Kleve/Kranenburg: So kommen Handwerker an ihr Geld

Kleve/Kranenburg: So kommen Handwerker an ihr Geld

Der Klever Inkassounternehmer Lothar Claahsen hat das Buch "Finanziell erfolgreich im Handwerk" geschrieben. Auf rund 100 Seiten erklärt er die Grundlagen des Forderungsmanagements. Dazu gehört auch mal, Vorkasse zu verlangen.

Fast die Hälfte aller deutschen Handwerker hat Schwierigkeiten, Forderungen gegenüber den Kunden einzuholen. Das ist das Ergebnis der aktuellen Herbstumfrage des Bundesverbands Deutscher Inkassounternehmen. Das Handwerk liegt bei den Problembranchen an erster Stelle, Grund genug für Lothar Claahsen, ein Buch zu schreiben, in dem er seine Erfahrungen mit dem Thema weiter und Handwerkern wertvolle Tipps, wie sie ihr Forderungsmanagement verbessern können, gibt.

"Finanziell erfolgreich im Handwerk" heißt das 96-seitige Werk des seit 25 Jahren tätigen Inkassounternehmers aus Kleve. "Gerade in kleineren Handwerksunternehmen wird das Thema Forderungsmanagement vernachlässigt", sagt Claahsen. "Oft fehlt die Zeit, sich mit diesem Thema professionell zu beschäftigen", weiß der Inkassounternehmer aus Erfahrung. Das kann Ulrich Vervoorts, Inhaber des gleichnamigen Sanitär- und Heizungsunternehmens in Kranenburg, nur bestätigen.

"Eigentlich ist ein vernünftiges Forderungsmanagement selbstverständlich. Doch in der Hektik des Alltags kommt man oft nicht dazu", betont Vervoorts. So könne es schon mal passieren, dass ein Mitarbeiter sich den Stundenzettel nicht unterschreiben lässt oder er sich nicht den vollständigen Namen und die Adresse des Auftraggebers notiert. "Und dann kann es auch schon zu spät sein. Uns ist es schon passiert, dass wir nur einen Nachnamen hatten und der Auftraggeber plötzlich verzogen war, als wir ihm die Rechnung zustellen wollten", berichtet der Handwerker.

Das sei ebenso typisch wie vermeidbar, versichert Claahsen. "Für Handwerker fängt das Thema meistens erst mit der Rechnungsstellung an. Das aber ist ein Trugschluss. Schon bei der ersten Kontaktaufnahme mit dem Kunden sind bestimmte Spielregeln zu beachten", erklärt der Autor. Ein Beispiel: "Der Handwerker sollte bereits stutzig werden, wenn ein Auftraggeber aus einer weiter entfernteren Stadt anruft. Der Grund kann nämlich sein, dass in seinem Heimatort kein Handwerker mehr für ihn tätig werden will."

Wichtig sei es für einen Handwerker auch, das unternehmerische Risiko zu streuen. "Das gelingt dadurch, nicht nur private, sondern auch geschäftliche Auftraggeber zu finden", erläutert der Inkassounternehmer.

Bei bestimmten Kunden verlangt Vervoorts Vorkasse. "Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn wir einen Gaszähler wieder einbauen sollen, den zuvor die Stadtwerke ausgebaut haben", berichtet der Unternehmer. Denn das sei meist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass ein Kunde Zahlungsschwierigkeiten habe.

Beispiele wie dieses finden sich auch in Claahsens Buch. Kurz, bündig und leicht verständlich beschrieben, erklärt der Autor anhand der 26 Fallbeispiele die Grundregeln des Forderungsmanagements im Handwerk. Eine Checkliste gibt den Handwerkern weitere Hilfestellung. Illustrationen von Dirk Willemsen ergänzen das Werk.

Erschienen ist "Finanziell erfolgreich im Handwerk" im Pagina-Verlag Goch, einer Tochter der B.O.S.S Druck und Medien GmbH. Das Buch trägt die ISBN-Nummer 978-3-944146-22-5, kostet 14,95 Euro und ist zu beziehen über die Homepage des Autors Lothar Claahsen auf seiner Internetseite www.inkasso-claahsen.de.

(RP)
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