbundenheit für die Kalkarer Wassersportler seit jeher eine Selbstverständlichkeit. Und zuletzt gab es für die Aktiven erneut Unterstützung der öffentlichen Hand: Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat die Errichtung einer neuen Steganlage mit 90.000 Euro mitfinanziert. Ende August sollen die neuen Brücken feierlich eingeweiht werden, in Gebrauch aber sind sie bereits.

„Wir waren bei dem Förderprogramm ganz schnell dabei und sind froh über die Unterstützung der Stadt. Außerdem ist es bei uns nie allzu schwierig, helfende Hände zu finden, die mitanpacken“, sagt Vereinsvertreter Bernd Pastoors. Er sei besonders stolz darauf, dass das Segeln am Wisseler See kein allzu kostspieliges Unterfangen ist. Für Familien liegt der Tarif bei nur 164 Euro, Einzelmitglieder zahlen 125 Euro pro Jahr. Hinzu kommen noch die Gebühren für die Nutzung der Steganlage, außerdem müssen Vereinsmitglieder Arbeitsstunden leisten, um die Anlage in Schuss zu halten. Der Nachwuchs ist immer freitags auf dem See unterwegs. „Dann ist hier mächtig etwas los. Die Jüngsten werden auf den kleineren, recht leicht zu bedienenden Optimisten herangeführt“, sagt Pastoors.

Das Ziel ist klar: Schnellstmöglich sollen die Heranwachsenden ihre Scheine und Zertifikate erwerben. Nur mit diesen ist es auch möglich, auf größeren Gewässern unterwegs zu sein, weiß Pastoors. So reist eine Gruppe der Seglergemeinschaft jedes Jahr an das niederländische Ijsselmeer. „Wir haben eigentlich kein Nachwuchsproblem. Es wird immer alles versucht, die jungen Leute auch langfristig an unseren Verein zu binden. Das gelingt uns eigentlich immer sehr gut“, sagt Bernd Pastoors. Sogar in Corona-Zeiten habe man – unter Beachtung der Hygienevorkehrungen – ein Angebot machen können. „Alleine konnte man bei uns jederzeit segeln, das haben wir genossen“, sagt Pastoors.