Kein Eis verwenden Wie man sich bei Silvester-Verbrennungen richtig verhält

Kreis Kleve · Der Kreisfeuerwehrverband Kleve gibt wertvolle Tipps, damit der Jahreswechsel bunt und fröhlich bleibt – und rät, nur geprüftes Feuerwerk mit entsprechender Kennzeichnung zu verwenden.

Die Feuerwehr gibt Tipps für den Jahreswechsel.

Die Feuerwehr gibt Tipps für den Jahreswechsel.

Foto: dpa-tmn/Patrick Pleul

Es sind Wunderkerzen, Knaller und Raketen, mit denen jedes Jahr an Silvester das neue Jahr mit einem bunten Feuerwerk und einer Menge Spaß begrüßt wird. „Doch leider kommt es dabei immer wieder auch zu Verletzungen, da viele gut gemeinte Sicherheitsratschläge in den Wind geschlagen werden, wenn der Uhrzeiger in der Silvesternacht in Richtung Mitternacht vorrückt und dann das Böller-Fieber ausbricht“, sagt Kreisbrandmeister Reiner Gilles.

Daher sollten nach Meinung des obersten Feuerwehrchefs im Kreis Kleve zur Grundausstattung an Silvester neben Raketen, Wunderkerzen und Feuerzeug auch der Erste-Hilfe-Koffer gehören. „Denn wenn beispielsweise ein Knaller in der Nähe des Kopfes explodiert, weil jemand einen Böller in eine Menschenmenge wirft oder der Feuerwerkskörper zu früh losgeht, kann es schnell zu schweren Verletzungen kommen“, warnt Gilles.

Und wo mit Feuer hantiert wird, kann es zudem auch zu Verbrennungen kommen. Das Wichtigste sei dann kühlen. Bei kleinen Brandwunden genüge in vielen Fällen die Kühlung mit Leitungswasser bei einer Temperatur von etwa 20 Grad. Wesentlich kältere Temperaturen wie zum Beispiel Eis, seien ungünstig, da sie zu einem Kälteschaden der Haut führen können. „Wenn die Haut nur gerötet ist und keine Blasen bildet, ist ein Verband nicht nötig. Stattdessen können Sie die Verletzung an der Luft heilen lassen“, rät Gilles. Wobei tiefe Brandwunden nicht selbst behandelt werden sollten, sondern mit einem sterilem Verbandvlies abgedeckt und dem Hausarzt zu zeigen wären.

Handelt es sich um eine größere Brandwunde, sollte umgehend der Rettungsdienst unter dem Notruf 112 angerufen werden. „Das Auftragen von Brandsalben, Puder, Öl, Zahnpasta, Mehl oder anderen Hausmitteln sollte unterbleiben, denn diese Mittel können eine weitere Kühlung verhindern und die Wunde verschmutzen“, sagt der Kreisbrandmeister.

Zudem seien Silvesterknaller als kleine Sprengsätze einzustufen, wobei deren Wirkung nicht unterschätzt werden darf. „Kanonen- und Donnerschläge sowie Böller sollten niemals in der Hand gezündet werden, sondern nur am Boden liegend im Freien und Raketen aus der Flasche heraus“, so Gilles abschließend mit dem Blick darauf, das „verirrte“ Raketen auch einen Brand entzünden können. Dann sei sofort die Feuerwehr unter 112 zu alarmieren.

Nicht zu vergessen: geprüftes Feuerwerk erkennen Käufer am CE-Zeichen und einer nachfolgenden Registriernummer. Die BAM-Kennzeichnung als Siegel der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), bestehend aus den Kürzeln BAM, F2 und einer Zahl ist ebenfalls ein weiteres Kennzeichen dafür, das das Feuerwerk die im Vergleich zu den EU-Regeln strengeren Vorgaben in Deutschland einhält. Der Kreisbrandmeister und seine freiwilligen Einsatzkräfte wünschen allen Bürgern einen geruhsamen Jahreswechsel.