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Silke Gorißen ist CDU-Landratskandidatin im Kreis Kleve

Kommunalwahl 2020 : Silke Gorißen ist CDU-Landratskandidatin

Mit zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen setzte sich Silke Gorißen gegen Dominik Feyen durch. Die Rechtsanwältin aus Bedburg-Hau will im September gegen Peter Drießen gewinnen und Landrätin des Kreises Kleve werden.

Dass es so deutlich werden würde, hatte kaum jemand erwartet. Wochenlang hatten sich Silke Gorißen und Dominik Feyen allen Ortsverbänden und sonstigen Gruppierungen vorgestellt und für sich geworben. Jetzt ist klar, dass die 48-Jährige aus Bedburg-Hau dabei den tieferen Eindruck hinterlassen hat als ihr 46 Jahre alter Kontrahent aus Materborn.

612 Stimmen waren im voll besetzten Kevelaerer Konzert- und Bühnenhaus abgegeben worden, 608 davon waren gültig. Um kurz nach 21 Uhr bat CDU-Kreisvorsitzender Günther Bergmann die CDU-Mitglieder, ihre Plätze einzunehmen, denn er hatte ein beeindruckendes Wahlergebnis vorzustellen: Da auf Dominik Feyen 199 von 608 gültigen Stimmen fielen, was 32,7 Prozent bedeutete, folgerte daraus ein überwältigender Wahlsieg für Silke Gorißen. 409 Ja-Stimmen, 67,3 Prozent. Der Wunsch des im September in den Ruhestand wechselnden Landrats Wolfgang Spreen wurde damit nicht erfüllt. Schulrat Feyen, den Spreen als seinen Nachfolger empfohlen hatte, bleibt bei der Oberen Schulaufsicht bei der Bezirksregierung Düsseldorf.

Die Veranstaltung war zweigeteilt: Erst der Parteitag, bei dem die Kandidaten von Bergmann befragt wurden, dann die Aufstellungsversammlung. Die Abschlussfrage der Kurz-Interviews, warum gerade er oder sie gewählt werden sollten, hatte Feyen so beantwortet: „Weil ich vollkommen unbeleckt bin, niemandem etwas schuldig bin, völlig frei.“ Gorißen erklärte, sie gehöre seit 20 Jahren dem CDU-Kreisverband an, sie kenne ganz viele Menschen und es würde sie „glücklich machen, im Team die Herausforderungen der Zukunft anzugehen“.

Mit Hilfe einer Stoppuhr durften zu Beginn beide sechsminütige Statements halten; die jeweilige Punktlandung bewies, dass die Reden gut eingeübt waren. In verschiedenen Frageformaten kam heraus, dass sich Feyen für Familien einsetzen wolle, Wirtschaftsförderung wichtig finde und Verantwortung übernehmen wolle. Auch ein frecher Satz kam über seine Lippen: „Ich will den amtsmüden Bürgermeister von Bedburg-Hau in den Ruhestand schicken.“

Silke Gorißen betonte ihre umfassenden Rechtskenntnisse, sie brauche nicht, wie Driessen es angekündigt hat, fürs Fachliche einen Kreisdirektor einzustellen. „Ich will politischer sein als der Amtsinhaber, meine guten Kontakte zur Landes- und Bundesebene nutzen, mit allen Bürgermeistern und den Bürgern aller Kommunen ins Gespräch kommen.“ Den Südkreis wolle sie künftig besser einbeziehen durch leitende Funktionen in der CDU-Fraktion. Sie biete eine Perspektive für mehr als eine Amtszeit.

Noch etwas konnte sich Silke Gorißen mit Blick auf den Vorschlag von Wolfgang Spreen nicht verkneifen zu sagen: „Wer glaubt, man könne die Funktion Landrat praktisch vererben, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.“ Das war vielleicht ihr wichtigster Satz an diesem Abend.

Wenig überraschend waren im weiteren Verkauf der Fragerunde die Antworten beider Kandidaten auf absehbare Fragen: Wie, wann und warum sie politisch aktiv geworden seien wollte Bergmann wissen oder welches Rüstzeug sie für die Position eines Landrats mitbrächten. Feyen wie Gorißen lobten die Möglichkeiten des Kreises von Wirtschaftskraft bis Tourismus.

Dann begann die Aufstellungsversammlung mit der zeitraubenden Wahl. Eine strahlende Siegerin und ein gefasster Verlierer waren das Ergebnis.

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